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Filmtitel von Na - Nal

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

NACH 7 TAGEN - AUSGEFLITTERT" von Bobby und Peter Farrelly (USA 2007; 116 Minuten; Start D: 01.11.2007); deren "andere" Komödien inzwischen weltweit von einer GROSSen Gemeinde geschätzt bzw. goutiert werden. Freche, derbe, komische Späße wie "Dumm und Dümmer" (mit Jim Carrey), vor allem "VERRÜCKT NACH MARY" (1998/mit Cameron Diaz + Ben Stiller), "Ich, beide & sie" (mit Jim Carrey und Renée Zellweger) + "Schwer verliebt" (2001/mit Gwyneth Paltrow + Jack Black) haben kess-extreme Unterhaltungsspuren hinterlassen. Ihre Sympathie für jegliche Form von Exzentrik und "Andersartigkeit" macht sie heutzutage, im fast-nur-noch-glatten Hollywood-Gelächter, einzigartig. Und auch hier gehen sie wieder "forsch" ans "verdrehte" Beziehungswerk. "The Heartbreak Kid", so der Originaltitel, ist ein Remake und hieß 1972 bei uns "Pferdewechsel in der Hochzeitnacht" (R: Elaine May; B: NEIL SIMON; mit Charles Grodin + Cybill Shepherd).

Im Mittelpunkt bei diesen neuen amourösen Alptraum-Verirrungen steht Edddie. Der ist gerade 40 geworden, führt ein Sportartikelgeschäft und ist Single. Sein immer noch hyperaktiver 77jähriger Sex-"Maniac"-Daddy sowie sein unter der Ehefuchtel stehender beste Freund setzen ihm tagtäglich in Sache Endlich-Heirat so mächtig zu, dass er es schließlich wagt. Doch die vermeintliche Traumfrau entpuppt sich als ziemlich bescheuertes wie schon sehr bald mächtig nervendes Alptraumwesen, während ihm auf der Hochzeitsreise tatsächlich DIE Traumfrau begegnet. Was tun? Die Farrelly-Brüder wissen gut Rat, indem sie gerne wie ausdauernd die Grenzen des sog. "guten Geschmacks" ausprobieren/aushebeln. Dabei wird einmal mehr die "frigide amerikanische Heuchel-Einstellung" zum Thema Sex gehörig aufs respektlose Korn genommen.

Eine turbulente Verwechslungskomödie nimmt ihren un-feinen Dauer-Unterhaltungslauf. BEN STILLER (neulich: "Nachts im Museum") verbreitet wieder einmal den urig-schrägen Nice-Guy-Tölpel-Charme, während sein wirklicher Papa Jerry Stiller ihm hier den wüsten Beziehungston vorgibt. Desweiteren sorgen MICHELLE MONAGHAN ("Mission Impossible III") und MALIN AKERMAN für die "atmosphärische" Weibsen-Stimmung. Eine wieder völlig gegen den guten Geschmacks-Strich erzählte/gebürstete Farrelly-Schelmerei; mit wieder viel guter Böller-Komik (= 3 ½ PÖNIs).

NACHTLÄRM“ von Christoph Schaub (Schweiz/D 2011; B: Martin Suter; 94 Minuten; Start D: 23.08.2012); was ist das denn für eine schwarz-witzige schöne Film-Überraschung??? Gut, das Drehbuch stammt vom renommierten Schweizer Autoren MARTIN SUTER, dessen gesellschaftskritische Spannungsromane – wie „Small World“, „Ein perfekter Freund“ oder „Lila, Lila“ – Bestseller waren. Und verfilmt wurden. Und der heuer mit zum „besten Kulturgut“ der Schweiz überhaupt zählt. Der 64jährige Züricher „bedient“ hier den 54jährigen Züricher Regisseur Christoph Schaub bereits zum zweiten Mal mit einem gescheiten Drehbuch: 2009 waren beide an der Lebenskomödie „Giulias Verschwinden“ (mit Corinna Harfouch + Bruno Ganz) beteiligt (s.KRITIK).

Babys sind niedlich. Meistens jedenfalls. TIM ist acht Monate alt und wäre gewiss ein „ganz Süßer“, wenn er nicht (schon) eine Dauermacke hätte: Er schreit. Immer und fortwährend. Jede Nacht. Was seine Eltern Livia & Marco natürlich irgendwann zunervt. Es gibt für sie nur eine einzige Möglichkeit, den kleinen Boy zur schlafenden Ruhe zu bringen - schnelles Autofahren. 130 ist seine „Schlafgeschwindigkeit“. Also düsen die Beiden ermüdet durch die Nacht, damit Tim endlich Ruhe gibt. Und einschläft. Die Pinkelpause an der Raststätte wird zum Alptraum. Mit fatalen Folgen. Denn als auch Marco kurz mal den „laufenden“ Wagen verlässt, um Zigaretten zu holen, wird das Auto geklaut. Von einem mehr oder weniger kriminellen Pärchen. Jetzt wird’s absurd. Denn Livia & Marco klauen ihrerseits einen „startklaren“ Mercedes, den ein humpelnder Typ von wegen Toilettengang schnell wie „so“ verlassen hat. Um „ihr Auto“ zu verfolgen und den Kleinen „zu befreien“. Was sich fortan aber als „schwieriger“ erweist als gedacht. Denn Claire und Jorge haben natürlich irgendwann das aufgewachte Baby entdeckt und sind nun ihrerseits überrumpelt. Ratlos. Fahren aber erstmal weiter. Inzwischen ist auch der humpelnde „Herr“ von der Raststätten-Toilette zurück und - baff. Will seinen Wagen zurück und „benutzt“ nun seinerseits das nunmehr herrenlose (auch geklaute) Motorrad von Jorge & Claire, um die Verfolgung aufzunehmen. Schließlich befindet sich in seinem Mercedes viel Geld und eine Pistole.

Wen haben wir also hier zusammenfassend: Die schon vor der Baby-Entführung zerstrittenen neurotischen Eltern (mit teilweise Loriot-Charme); dann ein halbkriminelles Pärchen, ER als teilweise cholerischer Loddel, SIE mit emotionaler Locker-Puste; plus einem anonymen Motorrad-Gangster-Verfolger mit offensichtlichen wie permanenten Magen-/Darmproblemen. Dazu taucht auch noch kurz ein dicklicher LKW-Fahrer als potenzieller Vergewaltiger auf. Also: ALLE haben hier offensichtlich bzw. mehr oder weniger einen „an der Waffel“. Bis auf Tim natürlich. Die kleine Schrei-Unschuld. Der in dieser Nacht durch einige Arme „muss“. Von wegen mehrfachem Positionswechsel. Der Beteiligten.

Manchmal gibt sich „Nachtlärm“ leicht verbiestert, meistens aber wirkt er schwarzkomisch chillig. Durchtrieben. Jenseits von Logik. Aber irgendwie plausibel. Situationskomisch. Auch wenn’s schon mal was auf die Gusche (blutig) und zwischen „die männlichen Trüffel“ (schmerzhaft) gibt. Während die Darsteller bei dieser Groteske zu schöner Frechheit auflaufen: ALEXANDRA MARIA LARA („Der Untergang“) grinst sich endlich mal nicht rehäugig durchs Gelände („Wo ist Fred?“), sondern mimt „mit Schmackes“ die vergrätzte, stinkige Baby-Mutter, „Marco“ SEBASTIAN BLOMBERG weint tapfer mit; während als eigentlicher Charakter-Reiz das Tandem CAROL SCHULER & GEORG FRIEDRICH als Claire & Jorge rüde-spannend wie dicht abrotzt. Je länger man “von denen“ eingebunden ist, „hängt“ man hier gut mit-drin, an denen gerne dran: Was für eine packende Performance dieser Talente-pur. Sie machen aus einem kleinen, überschaubaren Road Movie einen schmucken schmutzigen Outlaw-Neon-Spaß (= 3 ½ PÖNIs).

NACHTS IM MUSEUM" von Shawn Levy (USA/GB 2006; 108 Minuten; Start D: 27.12.2006); der neulich das Remake von "Der rosarote Panther" (mit Steve Martin in der Peter-Sellers-Inspektor Clouseau-Rolle) ziemlich verhunzte und auch hier eine hübsche Idee ziemlich lahm veralbert: BEN STILLER ("Starsky & Hutch") mimt den neuen Nachtwächter im Geschichtsmuseum in New York. Wo gleich in seiner ersten Nacht die Exponate wie Dinos, Affen, Elefanten, Löwen oder Wachsfiguren wie Attila, der Hunne oder Ex-Präsident Teddy Roosevelt "lebendig" werden und ein "Eigenleben" zu führen beginnen.

Das SEHR konstruiert wirkende Drehbuch lässt vom ägyptischen König bis zum Cowboy samt hübscher Indianerin alle nur erdenklichen Figuren klamaukig auf- und abtauchen und weiß sich - trotz seiner visuellen Raffinesse - nicht so recht zwischen Komödie und Fantasy-Abenteuer entscheiden. Zudem verpufft die emotionale Story um einen Dad, der sich und seiner Family beweisen will, dass er´s "draufhat", vorhersehbar-schnell.

Und obwohl in Nebenparts Promis wie "Oscar"-Preisträger Robin Williams (als wackerer Teddy Roosevelt) sowie die Comedy-Legenden Dick Van Dyke (einst der Freund von "Mary Poppins") und der heute 86jährige "Oscar"-Oldie Mickey Rooney (der in mehr als 200 Filmen mitspielte) nett mitmischen, ist das Vergnügen ob seiner spannungslosen Schlichtheit eher begrenzt (= 2 PÖNIs).

NACHTS IM MUSEUM 2“ von Shawn Levy (USA 2008; 100 Minuten, Start D: 21.05.2009); setzt den Überraschungshit von 2006 – „Nachts im Museum“, Regie ebenfalls Shawn Levy; basierend auf dem Kinderbuch „The Night at the Museum“ des kroatischen Illustrators Milan Trenc von 1993 fort - (weltweite Kino-Einnahmen: 573 Millionen Dollar; in Deutschland rd. 3,1 Millionen Kinobesucher). Die bekanntesten Filme des in Kanada geborenen 42jährigen Regisseurs sind „Made in America“ (1993); „Lügen haben kurze Beine“ (2002); „Voll verheiratet“ (2003); „Im Dutzend billiger“ (2003/mit Steve Martin) und dem Remake von „Der rosarote Panther“ (2006/auch mit Steve Martin). „Nachts im Museum 1“ = Geschiedener Vater will Ex-Ehefrau und Sohn von seiner „Läuterung“ überzeugen und nimmt Job als Nachtwächter im New Yorker Naturgeschichte-Museum an, wo die Exponate in der Nacht ein verblüffendes, turbulentes Eigenleben führen.

Jetzt hat Larry Daley (BEN STILLER/“Verrückt nach Mary“; „Tropic Thunder“) seine Misere überstanden, ist ein erfolgreicher Unternehmer geworden. Und muß dennoch an den Schauplatz seiner urigen Abenteuer von einst zurück, weil seine Hilfe dringend benötigt wird: Künftig sollen dort nur noch Hologramme von Attila, den Neanderthalern und Teddy Roosevelt zu sehen sein. Die Wachsfiguren haben ausgedient und werden ins Lager des Washingtoner Smithsonian-Museums geschickt/abgeschoben. Doch dort geraten seine lebendigen Wachs-Freunde in Not, denn ein finsterer Pharao will in dem Museum die Herrschaft übernehmen. Klar, daß Larry zur Hilfe eilt. Und nun geht´s wieder los. Motto: Höher, schneller, weiter. Und komischer. Der Smithonian Museumskomplex ist der größte und meistbesuchte seiner Art auf der Welt. Der gigantische Museumskomplex im Herzen von Washington D.C. umfaßt, mit über 136 Millionen Exponaten, insgesamt 19 Häuser. Darunter das berühmte Luft- und Raumfahrtmuseum sowie die nationale Porträtgalerie.

Hier also kann man sich „breit“ und ganz austoben. Wobei sich die Story voll und ganz auf das „erwachte Personal“ konzentriert, während Larrys Eheprobleme aus Teil 1 keine Rolle mehr spielen. Gott sei Dank, denn nun beginnt , pünktlich zum Sonnenuntergang, das tolle Zirkusprogramm. Mit einem herrlich einfältigen Pharao und seinen wirren Allmachtsphantasien; mit Iwan, dem Schrecklichen, der sich über seinen Beinamen empört; mit Rodins berühmtem Denker, einem gedankenarmen Muskelprotz-Angeber; einem phrasen-dreschenden, eitlen General Custer; mit Napoleon Bonaparte und seinen Schwierigkeiten mit der Körpergröße; dem schwarz-weißen Al Capone; grunzenden Neander-Fuzzis und einem gut-„mitarbeitenden“ steinernen Abraham Lincoln und…und…und. Dazu ufert die Fantasy einmal mehr prächtig aus: Etwa wenn ein Tintenfisch auf dem Trockenen sitzt und mit einem Schwall Wasser aus einem Seefahrts-Gemälde fit gemacht wird oder wenn die Helden auf ihrer Flucht in der Falle sitzen und sich in einer (bekannten) Wand-Fotografie verstecken. Rummelplatz-pur.

„Nachts im Museum 2“ ist eine Achterbahnfahrt des unterhaltsamen Vergnügens: Ich besuche den Zirkus, erlebe neueste Attraktionen; befinde mich auf einem ab-/hochgefahrenen Kino-Spielplatz und schaue verblüffendem neuem Spielzeug zu. Ein amerikanischer Geschichts-Themenpark wird amüsant lebendig. Wird RICHTIG schön KINDLICH, albern, köstlich überdreht. Die Macher haben sich ziemlich viel einfallen lassen, sorgen für trickreichen, phantasievollen schönen Blödsinn. Und: Leichtes Herzgrummeln darf auch sein, denn Larry bekommt diesmal eine starke „Wachs“-Frau zur Seite gestellt: Die erste weibliche Atlantiküberquererin Amelia Earhart (gespielt von der hinreißenden AMY ADAMS/“Verwünscht“; „Glaubensfrage“ + auch in „Sunshine Cleaning“, dem folgenden Film) macht dem ehemaligen Nachtwächter und Neu-Abenteurer Larry schöne Augen.

Eine prima kreative Spiel-Spaß-Jux-Show. In der namhaften Akteure wie Robin Williams, Owen Wilson, Hank Azaria sowie auch Ben Stiller und Amy Adams sich natürlich dem grenzenlosen Einfallsreichtum der (Computer-)Macher unterzuordnen haben. Sie liefern die vorantreibenden Stichworte, alles Andere besorgen schon die schwungvollen Pixel-Paxel-Puxel-Utensilien oder wie das System-Zeugs auch heißen mag. ERICH KÄSTNER kommt einem natürlich in den Sinn: Nur wer als Erwachsener KIND geblieben ist, ist ein Mensch. Klar doch bzw. was mal wieder urig-ulkig-turbulent zu beweisen war. Sie wissen schon - ein Schelm, wer Böses dabei denkt…(= 4 PÖNIs).

Aus Italien stammt der Film „NACHTSONNE“ von Paolo und Vittorio Taviani (B+R; It 1990; 112 Minuten; Start D: 13.09.1990).

Mit ihrem guten Namen verbinden sich Werke wie “Allonsanfan“, “Die Nacht von San Lorenzo“ und vor allem natürlich „Padre Padrone - Mein Vater, mein Herr“, mit dem sie 1978 die “Goldene Palme“ von Cannes gewannen.

“Nachtsonne“ spielt Mitte des 18. Jahrhunderts und erzählt von einem jungen, aufstrebenden Offizier am Königshof. Gekränkte Eitelkeit und enttäuschte Liebe, aber auch die Sehnsucht nach Wahrheit und Erkenntnis lassen ihn umdenken und handeln. Erst zieht er sich in ein Kloster, dann in die Einsamkeit der Berge zurück. Doch als ihn auch hier die bürgerliche, weltliche Ordnung einholt, muss er sich wieder neu entscheiden.

„Nachtsonne“ ist das poetische Bild einer Utopie. Mensch und Natur stehen exemplarisch für die eigene Suche des Menschen nach dem Sinn und die richtige Lebensform. Dabei ist der leise Film zeit- und sinn-überschreitend und mit aktuellen Verweisen ausgestattet. Ein Mensch glaubt höheren, eigentlichen Zielen gerecht zu sein und muss erkennen, doch nur höchst menschlichen, schwachen Motiven gedient zu haben: Stolz, Ehrgeiz, Perfektionismus. Die Tavianis verpacken die in wunderschöne Bilder, in denen viel Herzblut, Weisheit und Geschmack stecken. In der Hauptrolle überzeugt der Engländer JULIAN SANDS.

Sein Auftreten ist zurückhaltend, maßvoll, glaubwürdig. Er macht einen ganz außergewöhnlich, ruhigen, altmodischen Film seh— und genießbar (= 4 PÖNIs).

In die „DIE NACKTE KANONE" von David Zucker (Co-B+R; USA 1988; B: Jerry Zucker, Jim Abrahams, Pat Proft; 85 Minuten; Start D: 27.04.1989); steht Polizeilieutenant Frank Drebin (LESLIE NIELSEN9; aus Los Angeles. Der besitzt die Kräfte eines Arnold Schwarzenegger und die Intelligenz eines Joachim Fuchsberger und ist stets zur Stelle, wenn es um heldenhafte Taten und besonnene Worte geht.

Ein Kollege ist beinahe gekillt worden, also macht sich Frank an die resolute Aufklärung. Und schont dabei weder sich noch die Bürgermeisterin, die Königin von England und seine Fast-Freundin. Obwohl er doch im Grunde ein fünfzigjähriges Sensibelchen ist, kennt Frank Drebin kein Pardon, wenn es um die gerechte Sache geht.

“Die nackte Kanone“, der Titel könnt auch “Die brave Tomate“, “Liebe auf dem Nachhauseweg“ oder sonst wie heißen, er wäre immer zutreffend, ist ein urkomisches Dauervergnügen. Gags, Komik einmal wortwörtlich genommen. Das Gespann David Zucker, Jun Abrahams und Jerry Zucker, die einst “Kentucky Fried Movie“, “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, “Top Secret“ und “Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ schufen, schlägt wieder erbarmungslos zu. Sie ulken das Einmaleins der Slapstick-Geschichte rauf und runter, dass es eine wahre Freude ist. Jede Szene ist frech, doppeldeutig, gemein gemeint. Mit einem kongenialen Leslie Nielsen (Jahrgang 1926) der hier als Spät-Star-Starter mit stolzen 62 auftrumpft und einer sehr komischen PRISCILLA PRESLEY.

“Die nackte Kanone“ ist d i e Lachparade und witziger als sämtliche OTTO-Albereien. Und: Rechtzeitiges Erscheinen sichert die frühesten Lacher, denn schon der Vorspann allein ist das ganze Eintrittsgeld wert. “Die nackte Kanone“, was für ein herrlicher Quatsch (= 4 PÖNIs)!

Helden gibt es gerade im Hollywoodfilm viele, Doch wer hat sie gezählt, wer kennt noch ihre Namen...Nur die Allergrößten sind uns noch in bester Erinnerung. Kerle wie Philip Marlowe, Tarzan, Robin Hood oder... Frank Drebin. Frank Drebin?: Na klar. Der war erst Moviestar in der nur 6teiligen TV-Serie “Police Squad“ und trat dann ebenso entschlossen wie erfolgreich vor 2 Jahren ins Leinwandlicht, um als “Die nackte Kanone“ vor allem die Lachmuskeln zu strapazieren. Jetzt ist Polizist Frank wieder im gnadenlosen Einsatz.

In „DIE NACKTE KANONE 2 ½“ von David oder Jerry Zucker, genau weiß man das nicht, (USA 1991; 85 Minuten; Start D: 08.08.1991); geht es wieder um den heldenhaften, furchtlosen Einsatz gegen das unbarmherzige Verbrechen, Das überall lauert, wo gerade Frank auftritt. Deshalb wird er auch zunächst im Weißen Haus überschwänglich geehrt. Aber Frank Drebin lässt bei der Bekämpfung des Verbrechens weiterhin nicht locker. Auch nicht bei seiner Angebeteten, die ihn vor 2 Jahren verlassen hat Das Wiedersehen ist von überschäumender Leidenschaft und manischer Besessenheit. Aber, Schnaps ist Schnaps, das heißt: Frau ist Frau, und Beruf eben Berufung. Frank Drebin wird wieder einmal gefordert, Warum und wieso, weiß er eigentlich nicht so genau, aber das ist ja auch egal. Die Hauptsache: Der böse Feind ist ausgemacht und besiegt. Mit allen Mitteln, Tricks und dämlichen Zu- und Unfällen. Und von denen gibt es eine Menge. Auch wenn dabei mexikanische Volksmusik gesungen und ein Invalide verprügelt werden muss. Oder die Präsidenten-Lady Barbara Bush sehr viel einzustecken hat und der Präsident zum Affen gemacht wird. Die Hauptsache ist, Slapstick kommt zu seinem Dauerrecht. Kein Witz ist so blöde, dass er nicht nochmal Verwendung finden kann. Keine Pointe noch so geschmacklos, als dass man sie auslassen dürfte.

“Die nackte Kanone 2 ½“ ist pure Lust-Anarchie, besitzt herrlichsten Holzhammer-Humor, ist durchtrieben- albern und einfach unglaublich dauerkomisch. LESLIE NIELSEN und PRISCILLA PRESLEY spielen erneut die heißen Oldies, die einfach nichts auslassen wollen. Mit dabei auch: Der britische Komiker RICHARD GRIFFITH („King Ralph“). Schade, dass der Film schon nach 90 Minuten aus ist. Aber Leslie Nielsen musste unters Sauerstoffzelt und der Produktion ging das Material aus. Daraufhin wurde der Film für beendet erklärte Jetzt wird kräftig gespart, damit demnächst “Die nackte Kanone 3 ¾ “ in Angriff genommen werden kann, Bis dahin werden wir wohl ausgelacht haben..., oder (= 4 PÖNIs)?

Hier ist er wieder, der berühmt-berüchtigte Lieutenant Frank Drebin, auch “The Naked Gun“ genannt: “Die nackte Kanone“. Warum und wieso, weiß kein Mensch, aber das ist ja auch wohl egal, wenn ein Typ solchen Erfolg hat wie Er. Gleich zweimal hat er uns in den letzten Jahren vor dem totalen Einschlafen im Kino bewahrt. Denn bei so viel komischer Komik, bei so vielen dauerhaften, wunderbar-frechen Anspielungen und kessen “Schweinereien“ blieb kein Auge trocken und keine Kehle verschlossen. Und jetzt ist ER endlich wieder da.

Er hat inzwischen seine Jane geheiratet und ist soeben pensioniert worden. Doch wir wissen: Ohne IHN geht es auf dieser absolut gemeinen Kino-Welt einfach nicht. Die neue Pflicht ruft, er ist “eigentlich“ bereit. Allerdings muss er erst noch zuhause sein liebes Weib überzeugen, aber trotz aller durchaus überzeugender Argumente Jane ist und bleibt stinksauer. Sie wollte ihren Haus-Tarzan endlich für sich haben und will einfach nicht begreifen, dass Männer einfach das tun müssen, was Männer einfach immer tun müssen. Doch Frank weiß natürlich, Frauen kommen doch immer wieder. Und sei es...als Geisel...oder so.

Verstanden, worum es hier geht? Natürlich: In „DIE NACKTE KANONE 33 1/3“ von Peter Segal (USA 1993; B: Pat Proft, David Zucker, Robert LoCash; 83 Minuten; Start D: 12.05.1994); übrigens: Ein absolut passender Titel, darf LESLIE NIELSEN wieder einmal wunderbar-schlimm herum-klamotten und seine herrlichen Dauer-Zoten abziehen. Motto: Jede Szene ein Gag. Oder so.

Die Anspielungen zielen auf alles, was sich so in Hollywood und Umgebung bewegt. Und wenn dann am turbulenten Schluss sogar die gute, alte “Oscar“-Verleihungsveranstaltung kräftig auf die parodistische Schippe genommen wird, ist kein Halten mehr Die Falten fliegen bei so viel Lachen aus dem Gesicht..., Vorsicht nur, sollte selbiges geliftet sein. Mehr aber soll nicht verraten werden. Nur noch so viel: Gehen Sie bloß nicht in diesen Film. Er schadet eindeutig ihrem klugen, logischen Verstand und ihrem Benehmen auch und überhaupt: Ihrem ganzen Charakter. Dieser Film “Die nackte Kanone 33 1/3“ übt unter Garantie einen schlechten Einfluss aus, denn Sie verlieren einfach die Kontrolle über sich und den Verstand. Also: Vorsicht! Ein “Wahnsinns"film, der jedem Kind zwischen 9 und 90 die blanken Tränen in die Augen treibt.

Bitte: Wollen Sie sich etwa “so etwas" antun??? Und falls ja: Großes Vergnügen. Ehrenwort. Oder so was...(= 4 PÖNIs).

DIE NACKTE WAHRHEIT“ von Robert Luketic (USA 2008; 108 Minuten; Start D: 01.10.2009); der 1973 in Sydney/Australien geborene Regisseur arbeitet seit einigen Jahren in Hollywood und schuf dort einige „ganz hübsche“ Unterhaltungsmovies wie „Natürlich blond“ (2001 (mit Reese Witherspoon); „Total verknallt in Ted Hamilton“ (2004; mit Kate Bosworth) und „Das Schwieger-Monster“ (2005/mit Jane Fonda + Jennifer Lopez). Zuletzt inszenierte er das Spieler-Drama „21“ (2007/mit Kevin Spacey). Sein neuester Streich ist ein Beziehungsquatsch, eine Geschlechter-Komödie zum „Schnellverbrauch“, sozusagen filmischer Fast-Food; ganz nett, aber auch ziemlich schnell wieder „abgehakt“. Das gute alte Loriot-Motto steht einmal mehr Pate: Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen…..

SIE, Abby, die Blondine vom Dienst, präzise vom Fernseh-Dienst, denn Abby tritt als ehrgeizige TV-Produzentin einer Morgen-Show beim Frühstücksfernsehen (des Senders „A.M. Sacramento“) auf. Muß gerade einen rapiden Quoteneinbruch verbuchen und kommt auch privat „nicht in die Puschen“. Denn wie auch im Beruf hätte sie es partnerschaftlich gerne „kontrolliert“, stets „lösungsorientiert“. So präsentiert sie sich unbewußt „zickig“-attraktiv. Und muß nun auch einen frisch eingestellten „Sonderbeauftragten“ akzeptieren, MIKE, den gutaussehenden Chauvi vom Dienst. Der deshalb erfolgreich ist/´rüberkommt, weil er immer genau DAS sagt, was er „Schlimmes“ (über Mann und Frau) denkt. Locker-flockig erzählt er davon, daß sich Männer keineswegs zunächst für die „wahren Gefühle“ einer Kennenlern-Frau interessieren, sondern nur für ihre „feinen Äußerlichkeiten“. Denn DIE sind sichtbar, alles Andere bleibt doch zunächst „verdeckt“. Und so weiter und sofort. Natürlich, Mikes unverschämt rasante Auftritte in/als „Die nackte Wahrheit“ lassen ihn im Handumdrehen zum Quotenkönig werden. Was SIE natürlich nervt bzw. ganz „kirre“ macht. Doch dann muß er ihr „helfen“. Denn in der Nachbarschaft ist Single-Arzt Colin aufgetaucht, ein Spitzentyp in Sachen Aussehen. Und Abby hat´s erwischt. Und erduldet es sogar, daß Mike ihr „erfolgreiche Ratschläge“ gibt, damit diesmal auch ja nichts schiefläuft. Und siehe da…..

Na ja, eine dieser hollywoodschen Charming-Komödien, die ganz gut, weil bisweilen witzig unterhalten. Mit ziemlich heftig-deftig frechen Pointen in Sprache und zweideutigen Gedanken; auf der emotionalen Linie mit einer Art cooler „Hardcore-Romantik“ versehen, wo die kessen Verbal-Funken ganz ulkig sprühen. Erinnert ein bißchen an die einstigen Kabbeleien in den alten Doris Day/Rock Hudson-Banalitäten („Ein Pyjama für Zwei“), also Sie prüde, Er frech; was sich liebt, das neckt sich… und so was. Zudem wird hier eine neue, launige Variante a la „Harry & Sally“-Restaurant-Tisch-Meg Ryan-Orgi-Nummer gestartet. Sieht „niedlich“ aus. Die 30jährige Blondine KATHERINE HEIGL („27 Dresses“; „Beim ersten Mal“), die 1994 in „Daddy Cool“ die Tochter von Gerard Depardieu mimte, gibt die Karriere-Frau, die „mit dem Kopf“ voll funktioniert, aber im Privaten eine komplette Katastrophenbraut ist; der 40jährige Schotte GERARD BUTLER („Lieber Frankie“; „Das Phantom der Oper“; „300“) bedient – mit Dreitage-Bart-Dampf – „den herzigen Schmutzfink“, den charismatischen Proll, der natürlich seinen „weichen Kern“ geschickt zu verbergen und temperamentvoll zu überspielen weiß. Man duelliert sich, punktet kräftig, und DAS unterhält durchweg ganz ordentlich: Ein bißchen was zum freundlichen Schauen; ein bißchen was zum fröhlichen Zu-Zweit-Abdampfen; ein bißchen was von Charming-Show, mit scharfer Würze und unverschämtem Zungenschlag. Okay für den Moment (= 3 PÖNIs).

NADER UND SIMIN – EINE TRENNUNG“ von Ashgar Farhadi (B+R; Iran 2010; 123 Minuten; Start D: 14.07.2011); ist ein gewaltiges, ist ein wunderbares Werk, das im diesjährigen BERLINALE-Wettbewerb DER überragende Beitrag war. Zurecht mit dem „Goldenen Bären“ als „Bester Film“ ausgezeichnet und mit beiden „Silbernen Bären“ für die „Beste Ensemble-Arbeit“ sowohl bei den Darstellerinnen als auch für die Darsteller prämiert wurde. Es ist der 5. Spielfilm des 1972 in Isfahan/Iran geborenen Ashgar Farhadi. Wobei auch schon sein vorletzter, „Alles über Elly“, ein sensibles Ausflugsdrama, bei der Berlinale von 2009 im Wettbewerb gezeigt und mit dem „Silbernen Regie-Bären“ bedacht wurde.

„Nader + Simin“ ist ein gesellschaftspolitisch motiviertes subtiles Psycho-Drama. Mit bzw. von hoher Spannungsqualität. Außen wie vor allem innen. Dargeboten von einem überragenden Ensemble. „Innen“ = Brisanz. Im iranischen Heute. Der simple, aber „explodierende“ Titel: Ein Paar will sich scheiden lassen. Das heißt korrekter - SIE will sich von IHM trennen. Möchte mit der 11jährigen Tochter das Land verlassen. Ausreisen. Wie lange und wohin wird nicht präzisiert. Die Genehmigung ist vorhanden. Doch der Pass läuft demnächst ab. Also ist Eile geboten. Was ihm nicht passt. Denn Nadir möchte seinen an Alzheimer erkrankten pflegebedürftigen Vater nicht alleine zurücklassen. Simin leitet daraufhin die Scheidung ein. Die Tochter ist zwiegespalten. Hin- und hergerissen in ihren Gefühlen. Möchte bei ihrem Vater bleiben, möchte aber auch die Mutter nicht „verlieren“. Währenddessen hat Nader eine (ungelernte) Pflegekraft für seinen Vater eingestellt. Was sich bald als „problematisch“ herausstellt. Schließlich als SEHR problematisch. Denn als DIE einmal aus privaten (Schwangerschafts-)Gründen den Alten kurzzeitig verlässt, eskaliert das Geschehen. Das Gericht wird bemüht, ein Richter tritt auf. Der juristische Kreislauf. Innerhalb des Systems. Die wechselnden Positionen. Die Merkmale der ständigen physischen wie seelischen Unruhe. Gemeint: Eine Gemeinschaft im Wandel. Im Wandlungsprozess.

„Außen“ = Blicke. Auf die Menschen. Auf die Bewegungen. Auf „die Abläufe“. Im heutigen Iran. Auf eine „hochinteressante“ Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Auf Familien aus Mittel- und Unterschicht. Sowie: Auf die vor allem über allem stehende Dauerfrage, warum denn überhaupt eine „klügere“ Familie das Land zu verlassen beabsichtigt. Spannend ist DAS. Aufregend. Bisweilen wie ein Klasse-Krimi. Diese Schilderung zwischenmenschlichen Aufeinandertreffens. Aufeinanderprallens. Ohne reißerische Effekte, aber sehr atmosphärisch. Denk-Berührend. Nahegehend. In Personen und Betrachtung. „Nader + Simin“ ist ein Film, in dem „die Strassen“ „reden“. Wo die Architektur, die Autos, im Stau, diese langen Gänge, das Herumwuseln der aufgebrachten oder resignierten, der geforderten, überforderten Menschen „Bände“ sprechen. Diese vielen ständigen fließenden „Bewegungen“. Die das Innen deutbar, sichtbar werden lassen. Was „woanders“ als normal, dazugehörig, selbstverständlich gilt, wird und wirkt hier im iranischen Heute doppelbödig. Symbolhaft. Verklausuliert. Nah. Dicht.

„Der Wunsch, modern zu leben, ist sehr groß“, sagte der Autor und Regisseur bei der Berlinale. Und, in Anspielung auf seinen Kollegen Jafar Panahi, der im Iran zu Haft und Berufsverbot verurteilt wurde und nicht zur Berlinale in die Jury kommen durfte: „Ich bin kein Held, ich bin Filmemacher. Wenn ich etwas zu sagen habe, sage ich das durch meine Filme“. Also unterließ er allzu deutliche Solidaritätsbekundungen im Frühjahr. Trotzdem - sein Film spricht FÜR ihn. Spricht eine ebenso deutliche wie großartige Denk- und Seelen-Sprache. Filmsprache. Spannungssprache. Anspannungssprache. Vor allem aber auch - eine jederzeit glaubwürdige, überzeugende Emotionssprache. In Sachen Orientierung. Moral. Möglichen, also machbaren Lebensphilosophien. Umgangsnormen. Umgangsformen. Im modernen Iran. Ohne ideologisch „die Fahne“ zu bemühen. Ohne großspurige Ausrufungszeichen. Ohne dicke Kraftmeierei. Und dennoch spannend wie ein besserer Gesellschaftsthriller aus den USA. Mit genauso vielem tollem Unterhaltungs- wie Denkfaktor. Dank großartiger, intensiver Darsteller-Akteure.

„Nader und Simin – Eine Trennung“ ist ein in JEDER Hinsicht beeindruckendes, Bauch wie Kopf gleichermaßen exzellent füllendes Meisterstück von sattem, hervorragendem modernem KINO (= 5 PÖNIs).

P.S.: ASHGAR FARHADI lebt derzeit und in den nächsten Monaten in Berlin. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Für ein halbes Jahr ist er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Farhadi will hier an einem neuen Spielfilm arbeiten.

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