„96 HOURS“ von Pierre Morel (Fr 2007/93 Minuten; Start D: 19.02.2009); der stammt aus dem Team um Luc Besson („Nikita“; „Léon – Der Profi“; hier Co-Autor und Co-Produzent) und war z.B. beim ersten „Transporter“-Film („The Transporter“/2002) der Kameramann. Hier nun setzt er das fort, wofür einst CHARLES BRONSON („Ein Mann sieht rot“/1974) oder CLINT EASTWOOD („Dirty Harry“/1971) SEHR viel (Kritik)Prügel einstecken mussten: Selbstjustiz bis zum Geht-Nicht-Mehr. Doch im Gegensatz zu den Klassikern werden heutzutage die Aktionen „des Helden“ eher als lustig, trashig oder gar kultig formuliert. Wahrscheinlich, weil hinter denen ein namhafter Immerhin-Schauspieler steckt, nämlich der 55jährige Ire LIAM NEESON, der durch die Rolle des charismatischen Nazi-Industriellen Oskar Schindler in dem Steven-Spielberg-Meisterwerk „Schindlers Liste“ 1993 populär wurde („Oscar“-Nominierung). Weitere Filme mit ihm waren u.a. „Ehemänner und Ehefrauen“ von Woody Allen (1992), „Michael Collins“ (1996), „Star Wars I“ (1999), „Kinsey – Die Wahrheit über Sex“ (2004).
Und „so einer“ mimt nun die „tödliche Kampfmaschine“ Bryan Mills. Der geschiedene ehemalige US-Agent („Ich war ein ´Verhinderer`“) hat eine 17jährige Kim-Tochter. Die fliegt mit Freundin nach Paris, was Papa „ganz nervös“ macht. Und siehe da - natürlich werden beide gleich am ersten Urlaubsabend entführt. Merke: Die albanische Mafia. Die klaut gerne Mädchen und „verschachert“ sie. Doch diesmal haben sie nicht mit Bryan gerechnet. Der düst sogleich gen Paris und sorgt dafür, daß schließlich Paris „Albanier-frei“(-geschossen) wird. Natürlich, im Alleingang.
„96 Hours“ ist Action-Quatsch-pur, ist ein Rache-Gemetzel mit Berge von Leichen, ist völlig unsinnig, ist logik- wie spaßfrei (also keineswegs „trashig“) und nur plump-einfältig. Der nette groß-schlanke Liam Neeson, der ursprünglich Lehrer werden wollte und in seiner Jugend mal den nordirischen Meistertitel im Boxen gewann, kommt fast ohne Schrammen weg, trägt gut Jacke in Leder und gibt gnadenlos-grausam-cool die stoische Killermaschine. Wie bei einem stupiden Videospiel werden genüßlich Menschen zuhauf abgeschlachtet, im Namen einer vermeintlichen Gerechtigkeit; mit sehr viel reaktionärem Rassismus-Geschmack. Kein Mögen möglich (= 2 PÖNIs).
„96 HOURS - TAKEN 2“ von Olivier Megaton (Fr 2012; B: Robert Mark Kamen, Luc Besson; 92 Minuten; Start D: 11.10.2012); in der Zeitschrift „TV Digital“ sagt LIAM NEESON im Interview: „Eine Fortsetzung? Die Idee fand ich dämlich“. Dann aber hätte er das Drehbuch der beiden Autoren gelesen, die auch das Drehbuch zum ersten „96 Hours“-Movie verfasst hatten, und dies hätte ihn umgestimmt. Leider, darf ich ergänzen, denn auch schon Teil 1 fand ich einen ziemlichen Law-and-Order-Trash. Doch DER kam halt im internationalen Kino gut an (mit 226 Millionen Dollar Einnahmen, davon 145 Millionen allein in den USA, bei rd. 30 Millionen EURO Produktionskosten), also war klar, „daraus“ lässt sich noch einmal „gutes Geld“ zimmern. Als Regisseur wurde der 46jährige Franzose Olivier Megaton verpflichtet, der mit Streifen wie „Transporter 3“ und zuletzt „Colombiana“ rasante Genre-Duftmarken gesetzt hat. Wieder mimt der (inzwischen 59jährige) Ire Liam Neeson („Schindlers Liste“) den Ex-CIA-Profi Bryan Mills.
An dem will sich nun der albanische Clan rächen, weil er neulich ihre verbrecherischen Menschenhändler-Gören in Paris abgemurkst hat. Denn DIE hatten ja damals seine Tochter entführt, so dass Bryan Mills buchstäblich und sehr handgreiflich voll-rot sah. Jetzt befindet er sich, samt inzwischen fast „ausgewachsener“ Tochter und Ex-Ehefrau, in Istanbul, als die „Schlacht“ losgeht. Angeführt vom albanischen Paten Murad (der 65jährige Kroate RADE SERBEDZIJA in seinem Lieblingsklischee-Part als fieser Balkan-Terrorist/siehe zuletzt in „In the Land of Blood and Honey“). Der die gesamte Familie des Amis auszulöschen beabsichtigt. Was aber natürlich misslingt. Schließlich kann nun auch Tochter Kim kräftig mitmischen. Also Daddy unterstützen. Damit sind sie schon 2 gegen 100. Oder so.
Es wird einmal mehr gekloppt, gehauen, geschossen, getreten, gefoltert, gekillt, in den verschiedensten Variationen, alles wie gehabt. Nur jetzt noch doofer. Sinnloser. (Von Logik gar nicht zu reden). Brutaler. Aber immer auch so, dass dem Liam-Bryan nicht allzu doll wehgetan wird. Dessen Weg natürlich Leichen nur so pflastert. Von wieder Albanern, einem offensichtlich dämonischem Verbrecher-Volk. Das stets schlecht gekleidet, immer unrasiert sowie permanent übelgelaunt ist und nur mit fiesen Gedanken durch diese Welt tourt.
Eine miese Gewaltnummer von Blöd-Film ist das hier (= 1 PÖNI).