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Filmtitel von Laa - Lac

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

Im Blickpunkt des folgenden Kinogeschehens steht die Geschichte von Ritchie Valens. Seine Karriere als Musiker und Sänger dauerte nur ganze acht Monate, überdauerte aber Generationen. Ritchie Valens starb am 3. Februar 1959 im Alter von nur 17 Jahren und hinterließ einige unvergessliche Songs.

LA BAMBA" von Luis Valdez (B+R; USA 1987; 108 Minuten; Start D: 24.09.1987); erzählt seine Lebensgeschichte und die seiner unmittelbaren Familienumgebung. Dabei lebt dieser unterhaltsame Farbstreifen von seinen unverbrauchten, interessanten Hauptakteuren, von der schmissig eingefangenen Atmosphäre der Fünfziger und von den vielen guten Songs der Gruppe ‘Los Lobos‘. “La Bamba“ ist ein kleines Prachtstück von prallem Kintopp (= 3 ½ PÖNIs).

DAS LABYRINTH DER WÖRTER“ von Jean Becker (Co-B+R; Fr 2010; 82 Minuten; Start D: 06.01.2011); der heute 72jährige französische Drehbuch-Autor und Regisseur hat nicht so viele Filme wie sein prominenter Vater Jacques Becker („Wenn es Nacht wird in Paris“; „Das Loch“ ) geschaffen, wurde aber auch bei uns mit Werken wie „Sie nannten ihn Rocca“(1961/ mit Jean-Paul Belmondo); „Ein mörderischer Sommer“ (1983; mit Isabelle Adjani), „Elisa“(1995; mit Gerard Depardieu + Vanessa Paradis) bekannt. Zuletzt war er mit den Filmen „Dialog mit meinem Gärtner“ (2007; mit Daniel Auteuil) und „Tage oder Stunden“ (2009; mit Albert Dupontel) auch hierzulande in den Kinos. Für „La téte en friche“ (Originaltitel; übersetzt etwa: „Kopf im Leerlauf“ bzw. „Brachliegender Kopf“)) adaptierte Becker den gleichnamigen Roman der französischen Schriftstellerin Marie-Sabine Roger aus dem Jahre 2008, der bei uns im Februar 2010 unter dem jetzigen deutschen Filmtitel veröffentlicht wurde.

Wir befinden uns irgendwo in einer kleinen Ortschaft in der französischen Provinz. Dort lebt Germain als Gelegenheitsarbeiter und Analphabet. Der massige Typ in den Fünfzigern wird von seiner Mutter, die gleich nebenan, am gemeinsamen Garten, wohnt, tyrannisiert, verachtet. Im Kollegenkreis gilt Germain halt „als nicht besonders helle“; sozusagen als/ein belächelter naiver Idiot. Germain stromert „so“ durchs Leben, bis sich eines Tages auf einer Parkbank die über 90jährige Margueritte (tatsächlich, mit zwei t) zu ihm setzt. Beide mögen Tauben. Doch dem unbeholfenen Germain bereitet es Mühe, die 19 Tiere vor ihnen, denen er allesamt einen Namen gegeben hat, zu zählen. Ein kurioses Paar, dieser hünenhafte Kerl und die grazile Dame; er in Latzhose und im Karohemd, sie mit rosafarbener Strickjacke. Der tumbe Grobklotz und die kultivierte Madame. Die sich hier fortan öfter begegnen, treffen. Denn dies ist IHR Platz, um zu lesen. Um die Welt der Literatur einzuatmen. Irgendwann beginnt sie ihm vorzulesen. Aus Albert Camus „Die Pest“. Germain findet Gefallen daran. Zeigt sich überraschenderweise außerordentlich konzentriert. Interessiert. Bewegt. Wird bei ihren nun ständigen nachmittäglichen Begegnungen mehr und mehr zu einem (SEHR) aufmerksamen Zuhörer. Findet und empfindet Zugang zur Literatur, Bildung und Sprache. Zwei völlig gegensätzliche Menschen werden Seelenverwandte. Die Kollegen von Germain sind erst erstaunt und dann „entsetzt“ über ihren vermeintlichen Dummkopf-Kollegen, der sich mit Wissen füllt. Und dies nun auch „ausdrückt“. Formuliert. Mit „komplizierten“ Wörtern und ungeahntem Wissen. Und als Margueritte schließlich dem Alter Augen-Tribut zollen muss, wird Germain zu ihrem „Vorleser“.

Was für eine wunderbare Lektion; was für ein herrlicher Film; was für eine Hymne auf die Menschlichkeit und die Literatur!!! Mit diesem einfachen wie richtigen Verweis - Du kannst ES jeden Tag wollen, machen, haben, wenn du es nur willst. Du kannst dich an/in jedem Moment deines Lebens ändern. Verändern. Dich mit Dingen befassen, die du bisher nicht beachtet, geschweige denn bewundert hast. Worauf immer du neue geistige Lust verspürst, pack es doch an. Solange dafür noch (Lebens-)Zeit ist. Motto: KREATIVITÄT ALS CHANCE. Mit einem dermaßen SCHÖNEN optimistischen Gefühl und einer berauschend-inspirierenden Zuversicht packt dieser phantastische kleine Film, unterhält er prächtig. Weil er seine „simplen“ Ideen nicht nur über eine behutsame Inszenierung, mit seinen leisen Zwischentönen und tragikomischen Charakteren unaufdringlich vermittelt, sondern natürlich vor allem über seine beiden ausdrucksstarken, großartigen, „(zusammen-)passenden“ brillanten Hauptdarsteller.

GERARD DEPARDIEU ist Germain, dieses gutmütige Schwergewicht, mit jeder Pore und Bewegung. Mit jedem Blick und jeder Geste. Grandios. Ohne falsche (Be-)Rührung. Als überzeugende Bauch-Figur. Wobei: Depardieu scheint sich ja derzeit in filmischen Unterschichten-Figuren wohl zu fühlen, siehe neulich in/als „Mammuth“ oder kürzlich als etwas zurückgebliebener Konrad in der Martin-Suter-Roman-Verfilmung von „Small World“. Nicht minder formidabel ist aber auch seine Partnerin, die 95jährige Grand Dame des französischen Films, die berührende GISÉLE CASADESUS („Die Eleganz der Madame Michel“). Als zarte Alters-Pflanze mit „feinen Manieren und ebensolcher Sprache“ versprüht sie viel Esprit-Frische in einer Art heiter-melancholischer Alters-Jugendlichkeit. Eine ungemein charmante, kluge, liebenswerte Begleiterin.

Dieser französische Film macht glücklich. In Kopf und Bauch, im Herz und in der Seele. Nach dem Film bleiben die vielen glücklichen Erinnerungen sowie der sofortige Griff zum Buch. Zum Weiterhin-Gut-Fühlen (= 4 ½ PÖNIs).

LACHSFISCHEN IM JEMEN“ von Lasse Hallström (GB 2010; B: Simon Beaufoy; 107 Minuten; Start D: 17.05.2012); basiert auf dem gleichnamigen Erstlingsroman des heute 65jährigen Briten PAUL TORDAY, 2006 veröffentlicht (bei uns 2007 herausgekommen). Paul Torday, der einst Literatur studierte und ein leidenschaftlicher Angler ist, arbeitete bis zu seinem 59. Lebensjahr als Ingenieur-Unternehmer, bevor er mit dem hauptberuflichen Schreiben anfing. Sein Debütroman entwickelte sich zum Bestseller, der in 23 Sprachen übersetzt wurde.

LASSE HALLSTRÖM, Jahrgang 1946, zählt zu meinen Lieblingsregisseuren. Mit Filmen wie „ABBA: The Movie“ (1977), „Mein Leben als Hund“ („Oscar“-Nominierung 1988), „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1993/mit Jonny Depp + dem ganz jungen Leonardo DiCaprio), „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ (1999/Nebendarsteller-„Oscar“ für Michael Caine) sowie „Chocolate – Ein kleiner Biss genügt“ (2000/mit Juliette Binoche + Johnny Depp) sowie zuletzt mit dem tränenreichen Hunde-Drama „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ (2009/mit Richard Gere) hat er sich als „schwedischer Francois Truffaut“ erwiesen: Der Humanität verpflichtet, wenn es um zwischenmenschliche „Kabbeleien“ geht. Der längst in Hollywood etablierte Filmkünstler war sicherlich der „geeignete Griff“ für diesen exotischen, gefühlvollen Stoff. In dem es um den reichern jemenitischen Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama (AMR WAKED) geht, den eine Vision umtreibt, siehe Titel. Britische Lachse sollen in seiner wüstenreichen Region gezüchtet werden. Moderne Ökologie soll ein Umdenken, ein friedliches Umgestalten in seiner Heimat erzeugen. Dr. Alfred Jones, ein korrekter britischer Beamter mit verklemmten Frust-Charme (EWAN McGREGOR), der in London im Staatsdienst, im Referat für Fischerei und Landwirtschaft arbeitet und als internationale Kapazität in Sachen Lachs- und Forellenzucht gilt, hält das Ansinnen des Scheichs für undurchführbaren Blödsinn. Doch Patricia Maxwell, die ebenso energische wie skrupellose PR-Strategin des britischen Premierministers (ganz und gar köstlich scharfzüngig: KRISTIN SCOTT THOMAS), sieht hier die Chance für eine „positive Kampagne“ im derzeit (sehr) angespannten Verhältnis zwischen England und Arabische Welt. Und gibt folglich „Anweisungen“. Energische Order. Während der Scheich für die „ausreichende, komfortable Bezahlung“ sorgt. Das verbal „heiß diskutierte“ Projekt um „Lachse im Jemen“ kann in Planung gehen. Unaufhaltsam, obwohl sich besonders die mächtige Fischerei-Lobby in Britannien nun dagegen stemmt. Man duelliert sich listig. Hinterlistig. Wie es halt so „politisch korrekt“ zugeht. Bei Interessenskollisionen. Im Zirkel-Zirkus der Mächtigen.

Diese „Kollisionen“ tauchen nun aber auch „emotional“ auf. Durch die attraktive Harriet Chetwode-Talbot (EMILY BLUNT/die zickige Vorzimmer-Hyäne von Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“). Sie soll für den Scheich vor Ort alles regeln, organisieren, sieht sich aber nun mit eigenen aufwallenden Gefühlsbeben konfrontiert. Von wegen – zwei Kerle, zwei Bewerber. Um ihre „süßen Hände“ (sagen wir es mal so). Während Dr. Alfred im Job zwar „Spitze“, aber privat eher „naiv“ ist (sagen wir es mal so). Und auch nicht gerade „überglücklich“ mit seiner „stockigen“ Gattin ist. Das Melodrama winkt. Aber wie stets bei Lasse Hallström, nicht mit dem emotionalen Holzhammer, sondern mit behutsamen „inneren“ Bewegungen. Motiven. Entwicklungen. Unangestrengt. Charmant. Eher dezent. Wie auch in der angenehm-sensiblen weil stets unpathetischen musikalischen Begleitung von DARIO MARIANELLI und seinem unaufdringlichen, schönen Soundtrack. Doch der durchaus mögliche, also machbare Verständigungsversuch zwischen London und dem Jemen gerät ins Stocken, als einheimische arabische Traditionalisten auftauchen und die laufenden Arbeiten sabotieren. Sowie Scheich Muhammad attackieren. Die „fischige“ Völkerverständigung scheint doch unrealisierbar zu sein. Die An-Spannung weitet sich aus.

Ein Lächel-Movie. Ein Schmunzel-Film. Als diskret menschelndes Melodrama. Mit feinen ironischen Spitzen auf Bürokratie, Politik und Karl May-Eroberungsromantik. Mit einem aufgeschlossenen, stets selber vor Ort auftauchendem Gut-Herrscher von Scheich, einer großartigen Hyäne von moderner britischer Karrierefrau und einem „zappelnden Fachidioten“ von sympathischem Lover. Auf exotischem Territorium. Der erfahrene britische Drehbuch-Autor SIMON BEAUFOY („Oscar“-Preisträger für das „Beste adaptierte Drehbuch“ zu „Slumdog Millionär“; außerdem „Oscar“-nominiert für die Drehbücher zu „Ganz oder gar nicht“/1996 und zuletzt „127 Hours“) weiß mit viel Gespür für Timing gute britische Trocken-Pointen zu setzen. Regisseur Hallström verbindet sie mit zumeist originellem Figuren-Charme. Seine in London, Schottland, Jordanien und Marokko gedrehte Feel-Good-Komödie blitzt zwar nicht durchweg triumphal, vermag aber unterhaltungsmäßig prima zu punkten (= 3 ½ PÖNIs).

L.A. CRASH" von Paul Haggis (B+R; USA/D 2004; 112 Minuten; Start D: 04.08.2005); ist der erste Regie-Film des kanadischen Drehbuch-Autoren , der z.B. das Skript zum vielfach "Oscar"-umjubelten Eastwood-Film "Million Dollar Baby" verfasste: 36 Stunden im Leben von ganz verschiedenen Menschen im Dampf von Los Angeles. Multikulturelle Schicksale, Ereignisse und Verknüpfungen, die sich zufällig kreuzen und wieder auseinandergehen.

Thema: Alltags- Rassismus, -Egoismus, -Neurotiker; das ganze nervige, gestresste, komplizierte Großstadt-Beziehungs- (Seelen-)Leben eben und die allesüberwindende Kraft der Hoffnung und des Glücks. Genial komponierter Plot von Motiven, Figuren und Szenerien; aufregend, intensiv, nachdenklich stimmend, packend. Ein großer-"kleiner", ein großartiger Film in der Art von Robert Altman`s filmischer Amerika-Spurensuche ("Short Cuts") um gestörte Identitäten und "typische" gesellschaftliche Schäden/Beschädigungen. Mit Promi-Auftritten von u.a. Sandra Bullocck, Don Cheadle (der Sammy Davis jr. in "The Rat Pack" und neulich "Hotel Ruanda"), Matt Dillon, Ryan Phillippe (neulich Hauptakteur in "The "I" Inside - Im Auge des Todes" von Roland Suso Richter/DVD-Premiere), Brendan Fraser, Thandie Newton (= 4 1/2 PÖNIs).

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