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Filmtitel von My - Mz

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

MY BLOODY VALENTINE 3 D“ von Patrick Lussier (USA 2008; 101 Minuten, Start D: 21.05.2009); setzt nun auf alte-neue „Brillen-Effekte“; nach dem Animationsstreich „Monsters vs. Aliens“ von neulich kommt nun – erstmals seit den 80er Jahren („Freitag, der 13. – Teil 3“; „Amityville Horror 3“) – ein Horrorfilm zu neuer 3 D-Blüte. Allerdings: Von insgesamt über 4800 Kinosälen in der Republik sind derzeit gerade einmal 200 digitalisiert, und von denen sind gerademal 57 in der Lage, 3 D-Filme zu projizieren (Ufa Cinema-Geschäftsführer Thomas Peter Friedl in der Online-Ausgabe der „Wirtschaftswoche“ am letzten Samstag). Aber was soll´s: Oder interessiert es Sie, macht es Sie an, wenn nun Spitzhacke, Gewehrkugeln, Gliedmaßen und Blutfontänen Ihnen direkt ins Gesicht spritzen??? Das blöde Slasher-Movie um einen dämonischen Bergarbeiter-Kleinstadt-Killer ist ein Remake des gleichnamigen amerikanischen Low-Budget-Streifens aus dem Jahr 1981 (deutscher Titel: „Blutiger Valentinstag“). Appetitloses Massaker-Abschlachte-Kino (= 1 PÖNI).

MY BLUEBERRY NIGHTS" (Hongkong/China/Fr 2007; 95 Minuten; Start D: 24.01.2008) ist das erste englischsprachige Melodram von immerhin WONG KAR-WAI und auch so ein Missverständnis von Falsch-Film; hier hätte es auch völlig ausgereicht, die NORAH-JONES-CD herauszugeben anstatt diese dazu auch noch mit simplen Leinwand-Bilderchen auszustatten. Aber lästern wir nicht zu doll: Bislang war der Hongkong-Regisseur Wong Kar-Wai immer ein Garant für wunderbar edle Gefühle, für feine Beziehungs-Emotionen, für herrliche - vor allem auch musikalische Stimmungsbilder um die suchenden Geschlechter (zuletzt "2046"/vor allem "In The Mood For Love"/2000 oder davor "Chunking Express"/1994 und "As Tears Go By"/1988).

Doch sein erster "amerikanischer Aufenthalt" lässt ihn gleich seltsam-platt und reizlos aussehen. Seine umweghafte Frau-Mann-Findungs-Story ist zwar mit Sunny-Boy JUDE LAW (gerade "1 Mord für 2"/"Liebe braucht keine Ferien"/"Alfie") und besagter NORAH JONES prominent hauptrollen-besetzt, aber auch mit IHR ziemlich fehl-besetzt: Die hübsche Norah ist steif wie eine Puppe, und neben Jude Law wirkt das ziemlich schmerzhaft-deutlich.

Aber überhaupt: Das sanfte Road-Movie um ein (in den USA) herumreisendes Liebeskummer-Girl ist weder besonders originell noch irgendwie berührend, geschweige denn von tieferer Sicht und (Be-)Deutung. Na klar, es geht um Einsamkeit und Verlorenheit "zwischen den Tagen", aber mein Gott, ja/na und??? Wie angestrengt-luftleer doch. Nehmen wir es so: Wong Kar-Wai durfte eine bezahlte Amerika-Reise machen, hat diese auch angetreten und zwischendurch immer mal wieder die Kamera angemacht, um diese "irgendwie" auch PLAUSIBEL werden zu lassen. Von SEINER besonderen Fähigkeit, Atmosphäre/Stimmungen/Schwingungen ´rüberzubringen, ist hier wenig zu spüren.

Der letztjährige Auftaktfilm vom Venedig-Festival ist überwiegend langweiliges Palaver mit Sentiment-Musik. Wobei es nicht gelingt, dem Soul die Seele einzuhauchen (= 2 PÖNIs).

MY NAME IS KHAN“ (gesprochen: Chahn) von Karan Johar (Indien/USA 2009; jetzt 126 Minuten; Start D: 10.06.2010); als der Film im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb außer Konkurrenz lief, hatte er noch eine Laufzeit von 161 Minuten. Für die deutsche Kino-Verwertung wurde er vom Regisseur um rd. eine halbe Stunde verkürzt. Was kaum zu merken ist. BOLLYWOOD begegnet HOLLYWOOD. Zwei Film-Welten treffen aufeinander: Die indische und die amerikanische. Zuhause in Indien ist der 44jährige SHAH RUKH KHAN seit vielen Jahren d e r Superstar. Nun der internationale Schritt „über den Tellerrand“. Aber nicht als lustiger, singender Show-Spaßvogel, mit den bolly-gewohnten Tanz- und Singsangeinlagen, sondern völlig anders. Entgegengesetzt. „Bollywood“ ist hier nur musikalisch aktiv. Als stimmungsvoller Soundtrack des Lebens.

Khan mimt Rizvan Khan. Einen muslimischen Inder „auf Mission“ in den USA. Um seine große Liebe Mandira zurückzugewinnen, hat er sich darauf eingelassen: Er möchte dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika etwas sagen. Möchte ihm sagen: „Mein Name ist Khan, und ich bin kein Terrorist“. Ein Inder erklärt der Welt den bedingungslosen Frieden. Unbeirrt, unaufhaltsam, unfaßbar. Rizvan Khan ist ein behinderter guter Mensch. Leidet am Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus. Seine Mutter hat ihn, ebenso wie einst DIE von „Forrest Gump“, geprägt: Es gibt nur zweierlei Arten von Menschen: Die, die Gutes tun, und DIE, die Schlechtes tun. Als er auf die alleinerziehende schöne Mandira trifft, scheint das private Glück perfekt. Daß er Muslim, sie Hindu ist, spielt in den USA keine Rolle. Der 11. September 2001 ändert, verändert alles. Fortan steht auch Rizvan aufgrund seiner Herkunft/aufgrund seines Glaubens unter „Generalverdacht“. Als der kleine Sohn von Mandira aus rassistischen Gründen von „weißen“ Schulkameraden umgebracht wird, rastet Mandira aus. Und gibt Khan die Mitschuld, weil der Junge seinen Nachnamen trug. In ihrem Wut-Schmerz fordert sie hin auf, aller Welt mitzuteilen, daß er zwar Muslim, aber kein Terrorist sei. Auch dem Präsidenten. Khan macht sich also auf den Weg.

Ein Melodrama, ein politisches Märchen, ein Lovestory, das Herz ebenso zielsicher ansteuernd wie den humanen Kopf. „Völkerverständigung“ einmal ganz anders. Stur, hochemotional, mit viel Pomp und Paranoia, mit cleverem Rain Man“-Geschmack, vom himmelhochjauchzend bis tiefbetrübt. Weg mit dieser unangebrachten ständigen Kultur der Angst. Der fortwährenden Vorurteile. Des Schreckens, des Erschreckens, des Zurückziehens gegenüber Anders-Aussehenden, Anders-Gläubigen, Anders-Denkenden. Des ewigen Mißtrauens zueinander, gegeneinander, voneinander. Schreit es aus jeder Pore dieses äußerst klug-konzipierten, schön-unterhaltsamen, darstellerisch überzeugenden humanen Großherz-Movies. In dem Shah Rukh Khan es in jedem Moment versteht, authentisch zu sein, glaubhaft zu wirken. Ebenso wie seine attraktive indische Partnerin KAJOL DEVGAN, die zuhause ebenfalls zu den Spitzenstars der Leinwand zählt und hier als ebenbürtige Partnerin glänzt. „My Name is Khan“ oder: Ein Best-Film mit viel Langzeitwirkung für Bauch und Hirn (= 4 PÖNIs).

MYSTERY TRAIN“ von Jim Jarmusch (B+R; USA 1989; 110 Minuten; Start D: 30.11.1989).

Das ist ein eigenwilliger amerikanischer Künstler aus Ohio, der seit 15 Jahren in New York-City arbeitet. Und dessen bisherige drei Filme, “Permanent Vacation“, “Stranger Than Paradise“ und “Down By Law“, Kultstatus besitzen. Jarmusch interessieren nicht so sehr die glatten, durchschaubaren, “sauberen“ Bilder, sondern mehr d i e Momente, die andere Regisseure lieber aus ihrem Material herausschneiden. Das Essen eines Menschen, das lange Gehen auf einer Straße, das Sitzen und Blicken von zwei Angestellten an einer schäbigen Hotel-Rezeption. Wie er “so etwas“ sieht, betrachtet, formuliert das ist ein spannendes und sinnliches Geheimnis und seine Kunst. Während seine “Helden" oft ganz normale, dröge, aber auch schlitzohrige Typen sind, die unkonventionell herum tapern, um über die existenziellen Lebens-Runden zu kommen.“Mystery Train“, das neue, gute Filmstück, besteht gleich aus dreien.

Erstens: Die kargen Erlebnisse eines matten japanischen Teenie- Pärchens an den Überresten der Kultstätten des Rock ‘n‘ Roll in Memphis, Tennessee. Zweitens: Zwei fremde Frauen teilen sich in demselben Hotel für eine Nacht ein Zimmer. Drittens: Einige arbeitslose Kumpels besaufen sich, schießen sich in einem Laden neuen Whisky frei und landen schließlich auch in dem Hotel, wo alles zusammenläuft. Die Uhrzeit 2.17 Uhr spielt ebenso eine Rolle wie der Geist von Elvis Presley und eine unerwünschte Pistole. Am nächsten Morgen zieht jeder für sich weiter. Wie gehabt, ein neuer Tag, der nächste Versuch.

“Mystery Train“ von Jim Jarmusch, das sind Gesten, kleine, eckige Bewegungen, stumme Blicke, die vielen Anspielungen über die Musik von John Lurie und Elvis, die heruntergekommenen Gebäude, die schmutzigen Straßen, die lädierte Sprache. Und diese Typen: von pech-schwarz bis griesgrämig-ironisch. Ein Film wie ein dampfender Zug, dessen einzelne Wagen erst noch zusammengehängt werden müssen. Ein Film wie: einen guten Moment Anhalten, Staunen, Kucken. “Mystery Train“ von Jim Jarmusch (= 4 PÖNIs).

MY WEEK WITH MARILYN“ von Simon Curtis (Co-Prod.+R; GB/USA 2010/2011; B: Adrian Hodges; 89 Minuten; Start D: 19.04.2012); die große Welt hätte NIE von ihm Kenntnis genommen, von seiner Existenz erfahren, wenn er nicht im Jahr 2000 mit dem Buch „The Prince, the Showgirl and Me“ in öffentliche Erscheinung getreten wäre. Das in diesen Tagen, anlässlich des Kinostarts, nun auch hierzulande unter dem Titel „Meine Woche mit Marilyn“ (im Schirmel-Mosel-Verlag) erschienen ist. Die Rede ist vom britischen Schriftsteller und Filmemacher/Dokumentarfilmer COLIN CLARK (9.10.1932 – 17.12.2002). Der damals, im Sommer von 1956, eine „unsterbliche Woche“ erlebte. Mit d e m weiblichen Super-Superstar jener, aber eben nicht nur jener, sondern Immer-Tage: MARILYN MONROE (1.6.1926 – 5.8.1962).

Zu den Fakten: Am 13. Juli 1956 kam „DIE BLONDE der Blonden“ nach London. Sie war mit Filmen wie „Blondinen bevorzugt“, „Wie angelt man sich einen Millionär?“, „Fluß ohne Wiederkehr“, „Das verflixte 7. Jahr“ und „Bus Stop“ zum definitiven Sexy-Spitzen-Darling in Hollywood aufgestiegen. Und wollte nun filmweg von ihrer ewigen komödiantischen Bedienungs-Blondine. Wollte endlich einmal „ernsthafter“ wahrgenommen werden. „Besser“ überzeugen. Hatte deshalb das Angebot des zweifachen „Oscar“-Preisträgers Sir LAURENCE OLIVIER angenommen, unter seiner Regie und Hauptdarsteller-Mitwirkung an der Produktion „The Prince and the Showgirl“ mitzuwirken. Laurence Olivier (22.5.1907 – 11.7.1989) ist einer der bedeutendsten englischsprachigen Bühnen- und Filmdarsteller überhaupt. Marilyn und Sir Laurence. „Die Leichte und der Hamlet“. Natürlich prallen hier zwei „Kulturen“ aufeinander. Die „simple“ Aktrice und das intellektuelle Genie. Marilyn, die mit ihrem 3. Ehemann, dem renommierten Schriftsteller Arthur Miller, sowie mit ihrem ständigen „Coach“ Paula Strasberg, nach England gekommen ist, fühlt sich von Anfang an hier unwohl. Ist unsicher. Verunsichert. Leidet unter Stimmungsschwankungen. Angstzustände wechseln mit Depressionen. Tabletten und Alkohol helfen nur bedingt. Die „nervöse“ Marilyn hält die Drehtermine nicht ein. Fällt mal „ein wenig“, dann schon mal „länger“ aus. Kriegt „das mit dem Text“ oft nur unvollständig hin. Die Nerven sind angespannt. Bei allen. Am Filmset herrscht eine „explosive“ Atmosphäre. „Filmsets sind die kältesten Orte der Welt“, versucht Marilyns ältere Kollegin Dame Sibyl Thorndike (JUDI DENCH) die Unglückliche zu beruhigen. Dann taucht ER auf. Tritt kurz, aber vehement in ihr Leben. Beziehungsweise richtiger - SIE tritt kurz und „doll“ in SEIN Leben. Tritt in seinem Leben auf. Die Schöne und der Assi: Davon erzählt dieser wunderbare Film.

„Ich lief von Zuhause weg und trat dem Zirkus bei“: Colin Clark, der 23jährige Sohn des renommierten britischen Kunsthistorikers Sir Kenneth Clark, ist zu jener Zeit frischgebackener Oxford-Absolvent. Und denkt überhaupt nicht daran, sich „bürgerlich-familiär“ eingemeinden zu lassen. Ganz im Gegenteil. Er verschwindet aus dem Dunstkreis seiner angesehenen Familie, um „irgendwie“ beim Film „zu landen“. Heuert beharrlich als 3. Regie-Assistent, besser – als Laufbursche, bei der Produktion von „Der Prinz und die Tänzerin“ an. Und wird zur Seelen-Stütze, zum Verbündeten für die „ramponierte“ Marilyn Monroe. Deren Ehemann („Sie verschlingt mich“) zurück nach Amerika geflogen ist. Und die sich nun für diesen englischen Boy („Ich bin Niemand“) interessiert. Als Begleiter, Berührer, Zuhörer. Anbeter. „Schutz-Mann“. Weil es der Produktion „hilft“, findet Laurence Olivier (KENNETH BRANAGH) „Gefallen“ daran. „Fördert“ die Liaison insgeheim. Während die sanften Jazz-Rhythmen eines Nat King Cole flirren, erlebt dieser sensible, emotional „zersetzte“, sympathische Colin Clark in diesem Sommer von 1956 d i e Woche seines Lebens.

Mit ihrem Namen verbindet sich, auch bald 50 Jahre nach ihrem Tod, emotionale „Elektrizität“. Mit ihrem Namen, ihrer ewig jungen Erscheinung, ist bei so ziemlich allen Weltbürgern ein Bild „vorhanden“: Marilyn Monroe. Das Interesse an ihr ist auch nach Jahrzehnten nicht erloschen. MARILYN MONROE ist, ähnlich wie James Dean, „immer“. Da. Dabei. „Vorhanden“. Jung wie attraktiv. Dass nun aber eine Mini-Affäre von ihr zum Anlass eines Spielfilms wird, überrascht schon. Vorher. Vor der Besichtigung. „Danach“ lautet die Wertung „Begeisterung“. Denn dieses neue Marilyn Monroe-Movie packt. In und mit jeder Stimmungslage. Außen wie innen. Also - in und mit „der Schminke“, über die Kostüme, mit diesem eleganten, „empfindlichen“ Set-Design, in der behutsamen, absolut stimmigen, vorsichtig-sorgfältigen Annäherung an die Befindlichkeiten. Der Charakter-Beteiligten. Und ihrer Seelen-Launen. „My Week with Marilyn“ ist spannende Atmosphäre pur. Natürlich, weil das gesamte Ensemble ebenso beeindruckt wie natürlich die drei exzellenten Hauptakteure: Der unvergleichliche, bislang 5fach „Oscar“-nominierte 50jährige KENNETH BRANAGH (von „Viel Lärm um Nichts“; über „Radio Rock Revolution“ bis zum neuen „Kommissar Wallander“) gibt den smarten Tyrannen-Künstler und gescheiten Melancholiker Sir Laurence Olivier ebenso „erregt“ wie verschmitzt („Man ist nie zu alt, sich für Frauen zu demütigen“). Zwischen beruflicher wie geschäftlicher Verzweiflung (es handelt sich schließlich hier auch um „seine“ Filmproduktion, die „angemessen“ fertiggestellt werden soll). Branagh karikiert sein „Sir Laurence“-Genie in keinem Moment, sondern lässt ironische Altersweisheit und „freudiges Fleischinteresse“ diskret durchschimmern. Eine geradezu vorzügliche Neben-Hauptrolle. Der unbekannte 28jährige EDDIE REDMAYNE als stiller, entzückter, „verfallener“ Monroe-Bewunderer Colin Clark hat „nur“ die angenehme Aufgabe, „unauffällig“ mit-dabei zu sein. Um sanft-„aufgeregt“ diese hochgradigen emotionalen Ereignisse und „Erlebnisse“ erstaunt an- wie aufzunehmen. 2010 wurde Eddie Redmayne übrigens in London als „Bester Nebendarsteller“ mit dem „Laurence Olivier Award“, dem wichtigsten englischen Theaterpreis, für seine Darstellung in dem Stück „Red“ ausgezeichnet.

IHR aber gehört die ganz große Bühne. Der Olymp. Der Triumph. Die riesige Verbeugung. Sie ist hier – tatsächlich – die GÖTTIN. Denn WIE diese 30jährige, aus Montana stammende MICHELLE WILLIAMS „total“ in ihre Marilyn Monroe schlüpft, ist sagenhaft. Sensationell. Überwältigend. Unglaubliche 1 : 1. Porentief wie posentief. Sowohl in „Fassade“ wie in jedem Hauch. Von Regung. Bewegung. Beim Blicken. Beim Sprechen. Also mit dem gesamten erotischen Atem-Potenzial. Als körpersprachliches Marilyn Monroe-Gesamtkunstwerk. Wir haben Michelle Williams über die Independent-Produktionen „Station Agent“ von Thomas McCarthy (2003) und „Land of Plenty“ von Wim Wenders (2004) kennen- und durch ihre („Oscar“-nominierten) Mitwirkungen in „Brokeback Mountain“ (2005) und zuletzt „Blue Valentine“ (2010) schätzen gelernt. Für IHRE Marilyn Monroe bekam sie ihre 3. „Oscar“-Nominierung, und wenn nicht Meryl Streep (als „Die Eiserne Lady“) in der Konkurrenz gewesen wäre, hätte sie in diesem Jahr auch die hochkarätige Trophäe gewonnen. Denn der Michelle Williams Monroe-Auftritt ist einfach klasse authentisch-packend. Bewunderungswürdig. Spannend. Brillant. „Niveau-irre“. Faszinierend in Präzision, überwältigendem Körper-Charisma, mit diesem unwiderstehlichen Gemüts-Karma. Und natürlich auch in/mit diesem „tatsächlichen“ Marilyn-Gesang. Was für ein schauspielerischer wie klangvoller makelloser Glanz-Streich. Ab sofort „interessiert“ jeder der künftigen Film-Auftritte von MICHELLE WILLIAMS.

In dem Ensemble bewegen sich auf (sehr) feine Weise auch weitere Stars wie eben Dame JUDI DENCH, aber auch JULIA ORMOND (als Laurence Oliviers Ehefrau Vivien Leigh) und, in ihrer ersten erwachsenen Rolle nach der Harry Potter-Begleiterin Hermine Granger, EMMA WATSON. Als Garderobiere Lucy. In die sich Colin Clark „eigentlich“ verliebt. Hat. Aber auch in seiner Musikalität bietet „My Week with Marilyn“ „Spezielles“: Die dezenten Original-Klänge wurden von CONRAD POPE „ermittelt“. Die „heiße“ Komposition „Marilyn’s Theme“ stammt von ALEXANDRE DESPLAT. Das leitende Piano bediente immerhin der virtuose LANG LANG: Sozusagen: Die volle Stimmung auch über den exzellenten, feinfühligen SOUNDTRACK.

Fazit: Der Kino-Erstlingsfilm des 50jährigen britischen Produzenten und TV-Filmers SIMON CURTIS, mit einem Budget von 6.4 Millionen Pfund, also rd. 10 Millionen Dollar, hergestellt, kann sich als grandioser neuer MARILYN MONROE-Film prima sehen lassen (= 4 ½ PÖNIs).

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