„CASANOVA" von Lasse Hallström (USA 2005; 112 Minuten; Start D: 09.02.2006); dem schwedischen Filmemacher ("Mein Leben als Hund"/1985), der sich inzwischen in Hollywood etabliert und mit Filmen wie "Gottes Werk und Teufels Beitrag", "Chocolat" und kürzlich "Ein ungezähmtes Leben" (mit Robert Redford) einen guten Namen gemacht hat. Hier aber nun schuf er eher eine "Ach Gottchen"-Neuauflage: Der klassische Stoff um den legendären Frauenliebhaber und Freigeist Giacomo Casanova aus der freizügigen venezianischen Gesellschaft zu Beginn des 18. Jahrhunderts kommt eher als freundlicher Kostüm-/Mantel- und Degenstoff denn als frivoler Spott oder gar als pikante Gesellschaftssatire daher.
Ausstattungskino, mit mancherlei Schauwert und einigem Wortwitz-Charme, insgesamt aber ein Ja-Ja-/Was Soll`s-Abenteuer um bekannte Maskeraden, übliche Verwechslungen, nette Intrigen und die böse katholische Moral- und Gewalt- Kirche. Mit einem bemühten HEATH LEDGER in der Titelrolle (zuletzt "Brothers Grimm"), der demnächst als schwuler Cowboy in dem vielfach "Oscar"-nominierten Film "Brokeback Mountain" von Ang Lee sehr viel atmosphärischer, spannender daherkommt als bei dieser lauwarmen, solide Show um Plüsch und Kunsthandwerk (= 2 PÖNIs).
„CAST AWAY - VERSCHOLLEN“ von Robert Zemeckis (USA 2000; 143 Minuten; Start D: 11.01.2001).
Chuck Nolan ist ein Typ unserer Zeit. Als Manager einer Kurierfirma ist er quasi rund um die Uhr im Einsatz. Und weltweit: Für ihn spielen die Entfernungen zwischen Los Angeles, Nairobi und Moskau nur eine untergeordnete Rolle. Die Hauptsache: Der Job läuft, und der Kunde ist zufrieden. Chuck ist Workoholic. Der die Interessen seiner Firma über die eigenen stellt. Freundin Kelly hat sich längst daran gewöhnt. Doch eines Tages ist Schluss ‘mit lustig‘. Eines Tages spielt das Schicksal Chuck einen überaus bösen Streich.
Ein Unwetter, und schon ist der Dauerritt auf der Überholspur vorbei.
Chuck, der bislang jedwede Kontrolle über alles in seinem Leben besaß,
verliert eben diese. Sein Flugzeug stürzte ab und er strandet als einziger Überlebender auf einer einsamen
Insel.
Was macht ein Mensch, dem “die Zivilisation“ abhanden gekommen ist? Wie kann er, fernab der ganz normalen und selbstverständlichen technischen und zwischenmenschlichen Errungenschaften, überleben? Was überhaupt benötigt ein Mensch zum Weiterleben, der praktisch ‘in die Steinzeit‘ zurückversetzt wurde? Simple Dinge wie Trinkwasser, Feuer und Nahrung bedeuten auf einmal ein Problem zu haben. Und: Wie sieht es eigentlich mit der sozialen Komponente aus, zum Beispiel mit der natürlichen ‘Kommunikation‘, dem Gespräch?
„Cast Away - Verschollen“ heißt der neueste Film des Erfolgsgespanns ROBERT ZEMECKIS und TOM HANKS. Regisseur Zemeckis hat sich mit Filmen wie “Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, “Contact“ und kürzlich mit dem Psycho-Thriller “Schatten der Wahrheit“ einen guten Namen gemacht. Der zweifache “Oscar“-Preisträger Tom Hanks zählt seit seinen Auftritten in “Schlaflos in Seattle“,
“Philadelphia“ und “Der Soldat James Ryan“ zu den Top-Stars in Hollywood. 1994 schufen beide das Meisterwerk “Forrest Gump“ und ernteten “Oscar“- Trophäen. „Cast Away - Verschollen“ setzt ihre kreative Erfolgsarbeit fort: Eine Zivilisations-Parabel mit Realismus-Geschmack. Ohne romantische Verklärung, ohne abenteuerliche Tricks: Mit Tom Hanks als Robinson Crusoe der Gegenwart. Vier Jahre dauert der ständige Kampf mit der Natur, mit der Einsamkeit, mit Sich-Selbst. Dann gelingt die Rückkehr.
„Cast Away - Verschollen“ ist ein ambitioniertes Werk, ist ein spannend-unaufdringliches Ein-Personen-Drama.
In einem Interview erzählte Hauptakteur und Mit-Produzent Tom Hanks über die strapaziösen Dreharbeiten. Die mussten für ein Jahr unterbrochen werden, damit er sich unter Trainer-Aufsicht rund 25 Kilo abhungern und währenddessen Muskeln auftauen konnte.
Die Mühen haben sich gelohnt: „Cast Away - Verschollen“ ist ein in jeder Hinsicht beeindruckender Schauspieler-Film geworden (= 4 PÖNIs).
Dass sie sich untereinander nicht immer gut riechen können, das ist
bekannt. Dass sie sich also nicht immer vertragen, das wissen WIR. Die
Menschen. Die wir BEIDE, Hund und Katze, so abgöttisch lieben. Dass DIE
sich aber seit Urzeiten des Öfteren regelrecht bekriegen, das ist eine
völlig neue Erkenntnis.
Der Hollywoodfilm „CATS & DOGS - Wie
Hund und Katz“ von Lawrence Guterman (USA 2001; 87 Minuten; Start D: 19.07.2001); erzählt von diesem bislang so
streng gehüteten Geheimniss: Vom Kampf um die wahre Weltherrschaft.
Zwischen Hund und Katze.
Dieser Krieg IST beziehungsweise WAR so geheim, dass er sogar in unseren
Wohnungen ausgetragen werden konnte, ohne dass wir jemals davon etwas
erfahren haben. Oder ahnten. Denn bis vor kurzem ist es den Hunden immer
wieder gelungen, für einen vernünftigen Waffenstil1stand unter den
vierbeinigen Kontrahenten zu sorgen. Also die feindseligen Katzen in
Schach zu halten und die Menschen zu beschützen. Doch plötzlich ist Ruhe
und Frieden infrage gestellt. Durch den größenwahnsinnigen Persianerkater-
Boss Mr. Tinkles und sein - zugegeben - etwas BEHÄBIGES Elite-Team.
Mr. Tinkles möchte nämlich gern in den Besitz einer Formel gelangen. Die
erfindet gerade Professor Brody. Ziel ist es, ein Medikament zu
entwickeln, das den Menschen von Hundeallergien befreit. Für immer und
ewig. Damit wäre der friedliche und friedliebende Hund ein- für allemal
die tierische Nr.1 im Leben der Menschen. Und genau DAS will der
hinterlistige Kater mit allen Mitteln verhindern.
Doch die Gegenseite ist alarmiert. Die Spitzenagenten formieren,
sich. Unter Führung des erfahrenen Schäferhundes Butch, pardon MAJOR
Butch . Allerdings: Einer von ihnen, einer der besten, ist gerade
ausgefallen. Also wird auf die Schnelle für diesen gefährlichen Aufpass-Job ein neuer, ein unerfahrener Nachwuchs- "Kollege" rekrutiert: Der
Beagle-We1pe Lou. Der würde eigentlich viel lieber als Heim- und
Schoßhündchen agieren. Aber: Was tut man nicht alles für das Vaterland.
Der Zoff beginnt. Im Haus von Professor Brody ist fortan dar Teufel
los. Ohne dass die Menschen auch nur ansatzweise etwas mitbekommen, WAS
sich da unter ihrem Dach WIRKLICH abspielt.
"Cats & Dogs" oder: Hollywood' tobt sich mal wieder in Sachen BLÖDSINN
toll aus. Zeigt uns mit viel Raffinesse und Unverschämtheit, WAS man
mittlerweile alles herzustellen in der Lage ist. Nach "Schweinchen Babe"
und "Stuart Little" werden die Film-Amis immer tierischer. Und rabiater.
"Cats & Dogs" orientiert sich weniger an Disney und mehr an James BOND.
Mit viel Karacho und Dramatik werden die menschlichen Akteure wie
Jeff Goldblum und Elizabeth Perkins zu Stichwortgebern degradiert. Für:
Computer-Animation, Tierdressuren, für die gigantische Special-Effect-
Technik, für Puppenspiele, digitale Tricks, High-Teck-Figuren, für
Cyber-Doubles sowie 27 Real-Hunden und 33 Real-Katzen. Ein Schelm, wer
Böses dabei denkt: Denn der Spaß, die Ironie/die Selbstironie triumphiert
frei nach dem ulkigen Motto: Tiere sind auf diesem Planeten sowieso die
viel besseren und vor allem klügeren Lebewesen.
Der neue Kinofilm
"Cats & Dogs" zielt also auf das Jux- und Tol1erei-Vergnügen. Wobei jetzt
nicht nur in Hollywood, sondern auch bei uns PROMINENTE Stimmen für diese
urige Viecherei verpflichtet werden. Wie 0li P., Heiner Lauterbach, Manfred Krug
Rufus Beck, Hannelore Elsner und Ilja Richter als chinesischer Schoßhund.
Sommer-Kintopp-pur, für kindliche Augen und Ohren: "Cats & Dogs - Wie
Hund und Katz". Eine neue tierische Show aus Hollywood (=4 PÖNIs)!
„CATS & DOGS – DIE RACHE DER KITTY KAHLOHR“ von Brad Peyton (USA 2009/2010; 82 Minuten; Start D: 12.08.2010); was finden die Amis nur so toll an „richtig“ SPRECHENDEN Tieren? Kürzlich sind sie damit schon auf die Schnauze gefallen, mit der läppischen Dogge „Marmaduke“, jetzt geht diese Chose weiter. Als Fortsetzung. Wir erinnern uns: Im Sommer 2001 startete bei uns die tierische Revue „Cats & Dogs – Wie Hund und Katze“ und kam als „nett-unverschämter, rabiater Blödsinn“ ganz unterhaltungs-ordentlich an. Nun also die nächste Show:
Der geheime Pfötchenkrieg zwischen Hund und Katz´ geht in eine neue Runde. Dazu müssen wir wissen - DIE bilden, DIE haben, mitten unter uns, ihre eigene Parallelwelt. Uns, den Menschen gegenüber, „benehmen“ sie sich wie gehabt, also schnurrend, sabbernd, unterwürfig. Wenn wir aber wegschauen, nicht mit-dabei sind, tollen und toben sie „wie Menschen“ herum, plappern ununterbrochen wie nervig und erleben bekannte (Film-)Abenteuer. Angefangen beim Anfang, wenn der Vorspann nach „007“ riecht und SHIRLEY BASSEY, die einst den Titelsong für „Goldfinger“ interpretierte, hier auch den Auftaktsong schmettert („Get the Party Started“). Polizei-Schäferhund Diggs tritt auf. Wie offensichtlich immer, also übermotiviert, sich selbst überschätzend, mit beschränktem Urteilsvermögen. Sein Einsatz - von chaotisch bis katastrophal. Der gutmütige Diggs-Trottel soll ausgemustert werden. Landet im Zwinger. Dort befreit ihn der hündische Geheimdienst. Für einen gefährlichen Einsatz. Bei dem sogar die verfeindeten Geheimdienste von Hunde und Katzen zusammenarbeiten müssen.
Der böse Feind: „Muschi“ Kitty Kahlohr. (Mit der süffisanten, frechen Originalstimme von BETTE MIDLER). Nachdem sie auf der Flucht vor den Wachhunden eines Kosmetiklabors ihr Fell durch ein Enthaarungsmittel verloren hat, will sie sich für diese Erniedrigung rächen. Und gleich die Welt-Tierherrschaft übernehmen. Indem sie den Menschen den Hund als Lieblingstier „ausspannt“. Mit tönenden, (sehr) lauten Hochfrequenz-Argumenten. Weil sie dabei aber auch ihre eigene Rasse zu unterjochen beabsichtigt, müssen beide Geheimdienste ´ran. Unter Führung eines bebrillten Beagle. Dessen Informant eine verhaltensgestörte Taube ist. Weitere Mitwirkende: Ein chinesischer Schopfhund mit einer „besonderen Nase“, ein barscher anatolischer Hirtenhund, den NICK NOLTE im Original spricht, oder der tapfere Bobtail Sam. Der wegen seines Zottelfells kaum was „richtig“ sieht. Es kann losgehen. Mit viel Krach, Zisch, Bumm. Mit Flugrucksäcken und Raketenautos. Mit unterirdischen Tunnels, Explosionen, Action-Stunts, einer Gast-Katze im Smoking (Originalstimme: ROGER MOORE). Und vielem Gerede. Ist, wirkt alles nicht sehr lustig. Leider. Denn das Dauergequatsche nervt zuhauf. Und ist mit diesen „Mundbewegungen“ der Tiere nur lästig. Erklärungsfade. Lahm. Doof. Und überhaupt:
„Cats & Dogs 2“ langweilt. Amüsiert kaum. Ist mit Filmzitaten – von 007 über Inspektor Closeau, Terminator, von „Stirb langsam“ über „Lethal Weapon“ bis zu „Das Schweigen der Lämmer“ & Hannibal Lector – ha-ha-vollgestopft. Na ja. Und wenn Katzen ins ungeliebte Wasser abtauchen oder Hundchen fast im Katzenstreu erstickt, bleibt der Slapstick-Charme begrenzt.
Auch wenn hier in 3 D getrickst wird und so manche Felle durch die Gegend pfeffern. Ach nö oder - irgendwie ist der Ulk bei dieser Kirmes auf der Strecke geblieben. Viel zu viel Gebrabbel, viel zu sehr „menschliches Getöse“ als vermeintliches Pfoten-Vergnügen. Dieser neuerliche tierische Mix aus Trick- und Realfilm wirkt bemüht, angestrengt, nur manchmal pointiert, ansonsten weitgehend polternd und öde. Wenn dann im Abspann die „Outtakes“ von den Dreharbeiten laufen, amüsieren ein paar späte Neckereien. Fazit: Auch für Tierliebhaber wie mich eine ziemlich matte Gag-Unterhaltungsrunde (= 2 ½ PÖNIs).