„8 BLICKWINKEL" von Pete Travis (USA 2007; 90 Minuten; Start D: 28.02.2008) ; ist ein BEINAHE-RICHTIG-GUTER Spannungsfilm, bei dem nur dann die letzte Viertelstunde in eine hollywoodsche Action-Märchenstunde ausartet, nachdem vorher durchaus akzeptabel- SPANNENDES -Genre-Kino unterhaltsam zelebriert wurde.
Im spanischen Salamanca ist eine große, internationale Anti-Terror- bzw. Friedens-Konferenz angesetzt. Der amerikanische Präsident Ashton ("Oscar"-Preisträger WILLIAM HURT) will gerade eine öffentliche Rede halten, als auf ihn geschossen wird. Kurz danach kommen bei einer Bombenexplosion zahlreiche Menschen ums Leben. Chaos bricht aus. Die nun folgende Handlung besteht aus den "letzten 15 Minuten" vor dem Attentat, und der verschiedenen Sicht- bzw. Betrachtungs- bzw. Erlebnisweise von ganz unterschiedlichen Augenzeugen wie dem Präsidenten-Leibwächter Thomas Barnes (DENNIS QUAID), einem farbigen amerikanischen Touristen mit Video-Kamera ("Oscar"-Preisträger FOREST WHITAKER), einer TV-Produzentin (SIGOURNEY WEAVER), einheimischen Augenzeugen und "Beteiligten".
Der in Salamanca und in Mexiko gedrehte Film heißt im Original "Vantage Point", also "Blickwinkel", und ist eine feurig-fiebrig entwickelte, "themen-aktuelle Spannungskiste" in Sachen Terrorismus & Co. und lässt den amerikanischen KINO-Präsidenten "gut aussehen", aber der heißt ja auch nicht Bush (und der ist auch nicht gemeint), sondern fiktiv eben Ashton. Wenn man sich DAS klarmacht und auch in der letzten Jagd-Viertelstunde die Glaubwürdigkeitsmeßlatte nicht so doll hochlegt, wir sind schließlich im UnterhaltungsKino, das Ganze nennt sich auch KINTOPP, dann behält man einen durchaus Prima-Reißer mit viel prächtiger Show-Polit-Spannung und soliden Darstellern in Erinnerung. Zudem: Mit dem 53jährigen Dennis Quaid ("The Dayfter Tomorrow"; "Reine Chefsache") in schließlich ungewohnter wie lauffreudig-ironischer Action-Helden-Pose (= 3 ½ PÖNIs).
„8 FRAUEN“ von Francois Ozon (B+R; Fr 2002; 111 Minuten; Start D: 11.07.2002).
Ein eingeschneites Landhaus. Irgendwo in der französischen Provinz. In den 50er Jahren. Es ist Weihnachtszeit; und eine Großfamilie trifft sich hier, um die Feiertage ebenso gemütlich wie ruhig miteinander zu verbringen. Doch es kommt ganz anders. Der Grund: Der Hausherr ist offensichtlich in seinem Schlafzimmer ermordet worden.
Weil die Kontaktaufnahm: nach draußen abgeschnitten ist oder wird, muss sie nun unter sich bleiben: Diese feine weibliche Sippe. Bestehend aus Großmutter, Töchter, Enkelkinder und Hausbedienstete. Eine nette Gesellschaft, zu der dann auch noch die schmucke Geliebte des Hausherrn “zufällig“ stößt. Erst redet man sich ein bisschen ‘warm‘, dann aber geht es an Eingemachte. Wer war‘s???
Jede der Frauen wirft sich in Positur. Mit hinterhältigen Argumenten, Andeutungen und klaren Verdächtigungen. Dabei hätte jede der Anwesenden ein Motiv. Stellt sich nach und nach heraus. Habsucht, Eifersucht, Gier. Neid. Die ganze Palette…
“8 Frauen" heißt ein neuer französischer Kinofilm Er basiert auf einem Theaterstück von Robert Thomas und löste schon bei der diesjährigen Berlinale Begeisterung beim Publikum und auch bei der Kritik aus. Bekam zu Recht den "Silbernen Bären“ für die “herausragende Leistung des Schauspieler-Ensembles“. Autor und Regisseur von “8 Frauen“ ist der 35jährige FRANCOIS OZON. Der auch hierzulande durch seine psychologisch ausgefeilten Kammerspiele “Tropfen auf heiße Steine“ und "Unter dem Sand“ im Arthouse-Kino faszinierte. In seinem nunmehr 5. Spielfilm versammelt er die ‘Cremé de la Cremé' der französischen Darstellerinnen um sich: Von CATHERINE DENEUVE über ISABELLE HUPPERT und EMMANUELLE BÈART bis hin zu FANNY ARDANT und der ‘Königin-Großmama‘ DANIELLE DARRIEUX.
Sie dürfen elegant, lasziv-erotisch und verführerisch sein. Sie dürfen herrlich toben und fluchen. Sie dürfen lügen und betrügen, dass sich die Balken - vor so viel Spaß - biegen. Mehrere Generationen des weiblichen französischen Star-Kinos zicken hyänenhaft-grandios herum. Mit einem selbstironischen Zwinkern im Auge und stets super-doppelbödig.
Hier darf die Deneuve Isabelle Huppert anfauchen. Um dann sogleich ein nettes Liedchen anzustimmen. Dann: Jede der Hier-Mitwirkenden präsentiert ihren ‘speziellen Charakter‘ lustvoll auch über einen Solo-Gesang, Schließlich umfasst der Film: “8 Frauen“ einfach ALLES: Er ist ein Boulevard-Krimi mit Agatha-Christie-Geschmack; er ist eine Kostüm- und Gesellschafts-Komödie mit Pep; er ist zugleich aber auch ein stimmungsvolles Musical-Melodram zum schmalzigen Schwelgen und: Er ist auch eine .Frauen-Power-Satire-Posse mit viel Charme und Schick. Ein Rundum-Vergnügen also. Francois Ozon weiß seine Ladies virtuos und äußerst wirkungsvoll zu platzieren.
Übrigens: Für die deutsche Synchronisation wurde ein beeindruckendes Team
aus deutschen Spitzenschauspielerinnen engagiert: Von Senta Berger und Hannelore Elsner über Katja Riemann und Nina Hoss bis hin zu Ruth Maria Kubitschek.
Fazit also: “8 Frauen“ oder: Das französische Kino dominiert bei uns auch in diesem Sommer: “Amelie“ hat einen würdigen Nachfolger gefunden: “8 Frauen“ ist ebenfalls wunderbar amüsant. Sozusagen: Ein neuer Kinofilm mit UnterhaltungsGARANTIE (= 4 PÖNIs)!!!