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Filmtitel von Bam - Bas

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

BAMBI 2 - Der Herr der Wälder" von Brian Pimental (USA 2006; 75 Minuten; Start D: 27.04.2006); einem Regie-Debütanten aus dem Team des Walt-Disney-Imperiums, der schon bei vielen früheren Trickfilmen (wie "Aladdin", "Die Schöne und das Biest" oder "Tarzan") in verschiedenen Animationssparten mitwirkte. Hier nun also die Fortsetzung des legendären Disney-Klassikers von 1942 (der in der BRD am 19.12.1950 erstmals in die Kinos kam). Zur Erinnerung: Der Film basiert auf einer Buchvorlage aus dem Jahr 1923, der Autor war Wiener, nannte sich FELIX SALTEN, hieß eigentlich Siegmund Salzmann, verfasste gerne Tier- und Naturgeschichten, so eben auch "Bambi - ein Leben im Walde".

Dabei setzt die Fortsetzung nicht wirklich "fortsetzend" ein, sondern noch während der Handlung des ersten Teils: Die Mutter ist tot, der aristokratische alleinerziehende Vater ist gespalten zwischen der Liebe zu seinem Sohn und der strengen "Erziehungs-Verpflichtung" zum künftigen "Oberhaupt". Demzufolge fühlt sich der Kleine nicht genügend geliebt/gewürdigt und sucht "Bewährungs-Abenteuer", um die hohen Erwartungen seines Vaters zu erfüllen. Die Attribute bei diesem liebenswert-altmodischen Trickfilm lauten: Drollig, lustig, amüsant. Mit vielen stimmungsvollen (Wald-)Bildern, witzigen tierischen Kumpel-Typen (Hase Klopfer; immer auf der Flucht vor seinen 4 "anhänglichen" Schwestern/Stinktier Blume), mit angenehm dosierter Süße. Auch ohne überzogene Gags gelingt es "Bambi 2" - im Zeitalter der digitalen Technik und der mitunter überbordenden Special-Effects - emotional-liebevoll zu berühren, prima zu unterhalten.

Eine echte, schöne Leinwand-Überraschung; ein Klasse-Familienfilm; ein Vergnügen für jeden Jahrgang.....(= 4 PÖNIs).

BANDIDAS" von Joachim Roenning + Espen Sandberg (USA/FR/Mexiko 2006; 93 Minuten; Start D: 31.08.2006); das sind zwei NORWEGISCHE Filmemacher, die über 10 Jahren Werbespots gedreht haben und hier ihren ersten Kinospielfilm vorlegen. Nach einer "Originalidee" des Franzosen LUC BESSON (letzter Regie-Film neulich: "Angel-A"), der den in Co-Produktion Frankreich/Mexiko/USA hergestellten Film auch als Co-Autor und Mit-Produzent "betreute".

Genre: WESTERN. Zeitpunkt: 1880. Ort: Mexiko. Die Helden: 2 FRAUEN. Das ist der Gag. Die arme Maria (PENÉLOPE CRUZ, noch in Almodóvars "Volver" im Kino) und die reiche SALMA HAYEK ("Frida"; "From Dusk Till Dawn") wandeln so ein Bisschen auf den rebellischen Spuren von Brigitte Bardot und Jeanne Moreau in Louis Malles "Viva Maria" (von 1965): Zickige Verbündete im Kampf gegen Tyrannei und tödlichen Kapitalismus.

Alles wie gehabt, nur eben jetzt mit alberner Frauen-Power. Man schießt/flucht/rauft, die ganze Klischee-Palette rauf und runter. Doch: Die Parodie-Show wirkt nur begrenzt lustig, besitzt nur magere Originalität und Selbstironie. Attraktive Abziehbilder auf Gäulen, dazu SAM SHEPARD (davor: "Don´t Come Knocking" von Wim Wenders) als ausgebuffter Alt-Revolverheld sowie STEVE ZAHN ("Out Of Sight") als Kasperle-Polizist (= 2 PÖNIs).

DIE BAND VON NEBENAN" von Eran Kolirin (B+R; Fr/Israel/USA 2007; 87 Minuten; Start D: 31.01.2008); ist der Debütfilm des 34jährigen israelischen Drehbuch-Autors und Regisseurs; ist eine Produktion von gescheitem Vergnügen, die im Vorjahr im Filmfest-Wettbewerb von Cannes lief, dort - "für seine zarten und sorgfältigen Beobachtungen" - den Debütfilmpreis, danach beim Münchner Filmfest den "Publikumspreis" und am Jahresende dann auch den Europäischen Filmpreis "als beste Neuentdeckung" erhielt. In Israel bekam er von der Filmakademie gleich 8 x den dortigen "Oscar" zugesprochen, darunter als "Bester Film" und für den "Besten Regisseur".

Man stelle sich vor: Israel-heute, irgendwo in der Wüste. Hier landet, besser strandet ein 8köpfiges ägyptisches Polizei-Orchester. Dieses wurde zur Eröffnung eines ägyptischen Kulturzentrums nach Petah Tikva eingeladen. Doch nun stehen sie mit riesigen Instrumentenkoffern fernab der Großstadt im Niemandsland-Nichts. Ein Missverständnis. Weil es weder ein Voran noch ein Zurück gibt, müssen sie in dem trostlosen Nest die Nacht verbringen. Der militärisch-spröde Dirigenten-Leiter Tewfiq Zakaria (Sasson Gabai/"Denkt daran, wir repräsentieren unser Land")) ist außer sich, muss sich aber nun den "Anweisungen" der selbstbewussten wie attraktiven Restaurantbesitzerin Dina (Ronit Elkabetz) beugen. Das Klima des "Kalten Friedens" der beiden aneinander-grenzenden Staaten Israel und Ägypten weicht nach und nach auf...

In der wunderbaren Tragikomödie "Die Band von nebenan" ist kein Konflikt-Film angestrebt, sondern, ganz im Gegenteil, das eher melancholische Aufeinanderprallen zweier angeblich so grundverschiedener Kulturen. Wobei Eran Kolirins sensible Handschrift geprägt ist von lakonischer Körpersprachen-Slapstick á la Tati/Chaplin oder Buster Keaton.

Mit originellem, wortkargem Kaurismäki-Figuren-/Charakter-Geschmack. Und um das Thema "Warten" komponiert ist: Für die Ägypter auf den nächsten Tag, für die Israelis auf die Endlich-Befreiung von der Ewigen-Langeweile und Einsamkeit, von der Hoffnung auf den Frieden, um endlich wieder Muße für befreiende, verbindende Gefühle wie Zärtlichkeit/Liebe und die Musik zu haben.

Ein ganz leiser, schöner, angenehm-unangestrengter, trocken-humoriger und hintergründig- aktueller Film um eine versöhnliche wie utopische Irrfahrt ins Zwischenmenschliche von Eigentlich-Nachbarn (= 4 PÖNIs).

“Die Flüchtigen“ hieß 1986 eine französische Spitzenkomödie mit Gerard Depardieu und Pierre Richard als zwei ungleiche Gauner-Kumpel. Der Autor und Regisseur Francis Veber durfte nun in Hollywood seinen zünftigen Spaß nochmal drehen, sozusagen “auf Amerikanisch“.

Der bullige NICK NOLTE und der schmächtige MARTIN SHORT spielen jetzt die Hauptfiguren in „DAS BANKENTRIO“ von Francis Veber (B+R; USA 1989; 96 Minuten, Start D: 20.04.1989). Ihre erste Begegnung ist schon so richtig ausgesprochen freundlich. Der Große will aussteigen und seine bürgerliche Ruhe haben, der Kleine versucht mit Diebereien sich und seine kleine Tochter über Wasser zu halten. Die Polizei versteht stets ‘Bahnhof‘, so dass die Beiden zusammenhalten müssen, um aus dem Schlamassel herauszukommen.

Ein sympathischer Film für jede Altersschicht. Ein Paar wie Dick & Doof geht durch dick und dünn, erlebt zahllose Katastrophen und das Gespür für Freundschaft und Würde. Neben dem Tandem Nick Nolte/Martin Short ist die 6jährige Sarah Rowland Doroff mit ihren Kulleraugen ein Gewinn und ganz was fürs Herz. “Das Bankentrio“ gleich gute Unterhaltung (= 3 ½ PÖNIs).

BARBARA“ von Christian Petzold (B+R; D 2011; 105 Minuten; Start D: 08.03.2012); natürlich George Orwell (“1984”), natürlich diese Atmosphäre von Unterdrückung, ständigem Unwohl-Sein, permanentem Misstrauen. Die DDR war Diktatur. Wo der Mensch sich dem System unterzuordnen hatte. Und wenn er sich nicht einordnen wollte, wurde eben „nachgeholfen“. In diesem verlogenen „ersten Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden“. Endlich einmal zielt ein deutscher Film auf die historische Klarheit. Und Wahrheit. Spaßlos wie spannend. Sie heißt Barbara. Barbara Wolf. Sie ist Ärztin. Am renommierten Ostberliner Charité-Haus. Das heißt, sie war dort beschäftigt. Denn in der DDR anno 1980 wurde es „übel“ genommen, wenn man nicht mehr in der DDR leben wollte. Barbara Wolf stellte einen Ausreiseantrag. Wo man „woanders“ sich einfach aufmachte, um woanders zu leben, hatte man hier nur zwei – „unangenehme“ – Möglichkeiten: Unter großer Gefahr abzuhauen, als „Republikflüchtling“, oder eben einen förmlichen Antrag zu stellen. Die junge Ärztin Barbara Wolf wird in die Provinz versetzt. An die Küste von Mecklenburg-Vorpommern, in ein Provinzkrankenhaus. Mit allen Schikanen. Also ständigem Misstrauen und fortgesetzten Haus- wie erniedrigen, eiseskalten Ganzkörperkontrollen. Wenn sie für die Stasi-Typen mal wieder vorübergehend „nicht auffindbar“ war.

Barbara plant jetzt die Flucht. Aus diesem unerträglichen DDR-Mief. Ihr „West-Geliebter“ unterstützt sie dabei. Wäre aber auch bereit, zu ihr „hierher“ zu ziehen: „Spinnst du? Hier kann man nicht glücklich werden!“. Barbara lässt HIER niemanden (mehr) an sich ´ran. Misstrauen rund um die Uhr. André Reiser ist ihr neuer Krankenhaus-Chef. Gibt sich hilfsbereit, zeigt sich behutsam verständnisvoll, scheint ein freundlicher, zugänglicher Mensch zu sein. Doch wem kann man überhaupt (ver-)trauen? Will er, soll er sie auch ausspionieren? Über die Patienten, über die Behandlung von Patienten, öffnet sich Barbara. Ein wenig. Zum Beispiel die junge Stella (JASNA FRITZI BAUER). Völlig entwurzelt. Verzweifelt. Nach Menschlichkeit und Hilfe still wie verzweifelt schreiend. Ihre Odyssee durch einheimische Erziehungsheime hat sie wieder einmal hierher gebracht. In die Klinik. Zur „Wiederherstellung“. Und verordneten „Gebrauchsfähigkeit“. In Barbara „bekommt“ sie eine Seelenverwandte. Und emotionale Nähe. Was aber deren „Ausreise“ gefährdet. Gefährden kann.

Bewegungen in unbeweglichen Zeiten. Wo „Bewegungen“ amtlich „gestattet“ sein müssen. Von oben „geduldet“. Der Staats-Mensch. Als genormtes Individuum. Der „gebrochene“ Bürger. CHRISTIAN PETZOLD, am 14. September 1960 in Hilden (im Bergischen Land) geboren und seit 1981 in (West-)Berlin lebend, hat einen außerordentlichen deutschen Spannungsfilm geschaffen. Als politischen Liebesfilm. Der Staat und „sein“ Mensch. Die „Interessenkollisionen“. Zu Kalten Kriegszeiten. Ohne Schwarzweiß-Malerei, ohne Klischee-Häme, als Geschichte aus der deutschen Geschichte. „Jemand“ möchte sein Zuhause finden. Endlich. Als Volljährige. Innerlich wie äußerlich. In der Seele und mit der freien Bewegung. Hat sich im Sommer von 1980 in und von der DDR innerlich bereits verabschiedet. Es fehlt nur noch „der praktische Schlusspunkt“. Doch dann wird aus dem Wollen ein neuer individueller Wille. Eine andere emotionale Sichtweise. Eine neue geistige Haltung. Ebenso mitmenschlich wie individuell „glücklich“.

Der Film „Barbara“ ist ein faszinierender Glücksfall von Erzählung, Dramaturgie, Darstellung. Beschreibt (sehr) atmosphärisch deutsche „Zeiten“. Sowohl in der stürmischen schönen Landschaft wie in den engen, bedrückenden Räumlichkeiten. Ohne dabei zu verunglimpfen. Ohne einen moralischen (West-)Zeigefinger. Ohne verlogene Botschaften mit dicken Ausrufungszeichen. Sondern als verständliche, berührende Deutsch-Deutsche-Geschichte mit viel Damals-Realitätsgeschmack. Stichwort: Dieser tägliche DDR-Soundtrack. In den Straßen, Häusern und Wohnungen. Diese Räume: Zum „erzählenden“ Hören und Schauen. Und Gruseln. Mit einer unter die Haut gehenden großartigen NINA HOSS in der Titelrolle. Die geradezu traumwandlerisch in diese starke, verletzte, kluge Figur von Individuum schlüpft und mit jeder Pore und Körpersprache unangestrengt tief auslotet. Ausdrückt. Schwerkraftfrei. Ohne Mitleids-Duselei. Sondern wahrhaft anfühlend, begreifbar, packend. Es ist die bereits – nach „Toter Mann“ (2002), „Wolfsburg“ (2003), „Yella“ (2007) und „Jerichow“ (2008) – fünfte Zusammenarbeit der 36jährigen Stuttgarterin mit dem Drehbuch-Autor und Regisseur Christian Petzold und ihre zweifellos beste. Großartig und „so spröde, als sei ihre Seele rissig geworden“, war in der „Süddeutschen Zeitung“ über die Intensität zu lesen, wie Nina Hoss ihre „Barbara“ wunderschön füllt. In ihrer „Begleitung“, an ihrer Seite, wird dann auch der im hiesigen Kino bislang eher „unauffällige“ RONALD ZEHRFELD (34/“Der Rote Kakadu“) als Vorgesetzter und Arzt-Kollege André Reiser „adäquat“ zum ungeschliffenen, charmanten Rohdiamanten. Zum Wiedersehen empfohlen.

„Barbara“ ist ein transparenter wie vorzüglich unterhaltender Von-und-Über-Uns-Film. In Sachen „deutsche Glückssuche“ von neulich (= 4 PÖNIs).

BARFUSS AUF NACKTSCHNECKEN“ von Fabienne Berthaud (Co-B+R; Fr 2010; 103 Minuten; Start D: 05.05.2011); das ist der – nach ihrem Low-Budget-Debüt „Frankie“ (2005) - zweite Kinospielfilm der Auch-Kamerafrau, Auch-Produzentin und französischen Ex-Schauspielerin. Originaltitel: "Pieds nus sur les limaces“. Erzählt wird von zwei erwachsenen Schwestern. Von Lily, die „Verrückte“, die mit ihrer Mutter unbeschwert auf dem idyllischen Land lebt und sich dort ihr eigenes skurriles Phantasie-Reich geschaffen hat (mit toten Tieren im Kühlschrank, mit Häkel-Kleidern ummantelte Baumstämme, mit signalrot lackierten Krallen ihres Puters…). Und von Clara, die in der Kanzlei ihres Anwalt-Ehemannes arbeitende „starke“ Pariser Bürgerfrau. Zwei grundverschiedene Welten. Die aufeinanderprallen, als die Mutter urplötzlich stirbt.

Erst wird die aufmüpfige, „unruhige“ Lily von einer Nachbarin betreut, und als das nicht gut geht, muss erst unwillig und dann engagiert die robuste ältere Schwester aus der Großstadt ´ran. Erst in Paris, dann zurück auf dem Gut. Und nach vielen Verwicklungen, Aufregungen, „Abenteuern“ (und „Sketchen“) drehen sich die Positionen. Aus der mit autistischen Zügen versehenen Lily wird die „normale“ „Führungsperson“, während die eigentlich stabile Clara ihre tatsächliche innere Zerrissenheit und ihre tiefen Lebenslügen „entdeckt“ und sich völlig „umpolt“. Umkrempelt.

Könnte neugierig, spannend, reizvoll sein, ist es aber beileibe nicht. Weil Buch und Regie selbst wohl nicht so genau wissen, wissen wollen, wer wie was. Mal „anders“, mal ausgeflippt, mal „vorzeigbar“ ist. Ist Lily nun so überkandidelt „krank“ wie sie lange Zeit herumtollt? Oder ist die „gesunde“ Clara die eigentlich „Bekloppte“, weil sie ihren eigenen Freiheitsdrang so lange unterdrückt? Hat? Mal sieht sich alles „so“ an, mal „andersrum“. Beliebig. Beliebigkeit. Trübe Psychologie. Nach Hausgebrauch. Also spannungslos. Weil die ansonsten „aufregende“ LUDIVINE SAGNIER („Swimming Pool“; „8 Frauen“) als Lily ziemlich uninspiriert-losgelassen herumwuselt. Viel nervt. Kaum glaubhaft erscheint. Doof wie „wach“. Und DIANE KRUGER („Troja“) als Clara ganz gut „funktioniert“, zumal sympathisch ungeschminkt. Aber in diesem schwachen Neigungsfilm auch nur strapaziert beim Zusehen.

Dies „Verrückt-Sein“ ist gaga-langweilig (= 2 PÖNis).

BARNEY’ S VERSION“ von Richard C. Lewis (Kanada/Italien 2010; 134 Minuten; Start D: 14.07.2011); ist ein kanadischer TV-(Serien-)Regisseur, der hin und wieder auch für das Kino arbeitet („Whale Music“/1994; „Mein Partner mit der kalten Schnauze 3“/2002). Hier nun adaptierte er den gleichnamigen, 1997 veröffentlichten Roman des kanadischen Schriftstellers MORDECAI RICHLER (27.1.1931 – 3.7.2001), der bei uns „Wie Barney es sieht“ hieß. Darin geht es um einen Lebens-Hallodri und seine vier Jahrzehnte umfassende „fröhliche Beichte“. Mit drei Ehen, auf zwei Kontinenten und einer GANZ großen Liebe, die er erst „hinkriegt“ und dann aber auch „verdaddelt“. Dabei springt der komödiantenhafte Streifen in den Zeiten herum: Enthüllungshäppchen hier, ausschweifendes Lust-Dasein dort. „Dolce Vita“ in Rom, private Turbulenzen zuhauf, die beliebten Whiskey-Orgien in der Heimat. Zweithochzeit, und ausgerechnet dort lernt er SIE kennen. Miriam (ROSAMUND PIKE). DIE Frau für seinen Kosmos.

Also baggert er künftig, frisch vermählt, an seiner nunmehr einzigen, phänomenalen, wahren Liebe. Finanziell unabhängig, denn als Produzent von billigen TV-Sitcoms verdient er mächtig. Doch immer wieder „inspirieren ihn“ zuviel Alkohol, zu viele Frauen und auch sein stets „dazwischenknatternder“ Ex-Polizisten-Dad, ein völlig neurotischer wie verschmitzter orthodoxer “Kampf“- und Trink-Jude, der die antisemitischen Attacken seiner Kollegen stets „offensiv“ „entgegengenommen“ und selbstbewusst pariert hat.. Als „konsequenter“ Ratgeber (DUSTIN HOFFMAN mit „Dirty Harry“-Charme) „schiebt“ er seinen Sohn gerne „voran“. Damit scheint es bei Barney endlich „zu klappen“. Nach Jahren der Höhen, Tiefen, Zweifel, Besäufnisse und einem immer „konsequenten Ich“ geht es endlich über die Ziellinie. Heim, Frau. Familie. Der Sinn. Die Besinnung. Doch Barney stoppt nicht ab. Läuft weiter…

Der Mann, ein Kind-Kerl. Forever. Nie „richtig“ erwachsen. Immer auf der Probierspur. Ob es sich „nebenan“ nicht auch lohnt, mal „herumzubuddeln“. Regeln, Konventionen auch dort auszutricksen. Der typische Roman-Schmöker. Über einen Unbeherrschten. Ungenormten. Unangepassten. Mit viel Gemüt. Und beginnendem Alzheimer. „Barney’ s Version“ trägt EINER. Wir kennen ihn schon lange, er ist so ein brillanter Philip Seymour Hoffman-Eigentyp. Dem man gerne folgt, was immer er auf der Leinwand auch anstellt. Ob als irrer Kotzbrocken, ob als wuseliger Charmeur. Mal Alphatier, mal Fußabtreter in Nebenparts: PAUL GIAMATTI aus New Haven in Connecticut, wo er am 6. Juni 1967 geboren wurde. Über seine Auftritte in Filmen wie „Shoot `Em Up“ (= Sau), „The Illusionist“ (= Opportunist/bei uns auf DVD erschienen), „Das Comeback“ (= Helfer für Russell Crowe/“Oscar“-Nominierung), natürlich „Sideways“ (= Weinkenner) hat er sich auch bei uns einen Qualitätsprofil geschaffen. Als erstklassiger Charakter-Mime.

Für seine fiebrige, aufmüpfige, liebenswert-unruhige, faszinierend-„unordentliche“ Darstellung des Barney bekam er im Frühjahr den „Golden Globe“ als „Bester Darsteller“ im Bereich „Komödie“. Bald wird er garantiert auch auf dem „Oscar“-Podest stehen. Denn WIE er hier diesen hippen, unzuverlässigen, skurrilen Versager-Clown präsentiert, ist gedanklich, mit diesen piksigen, satirischen Zwischentönen, erstklassig angesetzt. Man muss den Film in all seiner Unorganisation, Weiß-nicht-wohin-Mentalität und seiner thematischen Sprunghaftigkeit nicht unbedingt mögen: Von IHM, kann man aber gar nicht genug verblüffendes Lästern und schelmischen Spaß auffangen: PAUL GIAMATTI. Sein Barney ist eine pfundige Hymne an das lustvolle Scheitern. Im Volldampf-Leben (= 3 PÖNIs).

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