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Filmtitel von Jun - Jz

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

Mit wenig Geld macht das schwarze Multi-Talent Spike Lee amerikanisches Kino. Nach “She‘s Gotta Have It“, “School Daze“, “Do The Right Thing“ und “Mo‘Better Blues" heißt der neue, kesse Streich: „JUNGLE FEVER“ von Spike Lee (B, D+R; USA 1991; 132 Minuten; Start D: 24.10.1991).

Darin vereint er geschickt handfestes Leinwand- Entertainment und aktuelle gesellschaftskritische Botschaft. Die ist schwarzhumorig und böse, denn der Autor, Produzent, Regisseur und Schauspieler blickt in “Jungle Fever“ auf einen kleinen, modernen Mikrokosmos in Harlem, in dem Vorurteile, Neid, Intoleranz und blanker Rassismus dominieren und ein vernünftiges Miteinander sowie das Ausleben von echten Gefühlen unmöglich machen.

“Jungle Fever“ von und mit Spike Lee ist ein weiterer fulminanter schwarzer Realitätsstoff (= 4 PÖNIs).

JUNO" von Jason Reitman (USA 2007; 96 Minuten; Start D: 20.03. 2008).

Der 30jährige kanadische Drehbuch-Autor und Regisseur, Sohn des Komödien-Experten Ivan Reitman ("Ghostbusters"; "Staatsanwälte küßt man nicht"; "Twins - Zwillinge"; "Dave"), hatte schon im Vorjahr mit seinem Debüt-Spielfilm "THANK YOU FOR SMOKING" einen Außenseiter-Hit gelandet. DEN hat er nun in dieser Kino-Saison mit seinem 2. Film noch getoppt. Der Film wurde von den amerikanischen Kritikern begeistert aufgenommen und war dort auf vielen Top-Ten-Listen von 2007. Zugleich bekam der Film 4 "Oscar"-Nominierungen ("Bester Film"/"Beste Regie"/"Bestes Original-Drehbuch" und für Ellen Page als "Beste Hauptdarstellerin"); bekommen hat ihn DIABLO CODY für das "Beste Original-Drehbuch". Das gesamte Budget von 6,5 Millionen Dollar spielte der Film in den USA bereits nach 20 Tagen ein, bis Anfang März 2008 hatte er dort 132 Mio. Dollar und weltweit insgesamt 172 Mio. Dollar eingespielt. Und auch der SOUNDTRACK (mit u.a. Mott the Hoople, The Kinks, Velvet Underground...) platzierte sich unerwartet gut und war 10 Wochen lang das am meisten verkaufte Album.

Dabei ist - zunächst - das Thema eigentlich alles andere als unterhaltsame komödiantische Vermittelbarkeit: Die 16jährige Juno MacGuff ist schwanger. Der koboldhaften Schülerin aus einer Kleinstadt in Minnesota wird ein eher "ungelenker Nachmittags-Geschlechtsverkehr" mit einem eher Langweiler-Typen aus der Bio-Klasse in/auf einem Stuhl zum Verhängnis. Würde man jetzt den "normalen dramaturgischen Spuren" eines Hollywoodfilms folgen, müssten erst einmal alle ausrasten: Eltern, Erzieher, Freunde, kirchliche Seelsorger, Verwandte aus Nah und Fern, Nachbarn.

Das Gegenteil ist der Fall: ALLE-hier bleiben erst einmal - vergleichsweise - RUHIG. Vor allem Sie, Juno. Die ist eine ziemlich selbstbewusste, schlagfertige junge Frau, die mit ihrem Vater, der Stiefmutter und ihrer kleinen Schwester zusammenlebt. Als sie DENEN DAS "beichtet", sind weder Hysterie noch Herumschreien oder Vorwürfe-pur angezeigt, sondern das Sich-Stellen der neuen Situation. Juno, mit viel Grips, sarkastischem Humor und schön-frecher Klappe ausgestattet, handelt mit einem beneidenswert gesundem Menschenverstand. Stellt sich ihrer Situation und ihrer Umgebung, um sich sogleich auf die Suche nach Adoptiveltern zu begeben. Als eine Art "Bilderbuch-Ehepaar" gefunden ist, stellt sich dort nach und nach die schön-gestylte Fassade als "bröckelnd" heraus. Was auch wiederum mit Juno zu tun hat.

Augenzwinkernde Situationskomik, pointierter Wortwitz-zuhauf, charmante Unvernunft, überhaupt diese ganze SO-ungewohnte Sicht/Beschreibung/Erzählweise, Abläufe sind ungewöhnlich-außergewöhnlich bzw. permanent überraschend. Bereiten viel Sympathie-Vergnügen, sind genau in/mit der richtigen Balance zwischen Spaß und Tiefgang, zwischen Glaubwürdigkeit und Konstruktion, zwischen Gefühl und Ernsthaftigkeit ausgelotet. Unglaublich: Aus einer im Grunde ganz altbackenen Teenager-Geschichte wird eine herrlich BESCHWINGTE, prickelnd-unterhaltsame Komödie. Mit viel herrlichem Schnodder-Charme. Überzeugend vorgeführt durch den hinreißenden Unschulds-Trampel in der Haupt-/Titelrolle: Die 20jährige, DAFÜR "Oscar"-nominierte ELLEN PAGE spielt unverbraucht-natürlich wie hingebungsvoll-überzeugend diese 16jährige Kesse. Die mit der rebellischen, aber nicht übertriebenen, altklugen Coolniß; die mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, die mit dem patenten Umgangston.

Da auch das gesamte Ensemble (darunter: Michael Cera/neulich in "Superbad"; Allison Janney/"The Hours"; J.K. Simmons/schon in "Thank You For Smoking" mit-dabei/einer der profiliertesten Nebendarsteller in Hollywood, dessen Gesicht bisher mehr bekannt ist als sein Name...) in guter Stichwort-Stimmung und prima geführt ist, lautet das Fazit: Daumen absolut hoch!!!!

Gescheit, charmant, darstellerisch herausragend, also wieder so eine prima saisonale KINO-Außenseiter-Entdeckung mit höchst vergnüglichem Langzeit-Geschmack (= 4 ½ PÖNIs).

Mit dem heute 46jährigen Hollywood-Regisseur STEVEN SPIELBERG verbinden sich die erfolgreichsten Filme der Filmgeschichte. Unter den 20 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten gehen allein 6 auf ihn als Regisseur oder Produzent zurück. Hits wie “Der weiße Hai“, “E.T. - Der Außerirdische“ und die 3 “Indiana Jones“ Abenteuer seien stellvertretend genannt. Jetzt hat Hollywoods größtes “Kind“ wieder einmal zugeschlagen. „JURASSIC PARK“ von Steven Spielberg (USA 1993; 117 Minuten; Start D: 02.09.1993) heißt sein neuestes Spektakel.

Das hat rund 60 Millionen Dollar Produktionskosten verschlungen und bislang allein in den USA an der Kinokasse mehr als 500 Millionen Dollar umgesetzt. Während die Produktion, die ‘Universal-Studios‘ in Los Angeles, weltweite Lizenzgeschäfte in Milliardenhöhe erwarten. Denn: Zum Film gibt es mittlerweile rund 1000 “offizielle Jurassic Park-Produkte“ zum Kaufen: Von Büchern und Puppen, T-Shirts, Kaugummis, Socken, Computer bis zum Kopfkissen. Die Folge: “Jurassic Park“ ist nicht mehr nur “bloß“ ein riesiges Kino-Stück, sondern ist inzwischen eine weltweite Welle, Mode, ja ‘Kultur‘ geworden. Dabei geht es im Film bekanntlich um große Viecher, die längst ausgestorben sind: Um Dinosaurier. Übrigens überall nun freundlich nur noch als ‘Dinos‘ bezeichnet.

Die haben vor mehr als 65 Millionen Jahren existiert, doch der Mensch, obwohl erst lange nach ihnen auf der Erde aufgetaucht, hat nie aufgehört, sie zu vergessen. Sie waren die mächtigsten Geschöpfe, die es je auf der Erde gab, und nun sind sie auf einmal wieder da. In voller Größe und Kraft, und auf den Menschen zumeist gar nicht gut zu sprechen. Aber der Reihe nach, obwohl die Story von “Jurassic Park“ im Grunde nebensächlich ist: Ein Multi-Milliardär hat aus Vergnügen und Geschäftssinn auf einer Insel vor der Küste Costa Ricas einen gigantischen Freizeitpark eingerichtet. Die Attraktion dabei: “Richtige“, das heißt lebendige Dinosaurier in allen Variationen. Also harmlose, freundliche, pflanzenfressende, dann auch bedrohliche, fleischfressende und schließlich ganz mächtige Bösewichter, deren Namen unsere Kinder besser kennen als überforderte‚ staunende Erwachsene. Nach jahrelangen Forschungen ist es Gen-Technikern tatsächlich gelungen, diese einstigen Urzeit-Geschöpfe wiederauferstehen zu lassen. Der technische Begriff dafür heißt ‘klonen‘. Weil aber der eigentliche Feind des Menschen von Anfang an nicht das Tier, sondern seine eigene Spezies ist, nämlich der Mensch selbst, beginnt das perfekt geplante, arrangierte und geschützte Projekt bald schon mächtig “zu wackeln“. Gangster wollen Dino-“Raubkopien“, dadurch kommen die Park-Saurier frei und wenden sich natürlich gegen ihre Schöpfer. Und jetzt wird‘s ganz aufregend.

Der Film “Jurassic Park“ besteht im Grunde aus einer simplen Story, die letztlich nur dazu dient, diese wunderbaren, phantastischen neuen Tricks anzubringen und vorzuführen. Was hier mit Hilfe der Computeranimation, der Computerzeichnung, geschaffen wurde, stellt alles bisher Dagewesene absolut in den Film-Schatten. Dazu, dabei kommentiert Spielberg kritisch die moderne Gen-Wissenschaft mit ihren vielen unkontrollierbaren Versuchen und stellt sie als fragwürdige Zukunftsvision hin. Doch das Haupt-Feuerwerk gilt natürlich seinen “maschinellen“ Dinos, die eben so echt wirken, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Geschickt wird die Stimmung über sehr atmosphärische, grandios “inszenierte“ musikalische Effekte angeheizt, so dass die menschlichen Mitstreiter wie Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum oder der 70jährige Sir Richard Attenborough zwangsläufig zu Stichwortgebern degradiert werden und in den Hintergrund rücken.

Fazit also: “Jurassic Park“ ist ein technisches, aber dabei keineswegs seelenloses Fantasy-Märchen mit feinem ironischen Geschmack, einigen realkritischen Untertönen und viel Augenschmaus - Aha - Erlebnissen. Es ist zwar für Kinder ab 12 Jahren freigegeben, doch die sollten wegen einiger harter Szenen schon einigermaßen “robust“ sein. Auch wenn diese Momente dann doch immer wieder als das aufgelöst werden, was sie sind und bedeuten: Als Jahrmarkts - Ereignis der Spitzenklasse: Sprich, als das, was eben KINO auch ausmacht: Nämlich satte, perfekte, spannende, faszinierende Unterhaltung und Illusion.

“Jurassic Park“ von Steven Spielberg hat viel davon (= 4 PÖNIs)!

JURASSIC PARK III“ (USA 2001; 92 Minuten; Start D: 02.08.2001). DIE DINOSAURIER sind zurück. Auf der Leinwand und als…

... Primaten, also: Als die Menschenaffen. Die Rede ist, natürlich, von den intelligenten DINOSAURIERN. Die sind zwar, wie wir alle wissen, seit mehr als 65 Millionen Jahren von der Erde verschwunden, doch: Hollywood hat sie bekanntlich wieder “lebendig“ gemacht. Das erste Mal tauchten sie wieder im Sommer des Jahres 1993 auf. Mit und in dem 15. Kinofilm des Erfolgsregisseurs STEVEN SPIELBERG. Titel: “Jurassic Park“. Bei rund 60 Millionen Dollar Produktionskosten erzielte dieser faszinierende Illusions-Spuk weltweit umgerechnet etwa 1 ½ Milliarden Mark an Einnahmen. In Deutschland kamen mehr als 10 Millionen Besucher in die Kinos. Obwohl übrigens die computeranimierten Urzeittiere“ nur lediglich 7 Trickminuten lang zu sehen waren. Ganz klar aber, dass es bei diesem enormen Publikumszuspruch und Geschäft eine Fortsetzung geben musste. “Vergessene Welt - Jurassic Park“ hieß im Sommer 1997 Teil 2 der Dino-Saga.

Wieder war der Bestseller-Autor MICHAEL CRICHTON der literarische Zulieferer für den Stoff, der aus dem Dschungel kam. Während Steven Spielberg erneut Regie führte. Obwohl die digitale Trickserei die Dinos nunmehr über 20 Filmminuten herum hopsen ließ, fabrizierte Spielberg hier sein wohl schlechtestes Unterhaltungs-Spektakel: “Vergessene Welt — Jurassic Park“ war nur eine Seelen- und phantasielose Genre - Plünderei. Die sich aber wiederum an der Kasse SO sehr bewährte, dass Teil 3 nur eine Frage der Zeit war. Der liegt nun vor. Ohne Michael Crichtons Ideen übrigens, sondern von gleich 5 neuen Autoren zusammengezimmert. Und für Steven Spielberg, der sich nur noch als Mit-Produzent beteiligt, hat jetzt JOE JOHNSTON bei “ Jurassic Park III“ die Spielleitung. Der auch hierzulande mit Späßchen wie “Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“, “Jumanji“ und „Rocketeer“ bekannt gewordene Johnston landet hier einen künstlerischen wie auch unterhaltungsmäßigen TOTAL - FLOP. Ihm und seinem Team ist nun überhaupt nichts Neues mehr eingefallen. Ihr Produkt ist nur noch dazu da, um aus einem bekannten Muster so viel Einnahme - Geld wie überhaupt nur möglich... SCHNELL ZUSAMMENZUBEKOMMEN. Bevor es sich herumgesprochen hat, WIE BLÖD “Jurassic Park 3“ wirklich ist: Der Film ist nämlich DIE TOTALE geistige UNTERORDERUNG und GÄHN-SHOW.

Wieder mit von dar grauslichen Partie: Der von Sam Neill gespielte Forscher Dr. Alan Grant aus dem Original. Nachdem er damals den Horrortrip noch geradeso überlebt hatte, zog er sich zurück. Widmete sich fortan nur noch DEM STUDIUM der ausgestorbenen Riesenechsen0 Aber von wegen AUSGESTORBEN?!?: Die Dinosaurier existieren natürlich weiterhin. Haben sich sogar kräftig vermehrt und futtern am Liebsten, ganz klar, Menschenfleisch. Doch diese Nahrung ist seltener geworden, seitdem ihr Gebiet für die Öffentlichkeit gesperrt wurde. Wobei Dr. Grant dorthin sowieso nie mehr hinwill. Aber wie das Hollywood-Leben so spielt: Weil dringend neues Forschungsgeld benötigt wird, erklärt sich der Doktor dann doch bereit, eine reiche Interessentensippe bei einem Flug ÜBER die Dino-Insel kommentierend zu begleiten. Prompt passiert es: Man landet doch, April April, und alles fängt wieder von vorne an. Denn schon eilen die geklonten Tierchen aus den Büschen herbei, um mal wieder einen vernünftigen Happen einzunehmen. Der übertölpelte Doktor ist natürlich stinkesauer und schwört die Dinos ein für alle Mal zu beseitigen.

Wenn‘s doch bloß so kommen würde. Dann hätte der Blödsinn endlich ein Ende gefunden. Er kommt nämlich diesmal besonders uninspiriert, vorhersehbar und völlig spannungslos daher. Effekte rauf und runter; laute, aufdringliche, nervende Geräusche und Musik zuhauf; dazu immer dasselbe Motiv: Gefressen-Werden jetzt, später oder leider gar nicht. Während die zumeist gut geföhnten und dezent rasierten Akteure dumpfbackig durch Schlammmassen, Käfige oder Maschinenparks flüchtend robben. Das ist ebenso dämlich wie reizlos. Fantasy - Hokuspokus aus dem Billig- und Ramschladen. Aber: In den USA funktioniert auch dieser einfältige Hollywood-Aufguss: Kassenrekorde am ersten Start - Wochenende. Vielleicht sind die Kinobesucher bei uns ab Donnerstag ja klüger. Und BLEIBEN lieber in der Sommer - Sonne.... (= 1 PÖNI).

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