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Filmtitel von Ia - Icg

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

I AM LEGEND" von Francis Lawrence (USA 2007; 101 Minuten; Start D: 10.01.2008); der 2005 sein Spielfilm-Debüt mit dem Exorzisten-Thriller "Constantine" (mit Keanu Reeves) hatte.

Der studierte Filmemacher schuf zunächst Musik-Clips und hatte damit viel Erfolg: 2002 kürte ihn die Music Video Production Association (MVPA) zum "Regisseur des Jahres"; 2003 wurde er "für seinen innovativen Ansatz" bei Justin Timberlakes "Cry Me A River" geehrt; die MVPA zeichnete ihn mit dem Preis "für das Beste Popvideo" und das "Beste männliche Video" aus. Zu seinen weiteren Projekten zählte im Übrigen auch das Will Smiths Video zu "Men In Black II".

Sein erster GROSSER Kino-Spielfilm nun, eine 150 Millionen-Dollar-Produktion, basiert auf dem 1954 herausgekommenen, gleichnamigen Science-Fiction-Erstlings-Roman des amerikanischen Schriftstellers RICHARD MATHESON; bei uns zunächst unter dem Titel "Ich, der letzte Mensch" und - 1982, als Neuauflage - unter dem Titel "Ich bin Legende" (bei Heyne) veröffentlicht. Der Roman-Bestseller wurde erstmals 1964 als "THE LAST MAN ON EARTH" mit VINCENT PRICE in der Hauptrolle verfilmt (allerdings bekam die Hauptfigur einen anderen Namen), wurde bei uns aber nie aufgeführt. 1971 war der Roman die Vorlage für den Science-Fiction-Klassiker "DER OMEGA-MANN" von Boris Sagal, mit CHARLTON HESTON in der Hauptrolle.

Thema: In naher Zukunft führen die UdSSR und China einen Weltkrieg um Ressourcen und territoriale Interessen. Durch den Einsatz von biologischen Waffen wird die komplette Menschheit ausgelöscht, der Militärbiologe Robert Neville überlebt als einziger NORMAL-MENSCH. Und muss sich nächtens gegen die durch das Bakterium mutierten lichtempfindlichen wie psychotischen "Rest-Menschen", die sich "Die Familie" nennen, zur Wehr setzen.

In der aktuellen Version verkündet - im Vorspann - eine stolze Wissenschaftlerin (Emma Thompson mit Kurzauftritt) im Jahre 2009 in den Fernsehnachrichten, dass es nunmehr gelungen sei, ein genetisch hergestelltes Anti-Krebsmittel herzustellen. SCHNITT. 3 Jahre später, also 2012, blicken nun WIR auf die Folgen: Die 6 Milliarden-Menschheit ist durch eine Epidemie ausgelöscht, der Moloch New York ist eine verwaiste, wildwuchernde Metropole. In der sich teilweise TIERE wie Rehe, Hirsche und Löwen bewegen...Und der letzte menschliche Überlebende, der Wissenschaftler Robert Neville. Seltsamer- wie unbekannterweise ist er gegenüber der Seuche IMMUN. Deshalb bemüht er sich auch, seine eigene Immunität zu erforschen. Um Nahrung heranzuschaffen, rast er im roten Mustang mit Vollgas durch die Straßenschluchten New Yorks, wo überall die "Reste der Zivilisation" zerfallen und in den Rissen des Asphalts das Unkraut sprießt, während die aufgescheuchten Tiere zwischen den verlassenen Schrott-Autos im Galopp davonspringen. In seinem Schoß ein Gewehr, auf dem Beifahrersitz seine einzige Ansprechpartnerin, die Schäferhündin Sam. Um sich die Zeit zu vertreiben, wird auf einem Flugzeugträger im Hafen Golf gespielt, während zwischen den Wolkenkratzern der angebaute Mais blüht. Eine apokalyptische Dauer-Ruhe-Stimmung. Solange die Sonne scheint. Ist sie untergegangen, kriechen SIE aus ihren dunklen Schlupflöchern: Diese lichtscheuen, verseucht-mutierten Zombie-Gestalten, die wie haarlose Wasserleichen aussehen und sich wie blutlüsternde Vampire benehmen. Und die natürlich Jagd auf IHN machen, auf Robert Neville, der sich in einem Haus technisch hochgerüstet wie verbarrikadiert hat, um zu forschen, um ZU ÜBERLEBEN. Mit Sam. Doch dann begeht auch er Fehler. Schwerwiegende. Mit bösen Folgen.

Ein Klasse-ACTION-Film. Mit CHARAKTER-Geschmack: Hollywoods Superstar, der heute 39jährige WILL SMITH, der sich mit Hits wie "Das Streben nach Glück" (mit seinem Sohn Jaden), "I, Robot", "Men In Black I+II" (gemeinsam mit Tommy Lee Jones), "Ali" ("Oscar"-Nominierung) und "Der Staatsfeind Nr.1" (mit Gene Hackman) hochgefightet hat, mimt bei dieser Post-Apokalypse-Pur den LETZTEN MENSCHEN mit viel Kraft, Gefühl, überzeugendem (Körper-)Ausdruck und spannender Typen-Power. Wenngleich natürlich die vielen faszinierenden Motive von der toten Großstadt New York extrem gelungen sind/reizen und für zusätzliche Gedanken-Nahrung sorgen. Motto: Alles WIRKLICH so unmöglich??? NUR Kino-Fiction???

Also: Schau- UND Denk-Wert enorm. Ein stimmungsvolles, SEHR atmosphärisches und dann auf beeindruckende Krach-Touren kommendes Prima-ACTION- und NERVEN-KINO. Das dann ganz am Ende bedauerlicherweise auf die heute vielfach üblichen hollywoodschen Lieber-Gott-Bibel-Interpretationen nicht verzichten will, aber im Grunde ist - bei dieser erzkonservativen Religions-Fundamental-Symbolik - dann bereits der hervorragende und SEHR unterhaltsame Endzeit-Thriller längst zu Ende...(= 4 PÖNIs).

Trickfilme sind derzeit in Mode. Allerdings werden sie nun nicht mehr mühselig mit der Hand hergestellt, sondern: Trickfilme entstehen. jetzt fast ausschließlich nur noch am COMPUTER! Dennoch ist ihre‘ Beliebtheit beim Publikum ungebrochen. Produktionen wie “Shrek“ oder “Die Monster AG" zählen zu den Lieblingsfilmen des Kino-, Video- und DVD-Publikums. Weltweit. Kein Wunder also, dass bei der diesjährigen “Oscar“-Verleihung am kommenden Sonntag in Los Angeles erstmals auch ein “Oscar“ für den “besten Trickfilm“ vergeben wird. Vorher allerdings kommt bereits wieder so ein neuer Animationsfilm auf den Markt.

Titel: „ICE AGE“ von Chris Wedge undCarlos Saldanha (USA 2001; 75 Minuten; Start D: 21.02.2002). Und: Nach der Disney-Firma und Steven-Spielberg “Dreamworks“-Studios bemüht sich hier nun die Technik-Abteilung des traditionsreichen "20th-Century-Fox"- Unternehmens um den Erfolgs-Anschluss in diesem Genre.

“Ice Age“ oder: Der Titel ist Programm. Es war einmal. Während der EISZEIT. Vor sehr langer Zeit also. In jenen Tagen sorgt der Urzeitbewohner Scrat für reichlich irdische Unruhe. Scrat, eine kauzige Mischung aus Eichhörnchen und Ratte, sieht es als Lebensaufgabe an, eine Eichel als Spar-Futter in die harte Erde zu rammen. Doch bei diesen Versuchen löst das Rattenhörnchen regelmäßig Lawinen und andere Katastrophen aus. So dass die zwei- und vierbeinigen Bewohner des Planeten ständig “unterwegs“ sind. Um neue Überlebensplätze zu suchen. Bei. einem solchen Trip stoßen drei höchst unterschiedliche Viecher aufeinander: Das eher brummig-gemütliche Mammut Manfred; das ständig herum plappernde Schabernack-Faultier Sid und der brummige Säbelzahntiger Diego. Ein Menschen-Baby hat diese unfreiwillige Partnerschaft zusammengeführt. Während Mammut und Faultier das Findelkind wieder zu den Menschen zurückbringen wollen, hat Tiger Diego ganz andere. finstere Absichten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

DABEI, das bedeutet hier vor allem: “Ice Age“ oder: Die komische Plünderung der besseren Trickfilm- Geschichte. Denn hier werden u.a. Klassiker wie “Das Dschungelbuch“ oder “Der König der Löwen“ ebenso zuhauf zitiert und variiert wie der letzte Hit “Shrek“. Dabei fahrend im Spaß-Zirkus: Das schwergewichtige, gutmütig-sarkastische Manfred-Mammut. Das mit sich im Reinen ist und eigentlich auf Gesellschaft gar keinen Wert legt. Und sich auch deshalb von seinem aufdringlichen 'Freund' Sid mächtig genervt fühlt. Zumal der auch noch für jeden Unsinn zu haben ist. Und für jede Pointe gut ist. Während: Diego-Tiger ziemlich unheimlich daher grummelt. Einzig das Baby…‚ also DAS bleibt ziemlich gelassen bei all dem vielen Trubel drum herum.

“Ice Age“ oder: Ein poppiges Vergnügen. Übrigens auch sprachlich. ARNE ELSHOLTZ, der sonst zum Beispiel Tom Hanks synchronisiert, hat diesmal Mammut Manfred verbal bei guter Laune. OTTO WAALKES darf sich spitzzüngig-frech mit der Kommiss-Perle Sid austoben; und THOMAS FRITSCH stellt seine unheimliche Bariton-Stimme Tiger Diego zur Verfügung. Ein Prima-Gespann, in jeder Hinsicht. Abenteuer, Sprüche, köstliche Tier-Typen und viel Bildwitz, das ist der neue Kinofilm “Ice Age“ von Regisseur CHRIS WEDGE. Einem ehemaligen Disney-Profi. Der hat Slapstick für Kinder stimmungsvoll programmiert. Und setzt auf freche Daueranspielungen für die Älteren. Insgesamt also ist “Ice Age“ ein familienfreundliches Angebot: Putzig, gagig, raufig. Der Unterhaltungswert ist enorm. Vor allem auch, weil Blödel-OTTO endlich einmal wieder zu verbaler Höchstform aufläuft:2

75 Millionen Dollar hat dieses neue Trick-Spektakel aus Hollywood gekostet. Jede digitale Minute kostete also 1 Millionen Dollar. Doch der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: In den USA kalauerte sich der Film am Premieren-Wochenende sogleich an die Kino-Spitze (= 4 PÖNIs).

ICE AGE 2: JETZT TAUT'S“ von Carlos Saldanha (USA 2006; 91 Minuten; Start D: 06.04.2006); dem Co-Regisseur beim (sehr) erfolgreichen ersten Animations-Happening von 2002 (rund 7 Millionen Zuschauer allein hierzulande), während der damals verantwortliche Regisseur Chris Wedge hier nun als Produzent fungiert.

Es ist also wieder da, das herrliche Dreigestirn aus der Eiszeit, bestehend aus dem sturen MAMMUT MANFRED (jetzt "Manny“); dem prähistorischen FAULTIER SID sowie dem immer etwas undurchsichtigen SABELZAHNTIGER DIEGO. Dazu erneut an ihrer komischen Seite: Dieser undefinierbare, hyperaktive Urzeit-Nager SCRAT, eine Mischung aus Eichhörnchen und Ratte, das personifizierte RUNNING-GAG-Hörnchen, dessen Lebensinhalt offensichtlich immer wieder einzig darin besteht, eine Eichel in das Eis zu hauen oder aus dem Eis zu ziehen oder selbige Nuss ins Erdreich zu bugsieren (und damit, ganz ulkig-klar, auch wieder für regelmäßige Katastrophen zu sorgen). Das Ganze: Ein AMÜSANTER NACHSCHLAG zum Original-Hit. Wobei es jetzt um Familienplanung, die Sintflut und überhaupt den GANZEN VERDAMMTEN (Abenteuer-) QUATSCH DES LEBENS geht, also eben auch und vor allem wieder um wortwitzigen Schabernack und prima-absurden Humor.

Dazu wurden feine neue Animationsgestalten kreiert wie das hübsche, selbstbewusste Mammut-Weibchen Ellie, das mit der aufreizenden deutschen Julia-Roberts-Stimme von DANIELA HOFFMANN köstlich-ironisch ausgestattet ist. An ihrer ständigen Seite befinden sich, mit jungmännIichem Imponiergehabe, ihre beiden Opossum-“Brüder“ Crash und Eddie als vorlaute, freche Störenfriede und kesse Witzbolde. Apropos Stimmen: Viel “funktioniert“ natürlich auch und gerade wieder über die herrlichen deutschen Vokal-Kanonen wie der Tom-Hanks-Stimme ARNE ELSHOLTZ als Mammut “Manny“, THOMAS FRITSCH als Tiger Diego und vor allem OTTO WAALKES als Faultier Sid.

“Ice Age 2“ sieht sich also nicht nur wieder hübsch-launig an, sondern plustert sich auch erneut stimmlich schön-gagig-bunt auf. Und kommt mit einer himmlisch-sadistischen Schlusspointe daher. Hey, das macht wieder gut SPASS (= 4 PÖNIs).

ICE AGE 3 - Die Dinosaurier sind los" von Carlos Saldanha und Michael Thurmeier (USA 2008/2009; 96 Minuten; 01.07.2009); der 40jährige brasilianische Animations-Regisseur Carlos Saldanha, der seit 1993 in den USA arbeitet und inzwischen zu den kreativen Köpfen der „Blue Sky Studios“ zählt (die für die Filmfirma „20th Century Fox“ produzieren), war 2001, beim ersten „Ice Age“-Movie, Co-Regisseur (gemeinsam mit Chris Wedge) und führte 2005/2006, beim 2. „Ice Age“-Spaß („Jetzt taut´s“), Allein-Regie. Dieser 2. „Ice Age“-Film war übrigens hierzulande 2006, mit 8,7 Millionen Kinobesuchern, der erfolgreichste Jahresfilm. INSGESAMT spielten die ersten beiden „Ice Age“-Streifen weltweit knapp 1 Milliarde Dollar an den Kinokassen ein. Daß damit eine 3. Folge vorprogrammiert war, liegt auf der Hand.

Diese 3. Folge nun, soviel darf vorab verraten werden, „hält mit“, ist keineswegs ein plumper Fortsetzungsstreich, sondern ein neuer, eigenständiger Groß-Ulk. Wobei die Protagonisten bekannt sind: Mammut MANNI; Partnerin ELLI; das lispelnde Plappermaul-Faultier SID; der Säbelzahntiger DIEGO. Plus den beiden Opossum-Rabauken Crash & Eddie. UND, natürlich, das einst nur für einen Vorspann-Nebenpart vorgesehene Super-Katastrophen-Tier SCRAT, eine Art Eichhörnchen-Ratte bzw., wie es im Presseheft heißt, das „unermüdliche prähistorische Säbelzahneichhörnchen, dessen hauptsächliche Existenz darin besteht, eine „widerborstige Eichel“ unter Dauerkontrolle zu bekommen. (Für sein entnervendes Quietschen, Kreischen, Schreien, Stöhnen und Ächzen ist stimmlich Chris Wedge zuständig, Co-Regisseur von Teil 1 und danach jeweils „Ausführender Produzent“). Scrat war einst nicht nur für die große Eisschmelze mitverantwortlich (die die nachfolgende Flut auslöste), sondern bekam es bekanntlich auch mit Killerfischen zu tun, die ihm „unfreundlich“ begegneten. Trotz aller Anstrengungen gelang es ihm aber nie, diese geliebte, aber schwer zu handhabende Eichel gänzlich „einzufangen“. Immer wieder lief etwas schief. Wie auch hier. Gerade als Scrat einmal wieder drauf und dran ist, seine heißgeliebte Eichel endlich unter die Fittiche zu bekommen, taucht SIE auf, SCRATTE. Und DIE ist nicht nur attraktiv, sondern auch ganz schön listig. Und möchte natürlich auch die Eichel einheimsen. Ein Wirrwarr der Gefühle, der ewige, bekannte Machtkampf der Geschlechter, schließlich in einem „befreienden Tango“ köstlich-komisch endend, zur Musik des Lou Rawls-Klassikers „You´ll Never Find Another Love Like Mine“.

Soweit zu Scrat & Anhang. Dem RUNNING-GAG des Films. In dessen Mittelpunkt aber natürlich die neuen Abenteuer der MANNI-Family stehen. Nach Erdabkühlung und Erwärmung friert es nun wieder, so daß man nun thematisch „ins Private“ umsteigen kann. Weil sich bei Manni nunmehr alles um den bevorstehenden ersten Nachwuchs dreht, fühlen sich Sid & Diego vernachlässigt. In Sachen Freundschaft & Großfamilie. Während Diego meint, nun wieder „auf eigenen Raubtier-Füßen“ wandeln zu müssen, überkommen auch Sid VATERGEFÜHLE. Allerdings nicht AUF der Erde, sondern DARUNTER. Wo sich eine verborgene „Unter-Welt“ offenbart, die zufällig entdeckt wurde: Eine Dschungel-Erde, mit viel Urwald und vielen Urviechern. Hier ist nicht die eisige Stimmung „von oben“ angesagt und hier ist auch Nahrung in Hülle und Fülle vorhanden, aber: Hier befinden sich auch tückische Gegner. Stichwort: Dinosaurier. Der naive Sid hat 3 „herumliegende Eier“ mitgenommen, aus denen niedliche Dino-Babys ausschlüpften, und DIE sogleich adoptiert. Was Mama Saurier auf den Plan ruft. DIE ist alles andere als begeistert vom „neuen Papa“ und haut mit Kinderchen UND Beute, also Sid, „vollmundig“ ab. Wohl oder übel müssen die Freunde hinterher. Um Sid aus dem Schlamassel zu befreien. Angeführt werden sie dabei durch einen „einheimischen Führer“, den einäugigen Abenteurer Buck. Das Einsiedler-Wiesel, das hier zufällig gestrandet ist und sich dem ewigen Kampf mit Rudy, einem riesigen wie gefährlichen Dino verschrieben hat, führt sie nun durch eine Welt, in der große wie mittlere, böse wie sanfte Saurier ebenso auftauchen wie etwa fleischfressende Pflanzen oder dampfende Lava-Berge oder Knochenstraßen. Und auch Lachgas-Dämpfer mit folgender Kiffer-Stimmung oder etwa die Zwischendurch-Geburt bei Elli können sie nicht aufhalten: Am Ende steht das Hohe Lied von gemeinsamen Freunden, die durch dick und dünn gehen, wenn es darum geht, Einem von Ihnen aus der Klemme/Patsche zu helfen.

Das wird lustig, nett, ulkig, originell, temperamentvoll, stimmungsvoll, vergnüglich und augenzwinkernd-pointiert vorangetrieben; mit urigem Schelmen-Chaos und verwegenen Slapstick-Nummern. Und auch mit amüsanten Anspielungen an klassische Filmfiguren, denn „Indiy“ Buck sieht aus und benimmt sich wie eine Mixtur aus BURT LANCASTER in „Der rote Korsar“ und Kapitän AHAB aus „Moby Dick“ und erinnert bisweilen an den schrägen Piraten Jack Sparrow alias JOHNNY DEPP aus „Der Fluch der Karibik“. Ein verrückt-sympathischer Hero. Wie diese ganze Gemeinschaft hier, die für viel Vergnügen sorgt. Auch, weil wieder „die RICHTIGEN Stimmen“ zusammengekommen sind: Tom-Hanks-Sprecher ARNE ELSHOLTZ für Manni; „Julia-Roberts“ DANIELA HOFFMANN: der sonorige Bariton von THOMAS FRITSCH für Diego und natürlich Vollblut-Komiker OTTO für Sid; SIE bilden stimmlich erneut ein KLASSE-Stimmungs-TEAM. (Im Original sprechen: Ray Romano/Manni, John Leguizamo/Sid, Denis Leary/Diego, Queen Latifah/Ellie). Und sorgen mit für ein fröhliches, unbeschwertes Rundum-Vergnügen mit viel Unterhaltungs-„Schmackes“. Teil 4 kann geplant werden...(= 4 PÖNIs).

ICE AGE 4 - VOLL VERSCHOBEN“ von Steve Martino und Mike Thurmeier (USA 2010-2012; B: Michael Berg, Jason Fuchs, Mike Reiss; M: John Powell; 86 Minuten; Start D: 02.07.2012); im März 2002 tauchten sie hierzulande erstmals auf den Kino-Leinwänden auf  -  das gutmütige Mammut Manni, der nicht minder brummig-freundliche Säbelzahntiger Diego sowie das stetig plappernde Faultier Sid. Als tierische, sozusagen multikulturelle Patchwork-Family. Deren weitere Abenteuer ab April 2006 sowie zuletzt ab Juli 2009 auf viel Sympathiezuspruch stießen. Insgesamt fanden diese drei ICE AGE-Filme bislang rd. 25 Millionen Zuschauer allein bei uns in den Lichtspielhäusern. Die weltweiten Einnahmen für diese drei Animationsspäße betrugen an die zwei Milliarden Dollar (1.920 Milliarde präzise; 380 Mio Nr.1, 650 Mio Nr.2 sowie 890 Mio Nr.3). Klar, dass noch längst nicht Schluss ist mit den prähistorischen Tollhaus-Viechern. Und mit ihrem urigen „Weiter-Machen“.

Von Anfang an auch dabei, zunächst allerdings als reine Außenseiter-Figur: SCRAT. Diese aberwitzige Figur in der kauzigen Mischung aus Eichhörnchen und Ratte (im Presseheft zum 3. Film wurde sie als das „unermüdliche prähistorische Säbelzahneichhörnchen“ analysiert), deren hysterische „Running Gag“-Daueraufgabe es ist, eine (geliebte wie widerborstige) Eichel zu erbeuten, zu verlieren und jagend wiederzubekommen. Um diese zwischenzeitlich immer mal wieder ins Eis zu hauen, woraufhin permanent irdische Kollateralschäden ausgelöst werden, die für neue Karambolagen auf der Ur-Ur-Ur-Erde beziehungsweise unter den „menschelnden“ Tieren sorgen. Die DAS mal wieder alles „auszuhalten“ haben, was Scrat verursacht hat. DER rund um den Kino-Planeten eine riesige Fan-Gemeinde besitzt und deshalb längst auch eine „Hauptrolle“ in dieser filmischen Gemeinschaft übernommen hat. Und dessen chaotisches „Tun“ nun wieder einmal dafür sorgt, dass das vierte „Ice Age“-Abenteuer mit Vollkaracho starten kann.

Denn Scrat bemüht sich einmal mehr, endlich seine Nuss für immer „fassen“ zu kriegen. Landet am Mittelpunkt der Erde, beginnt dort munter herumzuhämmern, woraufhin sich die Kontinente „bewegen“. Auseinanderbrechen. Im Erdkern beginnt es zu brodeln. Die Ereignisse von Jahrmillionen reduziert auf spektakuläre, pompöse Action-Minuten. Ein großer Riss verläuft plötzlich durch die Erde. Gletscher bersten, riesige Gebirge stürzen ins Meer. Die Ozeane entstehen. Scrat, der gierige wie einfallsreiche Zerstörer, der wie ein irrer Hedge-Fonds-Manager herumrudert, um endlich seinen „Profit“ zu bekommen. Eine amüsante Metapher. Mit wüstem gedanklichem Aktualitätsgeschmack. Tierische Banker, durch deren Arbeit „Viele“ Schaden erleiden. Wie hier: Die Familie wird getrennt. Manni, der eigentlich schon genügend gestresst ist von seinem reizenden pubertierenden Mammut-Töchterlein Peaches, landet auf einer Eisscholle mit Diego und natürlich Sid, in dessen Schlepptau sich nun aber auch seine ziemlich fidele, ebenso extrem kurzsichtige wie köstlich eigensinnige Oma einfindet.

Während Manni-Frau Ellie mit Peaches und den anderen Urviechern bemüht ist, neues, sicheres Eiland zu finden. Um dort auf die Rückkehr „der Helden“ zu warten. DIE müssen sich unterdessen mit mehr oder weniger bekloppten Piraten herumschlagen, angeführt von einem mit extrem schlechten Zähnen ausgestatteten, sich ungehobelt gebenden, brummigen  Orang-Utan-Anführer. Und seiner tierisch „grenzwertigen“ Mannschaft (bestehend unter anderem aus  Zombie-Karnickel Squint, einem Dachs, der als Flagge herhält, dem unterbelichteten fetten Seelöwen Flynn sowie der exotischen Albino-Tigerin Shira, was nunmehr den Solisten Diego gegenüber „aufleben“ lässt). Man kommt sich prächtig -  und in echtem „wirkendem“, also wirkungsvollem 3 D  -  ins turbulente Gehege. Bevor der immer umfangreicher werdende Familienverbund wieder zusammenkommt. Und Scrat sogleich wieder mit der Eichel-Hämmerei beginnt…

„Ice Age 4 – Voll verschoben“ ist weiterhin Spiel und Spaß, bedeutet prima fröhliche, haarsträubende Turbulenzen. Ein Fortsetzungs-Jux, der wirklich fortsetzt und sich nicht auf Bewährtem wiederholend ausruht. Ganz im Gegenteil: Tolle flotte neue Slapstick-Ideen fließen in die „Weiter-Story“ ein; die Visualität bleibt auf komischem, atmosphärischem Spitzenanimations-Niveau, wobei auch „an den Rändern“ mit einigen wunderbar skurrilen Tiertypen  -  wie versklavte Hamster, die hinreißend tänzelnd (mit Sid) kommunizieren, einem pfiffiger Igel-Freund (von Peaches) oder mit den sich selbst freudig als „bekloppt“ bezeichnenden Opossum-Brüder Crash und Eddie  -  wieder für urige Figuren-Stimmung und vortreffliche Situationskomik gesorgt wird. Die beiden Regisseure Steve Martino („Horton hört ein Hu!“) und Mike Thurmeier („Ice Age 3“) und ihr 300 Mitarbeiter-Team sorgen für eine aufwändige (= allein für Diego wurden 4,23 Millionen Haare animiert !) wie clevere Pointenvielfalt, und zwar für jeden Besucher-Jahrgang. Hier kann sich JEDER sein individuelles Vergnügen „herausnehmen“. Herausfühlen. Herausdenken. Heraushören. In Bewegung, Gag oder Ideenvielfalt. Emotional wie cineastisch. Und vor allem auch: In der pointierten Ironie-Sprache. Dies hier ist eine köstliche Show!

Ein Highlight schließlich ist auch der Soundtrack des Briten JOHN POWELL, mit großem Orchester („The Hollywood Studio Symphonie“) und Chor eingespielt, und seine komplett überdrehte Bearbeitung des Beethoven-Klassikers „Ode an die Freude“, hier „Scrat’s Fantasia on a Theme by LVB“ genannt. Powells äußerst lesenswerter und aufschlussreicher Text zu seiner Bearbeitung findet sich komplett im Booklet-Text zum Score: „Eicheln schöner Götterfunken, Muttern aus Elysium, Wir betreten Eicheln trunken, Himmlische dein Heiligtum! Deine Zauber binden wieder, was die Natur streng geteilt, Nagetiere werden Brüder, wo dein buschigen Schwänze weilt!“ (= 4 PÖNIs).

P.S.: Natürlich, das hätte ich bei vieler Begeisterung beinahe vergessen mitzuteilen - NATÜRLICH sind „im Deutschen“ auch wieder die hervorragend passenden Promi-Stimmen von ARNE ELSHOLTZ (Manni), DANIELA HOFFMANN (die Julia Roberts-Stimme wieder für Ellie), OTTO WAALKES (Sid) und THOMAS FRITSCH (Diego) „vorhanden“. Und sorgen, mit den anderen vom Synchronteam, für erneut schönlustige Tonlaute. Also für die auch gute „hiesige“ Sprachlaune.

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