Filmtitel von Moa - Moq

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

MÖRDERISCHER VORSPRUNG“ von Roger Spottiswoode (USA 1988; 110 Minuten; Start D: 04.08.1988); und ist mit dem mittlerweile 63jährigen SIDNEY POITIER in der Hauptrolle besetzt. Der durch Filme wie “In der Hitze der Nacht“ oder “Flucht in Ketten“ berühmt gewordene schwarze Schauspieler wirkt nach 11jähriger Leinwand-Abwesenheit immer noch wie ein austrainierter Fünfziger. Was hier allerdings auch gebraucht wird, denn als FBI-Agent muss Poitier hellwach und fit sein, um in einem heißen Kriminalfall nicht die Übersicht zu verlieren. Es gilt, einen rücksichtslosen Mörder und Kidnapper zu jagen, der in San Francisco der Polizei entwischt ist. Also muss der alte Haudegen in die Bergwelt des amerikanisch-kanadischen Grenzgebietes, wo andere Regeln und Gesetze herrschen. Warren Stantin, so heißt Sidney Poitier hier, muss sich mit einem störrischen Bergführer (TOM BERENGER) zusammentun, um die Verfolgung aufzunehmen, was zusätzliche Probleme bringt.

“Mörderischer Vorsprung“ ist eine überzeugende Mischung aus Kriminal- und Abenteuerfilm, in der es auch um Männerfreundschaft und aufregende Überlebenskämpfe geht. Der Reiz dieses Films aber sind neben den beiden Hauptakteuren Sidney Poitier und Tom Berenger die atemberaubenden Spannungsszenen in einer wunderbar eingefangenen Bergwelt. Dazu sorgen selbstironische, pointierte Dialoge für die notwendige Distanz und Entspannung in diesem 110minütigen Feuerwerk von gelungener Genre-Unterhaltung (= 4 PÖNIs).

MONDSCHEINKINDER" von Manuela Stacke (D 2006; 87 Minuten; Start D: 14.12.2006); der 36jährigen Heidelbergerin, die für ihren sensiblen Abschlussfilm an der HFF München in diesem Jahr den "Publikumspreis" beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken bekam. Für den 6jährigen Paul finden die täglichen Lebensabenteuer in seiner Phantasie statt, wo er als Raumfahrer im All die tollsten Geschichten erlebt, während er "auf der Erde" gesundheitlich stark bedroht ist: Paul leidet an der unheilbaren "Mondkrankheit", einer extremen Sonnenallergie.

Folglich muss er seine Tage in der dunklen häuslichen Wohnung verbringen, fürsorglich betreut/begleitet von seiner 12jährigen Schwester Lisa. Die sich für ihn aufopfert, weil die alleinerziehende Mutter kaum Zeit und wenig Kräfte aufbringt. Die Probleme häufen sich, als Lisa sich erstmals verliebt und mit der Frage konfrontiert wird: "Darf ich glücklich sein, wenn mein Bruder krank ist?"

Ein schönes wie melancholisches, leises, unaufgeregt-behutsames Drama/eine Märchen-Poesie um Verantwortung, Liebe und die Allmacht der Phantasie. Vor allem deshalb so liebevoll ´rüberkommend, weil die kleinen Darsteller wie LUCAS CALMUS als Paul und LEONIE KRAHL als Lisa-Schwester so angenehm-ruhig wie glaubwürdig-überzeugend auftrumpfen. Und die nur stichwortgebenden Erwachsenen (wie Renate Krößner als überforderte Mama) richtig -prima ALT aussehen lassen...; ein ganz feiner, atmosphärisch-berührender Debütfilm (= 4 PÖNIs).

In „MONDSÜCHTIG" von Norman Jewison (USA 1987; 102 Minuten; Start D: 17.03.1988) kann CHER nach "Suspect - Unter Verdacht" zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit auf der Leinwand triumphieren. Sie spielt hier eine Amerikanerin aus einer alten italienischen Familie, die sich mittenmal zwischen zwei Männern, ihrer puritanischen Erziehung und ihren Gefühlen entscheiden muss.

“Mondsüchtig“ ist ein liebenswert-betulicher Streifen, der sich im gepflegt-altmodischen Hollywood - Stil entwickelt und dabei Qualitäten des guten, alten amerikanischen Komödien-Kinos vorzeigt. Der mit den Klischees der Liebes- und Familienfilme hantiert, ohne sie unbedingt umzumodeln, mit ihnen vergnüglich herumspielt, herumalbert. Die Gefühle von Menschen werden augenzwinkernd beschrieben, aber nicht denunziert; und dabei kommt so eine sympathisch-heitere Stimmung auf, derer man sich nie zu schämen braucht.

"Mondsüchtig" ist 102 Minuten feines, kleines Kintopp für den Bauch, zum Zurücklehnen, Schmunzeln und Mal-So-Richtig-Gut-Gehen-Lassen...(= 4 PÖNIs).

MONSTER HOUSE" von Debütant Gil Kenan (USA 2006; 91 Minuten; Start D: 24.06.2006); unter Produktionshilfe von den "Oscar"-Preisträgern Steven Spielberg und Robert Zemeckis/"Forrest Gump"/"Falsches Spiel mit Roger Rabbit". Um es gleich vorwegzunehmen, der Film bietet Computer-Animation auf sehr hohem Niveau. Nachdem die Filmfirma Warner Bros. vor 2 Jahren das Abenteuer-Märchen "Der Polarexpress" im sog. "Motion-Capture-Technik-Verfahren" herausbrachte - dabei werden Szenen, die von realen Schauspielern (damals u.a. Tom Hanks) gespielt werden, auf digitale Figuren/in eine digital belebte Welt übertragen -, zeigt dieser neue Streich nun das von der Fa. "Sony Pictures Imageworks" entwickelte ähnliche Animationsverfahren "Performance Capture".

Thema: Drei neugierige Kids und ihr Abenteuer-Trip in ein marodes Nachbar-Haus mit höchst seltsamem "Eigenleben". In der gruseligen Mischung aus Kinder-Komödie und Horrorspaß eine schrill-schräge, köstliche Achterbahnfahrt in/um ein "gefräßiges Spukhaus". Durchaus dann familientauglich, wenn man sich auch auf dem realen Rummelplatz mit den "schnellen Attraktionen" wohlfühlt..... Für die verschiedenen Figuren standen namhafte Akteure wie STEVE BUSCEMI ("The Big Lebowski") und Sam Lerner zur "technischen Verfügung" (= 3 PÖNIs).

MONSTERS vs. ALIENS“ von Rob Letterman und Conrad Vernon (USA 2008; 96 Minuten; Start D: 02.04.2009); ist ein voll computer-animierter Trickfilm. Nach Disney (zuletzt „Bolt“) präsentiert nun auch die amerikanische Fa. Dreamworks ihren ersten Animationsfilm im 3-D-Format.(aber auch als „Normalkino“, denn diese teure Kino-Technik gibt es bekanntlich nicht überall). Als Hommage an die berühmt-berüchtigten Monsterfilme der 50er Jahre wie „Der Schrecken vom Amazonas“ oder „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ ebenso entwickelt wie mit vielen aktuellen Film-Zitaten („Mars Attacks!“; „Krieg der Welten“; „Godzilla…..).. Die Braut Susan wird kurz vor dem Ja-Wort vor einem Meteor mit Schleim übergossen. Fortan ist sie eine 15 Meter-Frau, wird vom Militär in einem Top-Secret-Camp unter dem Namen „Gigantika“ gebunkert, wo seit langem eine handvoll ebensolcher Zeitgenossen ihr Dasein fristen. Wie ein gehirnzellenfreier Glibberpudding, ein Macho-Lurch, Missing Link/eine Kreuzung aus Affe und Fisch und eine hundert Meter hohe Larve. Plus Professor Dr.. Kakerlake, der zum Ungeziefer mutierte. Als aber ein außerirdischer Roboter-Monster die Erde attackiert, werden die speziellen Dienste der Freaks dringend benötigt.

Also: Doll- unterhaltsam ist dies nicht. Ganz im Gegenteil, ziemlich zähflüssig, begrenzt pointiert, hölzern-charmlos, nur selten wirklich witzig kommt die latent aufgeregte Action-Chose daher. Nur einige Male „zündet“ es dann doch: Wenn etwa der dämliche US-Präsident im Film schon mal den roten Knopf für die Atombomben fast mit dem daneben befindlichen Rot-Knopf verwechselt, mit dem er seinen Café Latte bestellt. Ulkig. Ansonsten aber: Ziemlich seelenloser, rabiater Cartoon-Radau. Im Original ertönen u.a. die Stimmen von Reese Witherspoon und Kiefer Sutherland, bei uns sind Diana Amft, Ralf Moeller und Oliver Kalkofe stimmlich vertreten (= 2 PÖNIs).

MOONRISE KINGDOM“ von Wes Anderson (Co-B+R; USA 2011; 95 Minuten; Start D: 24.05.2012); war soeben Eröffnungsfilm beim 65. Cannes-Festival. Der am 1. Mai 1969 in Houston geborene Texaner Wesley Wales „Wes“ Anderson gehört zu den – im positivsten Sinne – nicht „einzuordnenden“ US-Filmkünstlern. Wenn es eine Genre-Schublade gibt, in die man ihn und seine Filme „’reinpacken“ könnte, dann DIE mit der Bezeichnung „Typ mit besonderen undefinierbaren Movies“. Mit „Pfadfinder-Groteske“ bemühte sich gerade die FAZ (vom 10.5.2012) um eine ordentliche Einstufung für seinen 7. Spielfilm. Nach unter anderem „solch Werke“ wie „Die Royal Tenenbaums“ (2001), „Darjeeling Limited“ (2007) und zuletzt „Der fantastische Mr. Fox“ (2009), einem Animationsprodukt. Gemeinsam mit ROMAN COPPOLA, dem 46jährigen französischen Sohn von Francis Ford Coppola (Bruder von Sofia Coppola und Cousin von Nicolas Cage), schrieb Wes Anderson das Drehbuch zu dieser kauzig-köstlichen Verschrobenheit. Um erwachsene „Dösdeppen“ und tapfere Kinder-Erwachsene. Die sich anno 1965 an der Küste Neuenglands versammeln, um ein „dressiertes“ Leben in sterilen Häusern mit vielem bunten Kleinkram-Nippes oder in jenem quasi militärischen Pfadfinder-Camp vorzuführen. Mit Drill als skurrile Ordnungslust. Alle bewegen sich „gleichgültig“. Geistig wie seelisch in voller Eintönigkeit. In melancholischer Uniformität. Bis auf den Waisenjungen Sam und der aus begütertem wie gut behütetem Hause stammenden Suzy. Die beiden 12jährigen „machen was“. Hauen nämlich ab. Weil sie sich „heftigst“ ineinander verliebt haben.

Sam, mit dicker Brille und „Lederstrumpf“-Trappermütze, ist ein kluges Kerlchen, den die Anderen sowieso für „instabil“ und unzurechnungsfähig-gefährlich halten. Suzy dagegen langweilt sich im elterlichen Heim, fühlt sich dort unterfordert und liest gerne bockig Fantasy-Romane, um aus den „Zumutungen der Realität“ herauszukommen. Beide brennen also durch. Sie mit einem batteriebetriebenen Plattenspieler und ihrer Katze samt Dosenfutter, er mit viel coolem Pfadfinder-Wissen. Man kommt sich näher. Währenddessen sind die Erwachsenen wie der sensible, müde Sheriff, Suzys nervöse Eltern und die strenge Dame vom Jugendamt, die extra angeflogen kommt, etwas aufgescheucht. Aber auch weiterhin ziemlich „deppert“ in ihren gedanklichen wie tatsächlichen Aktionen. Ein immenser Wirbelsturm sorgt schließlich für unordentliche Abkühlung. In diesem erstaunlichen wie überraschungsvollen, charmanten Trouble.

Ähnlich wie bei Woody Allen akzeptieren Promi-Stars zuhauf die Rollen-Einladungen von Wes Anderson. Obwohl sie wissen, sich hier nicht „profilieren“ zu können. Vielleicht aber auch, weil sie dies gerade schätzen. „Einfach mal so“ mitzumischen. Während Anderson weiß, das er mit diesen „Namen“ „sein Ding“ durchziehen kann. Finanziert bekommt. Hier sind sich also BRUCE WILLIS, BILL MURRAY (der immer bei Anderson mitmacht), EDWARD NORTON, FRANCES McDORMAND, TILDA SWINTON, JASON SCHWARTZMAN sowie HARVEY KEITEL und BOB BALABAN (als Erzähler) nicht zu schade, reizvolle Stichwortgeber für die sensationellen Kids JARED GILMAN + KARA HAYWARD zu sein. WIE diese Beiden ihre Romeo-und-Julia-Figuren aus den prüden amerikanischen Sechzigern mimen, formulieren und relaxed bewegen, ist das pure liebe dauerhafte Schmunzel-Vergnügen. Was für herrliche Früchtchen!

„Moonrise Kingdom“ lädt wunderbar ein, mal „anders“ KINO zu schauen, zu empfinden, zu denken. Zu erleben. Und auch zu hören. Denn auch der „spezielle“ SOUNDTRACK, den Wes Andersson mit seinem Privatgeschmack (von Benjamin Britten über Hank Williams, Franz Schubert und Wolfgang Amadeus Mozart bis zu Francoise Hardy) zusammengestellt hat und orchestral von ALEXANDRE DESPLAT tönen lässt, passt. Lächelnd. Stimmig. „In meinen Filmen geht es um anmutige Kleinigkeiten“, erklärt Wes Anderson im besagten FAZ-Interview seine Sicht. Und Motivation. Viele feine, schöne, urige Kleinigkeiten gilt es hier prima zu bestaunen. Zu bewundern. Lächelnd zu mögen (= 4 PÖNIs).

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