Valid XHTML 1.0 Transitional

Filmtitel von Er - Es

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

ERAGON - Das Vermächtnis der Drachenreiter" von Stefen Fangmeier (USA/GB/Ungarn 2006; 104 Minuten; Start D: 14.12.2006); der in verschiedenen Funktionen (Produktions-/Aufnahmeleiter) in Abenteuer-/Fantasyfilmen wie "Terminator 2 - Tag der Abrechnung", "Jurassic Park", "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt") bei der digitalen Visualisierung mitmischte und hier seinen Debütfilm vorlegt.

Basierend auf dem gleichnamigen Erfolgs-Roman von Christopher Paolini kommt er allerdings in der Motiv-Mischung aus "Herr der Ringe"/"Jurassic Park"/"Die unendliche Geschichte" (= Drache Fuchur) ein Bisschen spät und auch ziemlich lahm daher: Gut gegen Böse im Annodunnemal; in einer fiktiven Region; der fiese Königs-Herrscher sieht seine finstere Diktator-Macht bedroht bzw. in Gefahr: Durch einen Bauernburschen, der zum legendären Drachenreiter mutiert, und seinem netten Mädchen-Drachen.

Es wird viel (zu viel) erklärend-gequasselt, damit es überhaupt irgendeinen Sinn ergibt; es wird/ist bisweilen ganz hübsch getrickst; der weibliche Drache Saphira ist niedlich; die kriegerische Story grottig-uninteressant. Wer da gegen wen und warum lauthals antritt, wirkt/bleibt plump wie egal. Da können auch (Beschäftigungs-)Auftritte von so namhaften Akteuren wie JOHN MALKOVICH (kurz) und JEREMY IRONS (Bisschen länger) kaum etwas ändern, zumal Hauptakteur EDWARD SPELEERS (?) sich ziemlich tölpelhaft-naiv zeigt und als nervender Langweiler erweist. Überflüssiger Fantasy-Krimskram (= 2 PÖNIs).

ERBSEN AUF HALB 6“ von Lars Büchel (D 2003; 111 Minuten; Start D: 04.03.2004); der ja auch einst mit “Jetzt oder Nie - Zeit ist Geld“ ein beachtliches Debütwerk vorzeigte (mit sogar 1,3 Mio. Zuschauer). Doch hier hat sich der Autoren-Filmer (Co-B+R) buchstäblich ‘verrannt‘.

Erfolgreicher Theater-Regisseur erblindet nach Autounfall und stößt auf Lilly, eine blinde Sozialarbeiterin. Er weigert sich, seine neue Lebenssituation zu begreifen und anzuerkennen; Sie beginnt ihn zu mögen und langsam “zu brechen“. Drumherum: Unerklärte Panoptikum-Figuren wie ihre Mutter und ihr Lover. Man saust schnell mal nach Russland, in die Provinz, um seine todkranke Künstler-Mutter zu besuchen.

Mitleidtriefendes, konstruiertes, völlig unglaubwürdiges und mäßig gespieltes Melodrama. Mit einer unterforderten FRITZI HABERLANDT (derzeit Bühnen-“Lulu“ in Hamburg) und vielen “merkwürdigen“ wie langweiligen Motiven. Verschenkt (= 1 ½ PÖNIs).

Kennen Sie das? Sie sitzen vor fremden Bildern und empfinden den deutschen Synchronton dazu als völlig unpassend und verkehrt? So geschehen bei der Vorführung der deutschen Fassung des britischen Films “ERIK, DER WIKINGER“ von Terry Jones. Der entstammt bekanntlich der legendären britischen Anarcho-Komikertruppe ‘Monty Python‘ und ist auch im Kino für so manch derbe Späße wie “Die Ritter der Kokosnuss“ oder “Das Leben des Brian“ bekannt. Und auch in „ERIK, DER WIKINGER“ von Terry Jones (B+R; GB/Schweden 1989; 107 Minuten; Start D: 09.11.1989) geht es ziemlich chaotisch und mittelalterlich-verrückt zu.

Einer vom nordischen Wikinger-Nachwuchs, eben jener Erik, kriegt schon Mitte 20 seine Midlife-Krise und strebt nach Höherem und Sinnvollerem als immer nur prügeln, plündern und vergewaltigen. Erik will die Sonne endlich sehen und heimholen und begibt sich mit einigen Getreuen auf eine gefährliche, aberwitzige, haarsträubende Reise, um die schlafenden Götter zu wecken. So weit, so gut: die Bilder. Der Ton dazu aber hört sich andauernd völlig "neben der Spur" an. Man stellt sich dadurch andauernd die Fragen: Ist das lustig? Komisch? Witzig? Unterhaltsam? Mitnichten. Es ist grausam. Falsch. Doof. Der Film wirkt mit diesen aufgesetzten, primitiven, zotigen Worten, Sätzen und Anspielungen wie Fusel in einer Champagnerflasche.

“Erik, der Wikinger“ ist von der Synchronisation verhunzt, ist dadurch Gegröle statt Komik, wirkt nur peinlich und lächerlich (= 1 PÖNI).

ERIK IM LAND DER INSEKTEN" von Gidi van Liempd (B/NL/D 2004; 97 Minuten; Start D: 27.05.2005); ist der Debütfilm eines ehemaligen Szenenbildners und Werbefilmers, hatte auf dem vorjährigen Kinderfilmfest beim Filmfest München Erstaufführung und basiert auf dem gleichnamigen, 1972 erschienenen Kinderbuchbestseller von Godfried Bomans.

Erzählt wird von einem 10jährigen Jungen, der sich nach dem Tod des geliebten Vaters abgekapselt und zurückgezogen hat. Durch eine Laune des Schicksals schrumpft er auf Fingernagelgröße, reist ins Reich der Insekten, um dort viele Abenteuer zu bestehen und neuen Lebensmut zu finden. Phantasie- wie liebevoller Kinderfilm, mit teilweise feinem altmodischem Charme und "handgemachtem" Humor durchsetzt, bei dem es um Werte wie Mut, Freundschaft und Respekt gegenüber allen Lebewesen (und vor allem auch gegenüber den Kleintieren) geht. Angenehm unterhaltsam für Jung UND Alt (= 3 PÖNIs).

JULIA ROBERTS ist d e r Star in Hollywood. Ihre beiden romantischen Komödien “Notting Hill“ und “Die Braut, die sich nicht traut“ spielten zuletzt insgesamt mehr als 300 Millionen Dollar weltweit ein. Und mit rund 20 Millionen Dollar Gage pro Film gehört die 32jährige derzeit zu den Top-Verdienern im Film-Business. In ihrem neuen Film allerdings wechselt Julia Roberts nunmehr das Spiel-Feld: Aus einer lächelnden Kleiderstange wird eine politische Aktivistin. Der Film

ERIN BROCKOVICH“ von Steven Soderbergh (USA 2000; 130 Minuten; Start D: 06.04.2000) basiert auf Tatsachen.

Und Erin Brockovich ist eine authentische Figur. Als der Film einsetzt, ist die junge Frau aber fast am Ende. Die alleinerziehende Mutter von 3 Kindern hat zwei Scheidungen und soeben auch noch einen Autounfall hinter sich. Beim darauffolgenden Prozess geht sie jedoch leer aus. Daraufhin setzt sie verzweifelt ihren Anwalt unter Druck. Nicht nur ihr loses Mundwerk, sondern auch ihr Äußeres/ihr Outfit provoziert die Umgebung: knappe Miniröcke, enge Blusen, hochhackige Schuhe. “So einer“ traut man - zunächst - nichts zu. Doch Erin Brockovich erweist sich als Power-Frau, die keineswegs auf den Kopf gefallen ist, ganz im Gegenteil. Ihr neuer Nachbar, ein arbeitsloser Motorrad-Fan und -Bastler, hilft ihr und kümmert sich rührend tagsüber um ihre Kinder. So dass SIE sich ausgiebig und engagiert in eine Sache verbeißen kann, die nicht nur ihr Leben gründlich verändern soll.

In einer kleinen Stadt in der kalifornischen Wüste hat ein Großkonzern das Grundwasser verseucht. Seitdem sind viele Einwohner erkrankt oder verstorben. Erin recherchiert anfangs zufällig und stößt dann auf einen gewaltigen Umweltskandal und auf einen mächtigen Gegner.

Aschenputtel in Amerika. Aber nicht als schöne, unschuldige Prinzessin, sondern als ungebildete, aber willensstarke Proll-Feministin mit Courage und standesbewusstem Ton.

Regisseur STEVEN SODERBERGH gewann 1989 auf dem Festival von Cannes mit seinem Debütfilm “Sex, Lügen und Video“ den Hauptpreis, die “Goldene Palme“. Seitdem hat er Außenseiter-Werke wie „Out of Sight“ und „The Limey“ mehr oder weniger erfolgreich gedreht und gilt als cineastischer Kunstsachverständiger. Mit "Erin Brockovich" hat er nun einen charakter-spannenden wie politisch interessanten Hollywoodfilm mit STAR-Appeal als Auftragsarbeit abgeliefert: Ein Einzelne und ihre Emanzipation auf dem Terrain von Geschäft, Macht und Gesellschaft. Dabei folgt Soderbergh einfach und unspektakulär den wahren Spuren dieser Frau - ohne Mätzchen und Tricks. Während es Julia Roberts ausgezeichnet gelingt, jenseits von "Pretty Woman" in den Charakter einer ‘Frau aus dem Volk‘ einzusteigen. Die Auszeichnung mit dem "Oscar" als "Beste Hauptdarstellerin" hierfür ist vollauf gerechtfertigt. Ebenso aber ist die "auffallende", weil hervorragende Leistung vom ebenfalls "Oscar"-nominierten ALBERT FINNEY als zerknautschter, "herber" Anwalt-Vorgesetzter zu würdigen.

"Erin Brockovich", ein unterhaltsamer, prächtiger US- Wut-Film (= 4 PÖNIs).

DIE ERMORDUNG DES JESSE JAMES DURCH DEN FEIGLING ROBERT FORD" von Andrew Dominik (B+R; USA/Kanada 2007; 160 Minuten; Start D: 25.10.2007); einem unbekannten Australier, dessen Debütfilm "Chopper" ebenso unbekannt ist. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ron Hanson aus dem Jahr 1984 wird die Geschichte eines POP-STARS im auslaufenden "Wilden Westen" Amerikas erzählt. Eines Helden/Anti-Helden, der tatsächlich gelebt hat, es zu Lebzeiten bereits schon zum Mythos gewordenen Outlaw gebracht hatte. Das Hollywood-Kino hat ihn schon des Öfteren HELDENHAFT benutzt/"besetzt", wobei selten auf historische Genauigkeit geachtet wurde: Es begann bereits zur Stummfilmzeit 1921 mit dem Epos "Jesse James under the blag flag" mit Jesses Sohn Jesse James jr. in der Titelrolle.

Weitere Jesse-James-Filme waren "Jesse James - Mann ohne Gesetz" (1939/mit Tyrone Power), "Rache für Jesse James" (Fortsetzung von 1940 unter der Regie von Fritz Lang/mit Henry Fonda), "I shot Jesse James" (1949/von Sam Fuller) oder "The Last Days of Frank and Jesse James" (1986/mit Johnny Cash). Nun also die Story von Brutus und Judas, vom Vertrauten, der zum Verräter wird. Der Film nimmtt das letzte Lebensjahr von Jesse James ins Visier. Wir schreiben die Zeiten 1881/82. Jesse James ist für die Einen der ruchlose Mörder, der gemeine Bandit, der fiese Räuber. Für die Anderen im Staate ist er eine bewunderte Legende. Der sein Leben so eingerichtet hat, wie er es für richtig hält. Der sich in keine Ordnung fügt, der sich in keine Gemeinschaft einlässt, der keine Regeln beachtet/einhält/duldet. Unzählige Bücher/Groschenromane/Zeitungsartikel erzählen/berichten von ihm und seinen Bank- und Eisenbahnüberfällen. Auf seinen Kopf ist das größte Lösegeld ausgesetzt, das es jemals gab: 10.000 Dollar. Doch als wir "den wahren Jesse" im Alter von 33/34 Jahren erstmals sehen, blicken wir auf ein müdes Wrack. Das über-nervös, paranoid und gesundheitlich kaputt erscheint. Zermürbt zwischen der Tarn-Existenz als braver Bürger und dem Tagesgeschäft als Räuber. Er wirkt wie ein Art "Zombie", der nur noch auf das finale Ende wartet/hofft.

Bruder Frank hat sich schon aus dem Staub, in die bürgerliche Zivilisation gemacht, jetzt taucht das vaterlose "Bübchen", der 19jährige Bewunderer/Fan/Verehrer Bob, auf. Der sich einschmeichelt/einschleimt, der die Gier eines GROUPIES nach Ebenso-Ruhm zeigt. Hündisch ergeben wie innerlich vollkommen zerrissen. Begriffsstutzig wie auch bauernschlau. Da paart sich die Faszination "für seinen Herren" mit extremer Geltungssucht. Ein Niemand möchte endlich "erkannt/bekannt" werden; verlangt nach der Aufmerksamkeit/dem Interesse/den "Streicheleinheiten des Lebens". Man stelle sich ein dickes Buch vor. Als gewaltige Lektüre. Man beginnt darin zu lesen und kann nicht mehr davon lassen. So ist der Film. Er nimmt sich angenehm-ausgiebig Zeit. Für Personen, Bewegungen, Gedanken, für die Landschaften. Der weite Himmel, die Wolkenspiele, das Gras, die Bäume, die stummen Gesichter. Gesprochen wird nur das Nötigste.

So entsteht ein ambitioniertes, bildergewaltiges, atmosphärisches Western-Werk. Als psychologisches Drama. Spannend allemal, weil die beiden Hauptakteure Absicht + Bilder voll "tragen": Co-Produzent BRAD PITT spielt beeindruckend-zurückhaltend-dicht diesen Star-Verbrecher mit Todessehnsucht; "gibt" einen ganz düsteren und dennoch nicht unsympathischen Typ, und wie er diese emotionale Gradwanderung auslotet, ist ein Ereignis; und nicht minder außergewöhnlich ausdrucksstark erweist sich Partner CASEY AFFLECK. Der 32jährige Ben-Affleck-Bruder wird zum gefeierten Newcomer in dieser Kino-Saison, denn auch in seinem nächsten Leinwand-Auftritt - "Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel" (Start: 29. November) - überzeugt er immens. Mit seiner hell weinerlichen Stimme, den unsicheren Körperbewegungen, diesem stets schwer einzuschätzenden spätpubertären Charakter packt er hier als gefährlich-diabolischer Western-"Stalker".

GROSSEs Erzähl-/phantastisches Darsteller-Kino von knapp 160 faszinierenden Kino-Minuten (= 4 PÖNIs).

ESMAS GEHEIMNIS" von Jasmila Zbanic (B+R; Österreich/D/Kroatien/Bosnien; 90 Minuten; Start D: 06.07.2006), heißt im Original "Grbavica" und war bei der diesjährigen Berlinale der Siegerfilm/bekam den "Goldenen Bären". Grbavica heißt der Stadtteil Sarajewos, der während des Krieges von der serbischen Armee besetzt gehalten und in ein Kriegslager umgewandelt worden war, in dem die Zivilbevölkerung gefoltert und vergewaltigt wurde.

Der bosnische Film, mittlerweile mit Preisen überhäuft, handelt von einem "Bastard-Kind", seiner traumatisierten Mutter und der Frage, wer der Vater ist. Anhand einer sensibel wie realistisch nachgestellten Mutter-Tochter-Beziehung im heutigen Sarajewo thematisiert dieser aufwühlende Film die Massenvergewaltigungen serbischer Soldaten an bosnischen Frauen. Die gezwungen wurden ihre Kinder auszutragen. Und deren Kinder heute Fragen stellen. Der 99minütige Film, der auch ein überzeugendes Bild vom Alltag im heutigen Sarajewo liefert, hat in Bosnien und Serbien für Aufruhr gesorgt. Einerseits, weil es sich um ein Tabu-Thema handelt, andererseits, weil "die Sache" doch lieber weiterhin totgeschwiegen werden sollte. Denn die Frauen werden in Bosnien bis heute nicht als Kriegsopfer anerkannt, was nunmehr - über den Film - für Diskussionen gesorgt hat. Während in Banja Luka, dem serbischen Teil Bosniens, der Film als "unerwünscht" gilt und nicht gezeigt wird.

Ein unter die Haut/in den Kopf gehender einfühlsamer, traurig-wütend machender kleiner GROßER Film über eine bosnische Mutter, die jetzt über/durch ihre (geliebte) Tochter gezwungen ist, ihr Selbstschutz-Gerüst aus Lüge und Verdrängung endlich abzubauen, um sich der (grauenvollen) Verarbeitungs-Wahrheit zu stellen (= 4 PÖNIs).

Pfeil nach oben