„DIE FREMDE“ von Feo Aladag (B+R; D 2009; 119 Minuten; Start D: 11.03.2010); das ist eine in Wien geborene 38jjährige Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin, die eine Schauspielausbildung in Wien und London absolvierte und Psychologie und Kommunikationswissenschaften an der Universität von Wien studierte. Im Jahr 2000 schloß sie das Studium mit Promotion (Dr. phil.) ab. 2003/2004 war Feodora (wie sie eigentlich mit Vornamen heißt) Aladag Teilnehmerin an „Masterclasses“ der Europäischen Filmakademie bei Michael Radford und Mike Figgis im Regiefach und besuchte 2004/2005 im Rahmen eines Regieaufbaustudiums an der DFFB in Berlin Regie-Seminare von namhaften Regisseuren wie Stephen Frears, Mike Leigh, Bertrand Tavernier und Peter Lilienthal. Danach arbeitet sie als Werbefilmerin. Für die ARD-„Tatort“-Folgen „Mutterliebe“ (2003) und „Erfroren“ (2005) schrieb sie die Drehbücher. Desweiteren trat sie auch als Schauspielerin in Fernseh- wie auch in Kinofilmen („Meine schöne Bescherung“ von Vanessa Jopp/2007) auf. 2005 gründete Feo Aladag zusammen mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Züli Aladag („Adolf-Grimme-Preis“ 2006 für „Wut“), die Produktionsfirma „Independent Artists“; „Die Fremde“ ist der erste Kinofilm dieses Unternehmens und hatte kürzlich Uraufführung innerhalb der Berlinale-Sektion „Panorama“.
Es ist ein Spielfilm mit einem längst überfälligen aktuellen Gesellschaftsthema unserer Tage; Stichwort „Ehrenmord“. Dabei gibt ein vorangestelltes Zitat im Presseheft das Motto, das gedankliche Ziel aus: „ES GIBT KEINEN EHRENMORD UND KEINEN EIFERSUCHTSMORD. ES GIBT NUR MORD“ (Sema Meray, Autorin des Stückes „Wegen der Ehre“). „Die Fremde“, das ist die 25jährige, in Berlin geborene Umay. Die lebt mit Ehemann Kemal und dem kleinen Sohn Cem in einem Vorort von Istanbul, inmitten eines tristen Hochhausblocks. Kemal ist regelmäßig gegenüber Frau und Sohn extrem gewalttätig, die Ehe ist zerrüttet. Also flüchtet Umay zurück nach Berlin, wo sie künftig selbstbestimmt leben und arbeiten will. Auf die Unterstützung ihrer in Berlin seit vielen Jahren lebenden türkischen Familie kann sie jedoch nicht zählen, denn diese ist völlig zerrissen zwischen traditionellen Ehrvorstellungen und überholten Konventionen inmitten eines „deutschen“ Umfeldes. Obwohl Umays Vater seine Tochter innig liebt, fordert er sie auf, ihr „altes Leben“ weiterzuleben. Mit ihrem Sohn in die Türkei zu ihrem Mann zurückzukehren. „Alle reden über uns“, heißt es in der aufgewühlten Familie, zu der die „gehorsame“ Mutter sowie 3 Geschwister, zwei Brüder, eine Schwester, gehören. Als sich die häusliche Situation immer mehr zuspitzt, flüchtet Umay mit ihrem Sohn ins Frauenhaus. Doch die Wurzeln einfach so abreißen zu lassen und völlig losgelöst ein eigenständiges Leben zu führen, fällt ihr entsetzlich schwer. Immer wieder zieht es sie zu ihrer Familie zurück, um Verständnis einzufordern. Und als schließlich ihr Sohn von ihrem Ehemann in die Türkei entführt werden soll, kommt es zum Eklat.
Ein aufwühlender Film. Ein bewegender Film. Ein großartiger Film. Ein spannender Film. Mit einem „ungeheuren“ aktuellen Thema. Was verbirgt sich WIRKLICH hinter den vielen Schlagzeilen in Sachen „Ehrenmord“? Was „passiert“ dabei dort tatsächlich? Anonymes bekommt ein „aufregendes Gesicht“. Das eben NICHT auf der Gut-Böse-Klaviatur ausgerichtet ist, sondern mit tiefer Betrachtung, Annäherung, Beschreibung. Spannung. Natürlich provozierend. Auf sicherlich allen Seiten. Aber notwendig. Dringend notwendig. Um zu verstehen, um zu begreifen, um mitdenken zu können. Dabei sind die Beteiligten-hier keine plumpen Abziehbilder, sondern „nachvollziehbare“, glaubwürdige, zwiegespaltene Menschen. Und keine „Monster“. Mit denen sich zu befassen, mit denen sich auseinanderzusetzen hier lohnt.
Feo Aladag differenziert klug wie engagiert. Wagt sich couragiert wie packend an ein kulturelles Reizthema in Sachen Integration heran, das niemanden kalt lassen kann bzw. sollte. Denn das Glück dabei heißt SIBEL KEKILLI. Die 1980 in Heilbronn geborene Schauspielerin türkischer Abstammung wurde 2004, als Hauptrollen-Debütantin mit dem vielfach prämierten Fatiih-Akin-Film „Gegen die Wand“ bekannt und vielgelobt („Deutscher Filmpreis“). 2006 brillierte sie an der Seite von Josef Bierbichler in „Winterreise“. Hier nun überzeugt sie als Umay. Mit jeder Faser ihres Körpers, ihrer Bewegung, ihrer Sprache, ihres Ausdrucks, i s t sie diese gepeinigte junge Frau, die selbst über ihr Leben bestimmen, entscheiden möchte und dabei an seelische wie gesellschaftliche Grenzen gerät. Ebenso schmerzhaft wie nachvollziehbar wie wunderbar unaufdringlich verkörpert Sibel Kekilli diese in sich zerrissene, zerribene Deutsch-Türkin, die auf ihr eigenes Leben pocht. Eine außerordentliche starke darstellerische Leistung. Übrigens auch aus dem gesamten Ensemble, deren Auftritte bisweilen unter die Haut gehen (z.B. SETTAR TANRIÖGEN als Vater). Ein großartiger deutscher Gesellschaftsthriller. Aufregend. Aufwühlend. Angehend. Lob, Lob, Lob (= 4 PÖNIs).
„DIE FREMDE IN DIR" von Neil Jordan (USA/Australien 2007; 122 Minuten; Start D: 27.09.2007); irischer Regisseur, Drehbuch-Autor, Produzent + Schriftsteller vom Jahrgang ´50, dessen Filme wie "Mona Lisa" (1986), "The Crying Game" (1992/"Oscar" für das "beste Original-Drehbuch"), "Interview mit einem Vampir" (1994), "Michael Collins" (1996/"Goldener Löwe" von Venedig) oder "Jenseits der Träume" (1999) für ihren politischen wie emotionsgeladenen Charakter bekannt sind. Hier nun bemüht er sich, die dunklen Seite der menschliche Psyche zu durchleuchten. Und hat dabei eine ganz STARKE PARTNERIN an seiner Seite: Die 2fache "Oscar"-Preisträgerin und Mit-Produzentin JODIE FOSTER ("Angeklagt"/1988; "Das Schweigen der Lämmer"/1991), die zuletzt in den Thrillern "Panic Room" (2002) und "Flightplan - Ohne jede Spur" (2005) überzeugte.
Sie spielt hier Erica Bain, die sich als Radio-Moderatorin gerne mit dem pulsierenden GROSSstadtleben in New York befasst. Als sie mit ihrem Verlobten abends durch einen Park spaziert, werden sie von Gangstern bestialisch überfallen. Während sie dabei noch per Handy gefilmt werden, stirbt ihr Lebenspartner. Wochen später erholt sich Erica, ist aber traumatisiert. Die Behörden können ihr nicht helfen, sie beschafft sich eine Waffe. Fühlt sich fortan "gleichberechtigt". Benutzt diese zunächst in Notwehr, schließlich in Selbstjustiz. Die Medien berichten über einen "düsteren Racheengel". Der ermittelnde Polizist (Terrence Howard/"L.A. Crash") kommt ihr näher, ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Mit überraschendem Ende. "Eine Frau sieht rot". Doch längst nicht so plump wie einst Charles Bronson in dem Klassiker von 1974 ("Ein Mann sieht rot") und seine fünf unsäglichen "Death Wish"-Fortsetzungen.
Jodie Foster gelingt es durchaus, die Gebrochenheit/die Verzweiflung/die Paranoia ihrer Figur überzeugend auszudrücken; eine spannende "Dr. Jekyll/Mr. Hyde"-Psychose - s. auch deutscher Filmtitel (Original: "The Brave One"/"Die Tapfere") - vorzuführen. Wenngleich eine stetige "moralische Entrüstung" über diese "Pro-Lynch-Justiz-Show" die atmosphärischen Thriller-Bilder begleitet, gehört die Dauer-Sympathie dieser geschundenen Heldin, die ihre Ängste und Wut immer mehr ausrasten lässt. "Wie weit würdest Du gehen, wenn Du alles verlierst?", heißt es auf dem deutschen Film-Plakat tückisch???
Ein ebenso packender wie zutiefst verstörender Psycho-Thriller; ein typisches Ja-Nein-Spannungs-Movie zum Heiß-Diskutieren (= 3 PÖNIs).
„DER FREMDE SOHN“ von Clint Eastwood (USA 2007/142 Minuten); was haben der mittlerweile 73jährige WOODY ALLEN und der mittlerweile 78jährige CLINT EASTWOOD gemein - nun sie drehen inzwischen Filme „im Akkord“. Und werden dabei keineswegs schlechter, uninteressanter oder langweiliger, ganz im Gegenteil: Wie ein guter Wein…immer besser, schmackhafter, klassiger.
Das neueste Werk von Clint Eastwood, im letzten Frühjahr im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes erstaufgeführt, spielt im Los Angeles von 1928 und basiert auf einer wahren Geschichte, Als die alleinerziehende Mutter Christine Collins eines Abends von der Arbeit nach Hause kommt, ist der 9jährige Sohn Walter verschwunden. Möglicherweise entführt. Walter ist und bleibt verschwunden, die Mutter ist täglich auf der Suche nach ihm und „nervt“ die Polizei. Denn DIE ist zu dieser Zeit mehr mit Machterhalt und Selbstdarstellung beschäftigt als mit der Aufklärung von Verbrechen. Nach fünf verzweifelten Monaten aber scheint es doch noch ein Happy-End für Christine zu geben: Die Polizei präsentiert ihr auf dem Bahnhof einen kleinen Jungen, der ihr Sohn sein soll. Doch die Mutter ist sich absolut sicher, daß dieser Junge NICHT ihr Sohn ist. Die Polizei, die ihr sowieso schon angeschlagenes öffentliches Image völlig gefährdet sieht, erklärt sie nun für unzurechnungsfähig und sperrt sie in eine psychiatrische Anstalt. Läßt Ärzte attestieren, daß es sich bei dem fremden Jungen NATÜRLICH um ihr Kind handelt, obwohl der fast 8 cm kleiner und beschnitten ist. Dabei sind die Collins nicht jüdisch. Doch es hilft nichts, Code 12 findet Anwendung, mit diesem werden Frauen „zur Ruhe gebracht“, die ihre laute Klappe einfach nicht halten wollen. Doch inzwischen regt sich, formiert sich „draußen“ Widerstand. Der Presbyterianer-Pater Briegleb (JOHN MALKOVICH) mobilisiert Anwälte und Demonstranten. Zugleich entwirrt sich parallel einer der furchtbarsten (Kinder-)Serienmordfälle in der Geschichte der USA. Los Angeles: Keine sonnige Stadt der Engel, sondern ein eher schmuddliger, nasskalter, unwirtlicher Ort. Wetter- wie seelenmäßig.
Schon die ersten Bilder von Kameramann TOM STERN; der seit mehr als 20 Jahren mit Clint Eastwood zusammenarbeitet, signalisieren – gemeinsam mit den jazzig-melancholischen Klängen von Eastwoods Musik: Hier beginnt ein emotional-packendes wie SEHR atmosphärisches Drama. In einer ziemlich miesen, unmoralischen Welt. „Changeling“, so der Originaltitel, zieht sofort in den Bann, fasziniert durch seine Dichte, Kühle, Charakteren-Nähe. Und Sorgfalt: Nie wird spekulativ argumentiert, sondern stets plausibel. Und: Die Spannung ist auch deshalb enorm, weil – wie eigentlich immer in den Filmen des zweifachen „Oscar“-Preisträgers („Erbarmungslos“; „Million Dollar Baby“) – das Ensemble ausnahmslos bestens zusammengesetzt wurde und entsprechend agiert: Die bei uns weniger bekannten JEFFREY DONOVAN (als gnadenloser Gesetzeshüter, der seine Macht „genüßlich“ ausübt) und JASON BUTLER HARNER (als psychotischer Kindesmörder) sind stark in ihren – unangenehmen – Figuren, aufregend- präsent, bestürzend „echt“. Den Film aber „führt“ eindringlich wie beeindruckend ANGELINA JOLIE. Die zwischen tränenreicher Verzweiflung und unbeugsamem Willen klug-emotional aufwühlt und überzeugt. Eine exzellente Leistung. „Der fremde Sohn“ oder: Ein SEHR spannendes, ein SEHR nahegehendes, ein aber auch interessant-wütendes Meisterwerk. Denn die aktuellen Verweise sind unüberseh- bzw. unüberhörbar: Ein Staat, der seine Bürger entmündigt, zum Narren hält, zwingt diese zwangsläufig, dagegen anzugehen. Wenn das filigrane Autoritätsgebilde zerbröselt, weil einer nicht mehr lügt und die Anderen nicht mehr glauben, sind wir doch im (USA-)Heute angekommen. Oder? (= 5 PÖNIs).
„FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN“ von Will Gluck (Co-B+R; USA 2010; Co-Prod.: JERRY ZUCKER/“Die nackte Kanone“; 109 Minuten; Start D: 08.09.2011); heißt im Original „Friends with Benefits“ und hat entfernt etwas mit den Geschlechter-Kabbeleien von Katherine Hepburn & Spencer Tracy („Die Frau von der man spricht“/1940) und „nah“ etwas mit denen von „Harry & Sally“ (1989) zu tun. Also keine Allerwelts-Dutzend-Komödie. Mit MILA KUNIS & JUSTIN TIMBERLAKE in einer modernen Screwball-Performance. Als Jamie + Dylan. ER hat gerade ein Liebesdesaster hinter sich und von Bindung die Faxen dicke; SIE ist eine toughe „Einkäuferin“, sprich attraktive Headhunterin, die ihn, den smarten Webdesigner, von Los Angeles nach New York für den lukrativen Job bei einem angesagten Lifestyle-Magazin lotst. Da auch die temperamentvolle Jamie dank „einschlägiger Erfahrungen“ so gar nichts von fester Beziehung – im Moment – hält, kann eigentlich nichts „passieren“. Außer „dem bisschen Sex“. Was macht das bzw. DER schon aus. „Sex ist etwas rein Körperliches - so wie Tennisspielen“, motiviert er sie zur „absichtslosen“ regelmäßigen Regulierung des Hormonhalshalts. Als „nur“ gute Freunde. Gedacht, getan. Theorie und Praxis. Natürlich „funkt“ es. Aber „brav“, na ja, halten sie am vereinbarten Arrangement fest. Was für emotionalen und anderen Zündstoff sorgt. Und zu vielen heftigen Frotzeleien führt. Und für irre Flash-Mob-Szenen im Grand Central Station von „typisch-verrückt“ New York.
Witzig, diese neue Chose. Um Männlein und Weibstück. Mit quirligen Pointen. Luftig. Witzig. Frech. Cool. Ironisch-kess. Weil beide prima „in Stimmung“, in Wallung geraten: Die schöne, temperamentvolle MILA KUNIS und der gutaussehende Pop-Hero JUSTIN TIMBERLAKE. Die „dunkle Ballerina“ aus „Black Swan“ und der verklemmte Pädagoge aus „Bad Teacher“ (und immerhin der Ex von immerhin Britney Spears/Cameron Diaz + Jessica Biel). Beide fackeln prächtige erotische Knaller ab. Bei denen es ständig knackig knistert.
Klasse: Auch die Nebenparts und Stichwortgeber sind stark, sind hervorragend gesetzt: WOODY HARRELSON als „dampfender“ schwuler Sportreporter ist eine Wonne für sich. Die erst in der Vorwoche hochgelobte PATRICIA CLARKSON (in „Cairo Time“) glänzt auch hier „klein“ als Jamies lebenslustige Hippie-Mama mit lockerer Exzentrik. Während der phantastische RICHARD JENKINS („The Visitor – Ein Sommer in New York“) mit sehr viel Einfühlungsvermögen den an Alzheimer erkrankten Dad von Dylan sensibel mimt. Und so für die tragisch-menschliche Erdung sorgt.
Der New Yorker Regisseur Will Gluck („Einfach zu haben“/2009; „Fired Up!“/2008) und seine Co-Drehbuchautoren Keith Merryman und David A. Newman haben ein vergnügliches, ein hippes Feel-Good-Movie geschaffen. Als Hollywood-Spaß mit viel Gute-Laune-Pop (= 4 PÖNIs).
„FREUNDINNEN“ von Gary Marshall (USA 1988; 123 Minuten; Start D: 17.08.1989); darin ist BETTE MIDLER das Trumpf-As.
In der Geschichte um die langjährige Freundschaft zweier Frauen bestimmt sie die Szenerie und Stimmung. Es geht um die kesse, quirlige CC und die wohlerzogene, ruhige Hillary (BARBARA HERSHEY). Man hat sich im Kindesalter getroffen und gemocht, sich über Jahre per Briefwechsel Neugier und Freundschaft erhalten, und dann, im New York der ausgehenden 60iger, zieht man zusammen. Hillary probt den ersten Ausbruchsversuch aus dem gutbürgerlichen Zuhause, CC hilft über die Runden zu kommen. Zoff gibt‘s, als sich beide in denselben Kerl verlieben. Als Hillary nach Hause zurückkehrt, weil ihr Vater im Sterben liegt, bleiben sie wie gehabt brieflich in Kontakt. Aber Karriere und Privates verlaufen bei den beiden Frauen nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben. Auch untereinander sind mittenmal Streitigkeiten angesagt. Kurzum, ein ganz normales, schönes, chaotisches Leben läuft hier ab.
In der diesmal klugen Mischung aus Melodram, Seifenoper und Komödie. Mit einer überragenden Bette Midler, die nicht nur als Show-Star, sondern nun auch als großartiger Clown und sensible Charakterschauspielerin glänzt. Aber auch, weil das Drehbuch, Dialoge und Pointen, wie maßgeschneidert sitzen. Die Midler ist phantastisch, “Freundinnen“ ist ein Juwel von Film (= 4 ½ PÖNIs).
In dem neuen Film von Eric Rohmer, dem mittlerweile sechsten in seiner herrlichen Reihe um “Komödien und Sprichwörter“, geht es um das stressige Gefühls- und Seelenleben zweier junger Frauen namens Blanche und Lea.
Im Filmtitel wird schon ihr Problem angerissen: „DER FREUND MEINER FREUNDIN“ von Eric Rohmer (B+R; Fr 1987; 103 Minuten; Start D: 14.04.1988).
Was ist das Geheimnis dieses Eric Rohmer? Da erzählt ein heute 67jähriger abermals von den simpel anmutenden Freuden und Leiden des menschlichen Gefühls- und Geschlechtslebens, und man sitzt wie gebannt vor diesen Darstellern und ihren Worten. Man ist fasziniert von dem Ringen um Liebe Verständnis, Zuneigung. Man verspürt Spannung bei Problemen wie Eifersucht oder ganz einfach bei der Begegnung zwischen zwei Menschen. Es ist amüsant, es ist charmant, es ist das wunderbare Gefühl einer intelligenten Leichtigkeit, das sich hier einstellt.
Eine in der Tat unglaubliche Komödie, eine Poesie zum Anfassen und Vergnügen: “Der Freund meiner Freundin“ von Eric Rohmer (= 4 PÖNIs).