„PRECIOUS – DAS LEBEN IST KOSTBAR“ von Lee Daniels (USA 2008; 109 Minuten; Start D: 25.03.2010); das ist ein heute 40jähriger schwarzer Produzent, Regisseur und Schauspieler aus Philadelphia. Der als Produzent 2001 „Monster´s Ball“ mit-produzierte und Halle Berry als erste afro-amerikanischen Schauspielerin zum Hauptdarstellerinnen-„Oscar“ verhalf. Mit dem Thriller „Shadowboxer“ (mit Cuba Gooding Jr. + Helen Mirren) schuf er 2005 seinen ersten eigenen Regie-Film (= hatte bei uns am 20.9.2007 DVD-Premiere). Sein zweiter Regie-Film zählt zu den großen Überraschungen der Saison, basiert auf dem Debüt-Roman „Push“ der New Yorker Schriftstellerin SAPPHIRE, war bisher sage und schreibe 58 x für Internationale Preise nominiert und gewann davon 44 ! Darunter den „Special Jury Preis“ beim renommierten „Sundance Festival“ im Januar 2009 sowie kürzlich 2 „Oscar“-Trophäen für MO´NIQUE als „Beste Nebendarstellerin“ sowie für GEOFFREY FLETCHER für das „Beste adaptierte Drehbuch“. Auch hier geht es imgrunde um eine Aschenputtel-Geschichte.
Dabei im Blickpunkt: Die 16jährige Claireece Jones, die sich selbst „Precious“, also „kostbar“/“wertvoll“, nennt. Weil das Leben, das sie im New Yorker Ghetto-Stadtteil Harlem 1987 führt, führen muß, alles andere als schön ist. Ganz im Gegenteil: Precious ist Analphabetin, wird vom Vater mißbraucht, hat ein „Mongo“-Kind auf die Welt gebracht (leidet am Down-Syndrom) und ist erneut schwanger, wird von der saufaulen, gewalttätigen Haß-Mutter ständig gedemütigt, geprügelt. Dazu kommt, daß das junge Mädchen „erheblich übergewichtig“ mit ihren über 150 Kilo ist. In ihrer Not flüchtet Precious in Tagträume, in denen sie ein beliebter Star ist. In denen „die Welt“ sie mag, bewundert, hofiert. Was sich grauenvoll anhört, ansieht, ist es auch. Dennoch: Precious ist in ihrem tiefsten Innern überzeugt, kein Nichts und Niemand, sondern ein „spannender Mensch“ zu sein. Und der Weg ist hier tatsächlich das Ziel. Denn Precious besitzt hinter ihrer massigen Fassade eine riesige Palette von Emotionen, von Tapferkeit und Klugheit. Und versteht es, aus dieser trüben Seelen-Dunkelheit trotz aller Widrigkeiten herauszufinden. Mit Hilfe von Pädagogen von der Förderschule, wo sie gegen den Willen ihrer Mutter hingeht und wo sie zu begreifen lernt, Opfer von Verbrechen zu sein. Wo ihre Intelligenz pö a pö zum Vorschein und „zur Anwendung“ kommt.
Was sich möglicherweise wie eine kintoppreiche Performance über ein verschüttetes, kaputtes Wesen anhört, ist in Leinwand-Wirklichkeit eine mutige, couragierte Gradwanderung zwischen den (aktuellen) Themen Gewalt und Würde. Die ebenso wütend macht wie aufregend berührt. Weil als eben keine nur-deprimierende Milieustudie und als brutale soziale Gesellschaftsanklage angeboten, sondern als provozierende, berührende, spannende und bisweilen sogar bitterbös-humorige Menschenstory mit viel schockierendem Realismus wie hartnäckiger „Nachfrage“ in Sachen Rassismus, Diskriminierung und „Schönheit“. In „Precious“ geht es nicht nur um den gemeinen Sadismus an einer jungen Frau, sondern auch um das gegenwärtige andauernd so hochgekochte Medien-Motto der „allgemeinen SCHÖNHEIT“. „Precious“ pulvert die Gedanken in Sachen Fratzenkultur („Next Top Model“ und so etwas…) und Schlankheitswahn auf. Läßt in Sachen Körperwahn und Meinungswürde vehement wie wunderbar aufhorchen.
DAS liegt natürlich zuallererst an der unglaublichen Hauptakteurin, der 26jährigen GABOUREY SIDIBE als Precious. Seit ihrer „Oscar“-Nominierung und ihrem –Auftritt neulich schlägt sie eine liberale Bresche für die Selbstverständlichkeit, über den eigenen Körper selbst bestimmen zu können. Denn wie „Gabby“ Sidibe ihren fülligen schwarzen Engel ebenso hilflos wie verletzlich wie aufmüpfig wie selbstbewußt vorführt, ist eine Wonne, eine Wucht, eine sagenhafte Show. Die „XXL-Cinderella“ („Spiegel“) zeigt sich nämlich auch so etwas von charmant, „bezaubernd“, kraftvoll, daß dadurch dieser außergewöhnliche Erlebnisfilm zum Groß-Ereignis wird. Ohne albern, peinlich oder nur-mitleidheischend zu wirken. Was für eine grandiose, packende innere wie äußere BEWEGUNG von Film; was für eine Großartigkeit von Sinn und Happening. Bei der natürlich auch die Schauspielerin MO´NIQUE (42) ihren faszinierend-grauslichen Darstelleranteil hat und zu Recht für den Part als tückischer Mama-Satan mit einem „Oscar“ belobigt wurde. „Precious“ geht verblüffend neue Denk-, Schau- und Fühlwege im amerikanischen Kino: Obama sei Dank, das erste Kraftpaket von „Yes we can“-Movie ist da (= 4 PÖNIs).
„PREDATORS“ von Nimród Antal (USA 2009; 107 Minuten; Start D: 08.07.2010); der 36jährige ungarischstämmige amerikanische Regisseur ist im internationalen Kino kein Unbekannter. Seine bisherigen 3 Spielfilme - das exquisite, in Ungarn entstandene „U-Bahn“-Debüt „Kontroll“ (2003/Nachwuchspreis bei den Filmfestspielen von Cannes) sowie die in den USA entstandenen Streifen „Leerstand“ (2007/mit Kate Beckinsale + Luke Wilson) und zuletzt „Armored“ (2009/, ein Kerle-Thriller mit Matt Dillon, Jean Reno + Laurence Fishburne) - fanden „neugierige Abnehmer“. Hier nun greift er ein bereits vielfach verwandtes Genre-Thema wieder auf: „Predator“, also Raubtier“, bietet Science-Fiction-Horror bekannter Abenteuer- und Gefechts-Prägung.
Zur FILMgeschichte: 1987 kämpfte ARNOLD SCHWARZENEGGER in „PREDATOR“ von John McTiernan als US-Major im Dschungel Zentralamerikas gegen einen außerirdischen Wüterich, der Menschen als „wehrhaftes Wild“ genüsslich zur blutigen Strecke brachte. In „PREDATOR 2“ von 1990 bemühte sich Danny Glover als „Detective“ in Los Angeles, den meuchelnden „Alien“ zur Strecke zu bringen. Danach war erst einmal diesbezügliche Filmruhe. Erst 2004 und zuletzt 2007 folgten die Fortführungen dieses Action-Themas mit „Alien vs. Predator“ sowie „Aliens vs. Predator 2“. Nun also die aktuelle Ausgabe im ständigen Fight zwischen Menschen und Maschinen. Als Co-Drehbuch-Autor und Co-Produzent fungierte dabei kein Geringerer als der mexikanische Haudegen und Quentin-Tarantino-Kumpel ROBERT RODRIGUEZ (41), bekannt durch seine schwarzen Action-Späße „El Mariachi“ (1992); „Desperado“ (1995), „From Dusk Till Dawn“ (1996), „Irgendwann in Mexiko“ (2003), „Sin City“ (2005) und „Planet Terror“ (2007). Waren die bisherigen Duelle zwischen der außerirdischen Zerstörungsintelligenz und den Menschen auf der Erde angesiedelt, geht es nun in Richtung Heimatplaneten der Maschinen-Terroristen.
Dort wird eine Gruppe von Elite-Kämpfern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt „unerklärlich“ geparkt (kurzum - sie werden aus Flugzeugen abgeworfen und kommen erst dabei „zur Besinnung“), um sich hier einem Überlebensgemetzel zu stellen. Bestens ausgebildete und bewaffnete Menschen-Krieger, vom allwissenden CIA-Spezi, über einen stummen Yakuza-Barfuß-Killer, über einen aggressiven Todeskandidaten aus der Zelle, über einen nebulösen tschetschenischen Kämpfer, über einen afrikanischen Söldner, über einen mexikanischen Todesschwadron-Auftragsmörder, über eine attraktive Gun-Lady vom Geheimdienst sowie über einen mehr als nur freundlichen Brillen-Doktor….., wurden offensichtlich „geholt“, um Teil eines mörderischen Jagd-Spiels zu werden. SIE, die 8 Irdisch-Besten der Besten in Sachen Liquidieren, sozusagen menschliche Ungeheuer, als Beute für die gierigen Killer-Predators. DIE einmal mehr ihre „Fähigkeiten“ anpassen, überprüfen und erweitern wollen, um „auf dem neuesten Stand“ in Sachen „Beute“ und „Plattmachen“ zu sein. Also wird gerannt, geballert, was das Zeugs hält, gemeuchelt in allen Variationen, massakriert und markig herumkrakelt. Als Kanonenfutter für die hochtechnisierten Alien-Mutanten haben die Menschen natürlich keine Chance und werden nach und nach, wie schon (natürlich viel dezenter) einst bei Agatha Christie („Zehn kleine Negerlein“, 1939/darf man ja heute politisch korrekt nicht mehr sagen; aktuell: „Und dann gab´s keines mehr“), eliminiert. Abgeschlachtet. Bis zwei übrig bleiben und die Nächsten schon wieder aus der Luft herangeschwirrt kommen. Zum nächsten „Test“. Die Metzeleien könn(t)en weitergehen.
Typisches Action-Balla-Balla-Klima-Kintopp. Motto: Immer feste druff. Essen und Trinken benötigen die Kameraden kaum, und auch beim Aussehen verändern sich die Figuren wenig. Ein bisschen Schmutz-Schminke, na ja. Lautstarkes Radau-Kino. Mit viel Kriegsgebrüll und Logik-Löchern von hier bis Kapstadt. Aber wurscht, die Hauptsache, man organisiert die Leinwand mit viel Karacho und Gedöns. Als wüste Alptraum-Show. Was allerdings „Oscar“-Preisträger ADRIEN BRODY („Der Pianist“ von Roman Polanski/2003) hier als Anführer der „Abgeworfenen“ zu suchen hat, kann mutmaßlich nur mit vielem Dollar-Honorar begründet werden. So dumpf-blöd trat er jedenfalls noch nie in Erscheinung. Ansonsten - an der Front nichts Neues oder viel aggressiver Murks um das bekannte Tohuwabohu des amerikanischen Action-Schwachsinns. Gesponsert by „The Waffen- + Videospiel-Lobby“ (= ein Scherz. Oder?) = 2 PÖNIs (wg. manch guter Effekte).
„PREMIUM RUSH“ von David Koepp (Co-B+R; USA 2010/2011; 91 Minuten; Start D: 18.10.2012); mit „Eilauftrag“ ist ein neues Genre erfunden - der FAHRRAD-Thriller. Als Straßen-Western. Präzise: Hier fetzt geradezu und atemberaubend der 1. Fahrradkurier-Krimi prächtig in New York ab. Mitgeschrieben und inszeniert vom angesagten US-Drehbuch-Autoren und gelegentlichen Hollywood-Regisseur David Koepp (gesprochen: KEPP), zu dessen bekanntesten Drehbüchern die zu Genre-Hits wie „Carlito’s Way“ (mit Al Pacino), „Jurassic Park“ (1993), „Mission: Impossible“ (1996), „Panic Room“ (4 Millionen Dollar-Gage/2002/David Fincher/Jodie Foster), „Spider Man“ (2002) sowie „Illuminati“ (2009) zählen. Als Spielleiter verantwortete er „Späße“ wie „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ (1999), „Das geheime Fenster“ (2004/mit Johnny Depp) sowie zuletzt „Wen die Geister lieben“ (2008/mit Ricky Gervais).
Ein helles Rennrad schlängelt sich im Heidentempo durch die New Yorker Straßenschluchten. Nicht ausgestattet mit Bremsen und Gänge. Nur auf „volle Eile“ getrimmt. Der Fahrer hat nur ein Ziel im Sinn - nie anhalten und seine Lieferung so schnell wie nur möglich abliefern. Er ist jung, dynamisch, heißt Wilee, sollte eigentlich längst als Jurist Karriere machen, doch liebt er derzeit viel lieber diesen täglichen Adrenalinstoß. Auf den überfüllten Straßen. Sein schwarzhumoriges Ego-Motto lautet dabei selbstbewusst: „Wenn du bremst, dann stirbst du“. Halt. Also - fahr’ zu. Wilee ist einer von etwa anderthalbtausend New Yorker Fahrradkurieren. Die tagtäglich in einem Affentempo „draußen“ unterwegs sind, um ihre Ware pünktlich anzuliefern. Egal, wie stark Verkehr und Aufkommen auch immer sein mögen. Halsbrecherisch ziehen sie ihre Runden. Bewegung, ununterbrochene Fortbewegung, ist ihr Job. Der viel Geschicklichkeit und jetzt auch überdimensionalen Mut abverlangt. Denn der aktuelle Beförderungsauftrag ist bzw. wird für Wilee plötzlich zu einer echten wie muskelfesten Herausforderung.
Dabei geht es zunächst eigentlich nur um einen „ganz normalen“ Umschlag. Den er an der Universität von einer jungen Frau entgegennimmt, um ihn an eine Ex-Freundin von ihm auszuliefern. Was einen ganz und gar verkommenen, also spielsüchtigen, korrupten Oberpolizisten namens Bobby Monday auf den Verfolgerplan ruft (einmal mehr phantastisch - der „Oscar“-nominierte Hüne MICHAEL SHANNON, 37, aus dem 2008er Sam Mendes Spitzendrama „Zeiten des Aufruhrs“/neben Kate Winslet & Leonardo DiCaprio). Der glaubt natürlich ein einfaches Spiel mit diesem „blöden Fahrrad-Man“ zu haben, doch da täuscht er sich. Erheblich. Gewaltig. So dass sich fortan eine mörderische Tempo-Jagd zwischen „Auto“ und „Fahrrad“ beziehungsweise deren Halter ergibt. Dabei kommt der Drahtesel zwar einige Male bedrohlich in Räder-, also Blech-Nähe, doch umfallen, vollends umkippen tut der clevere Asphalt-Junkie deshalb noch lange nicht. Ganz im Gegenteil - jetzt will er es gerade wissen. Was den jähzornigen Cop natürlich in immer mehr Rage versetzt. Und mehr und mehr „ausflippen“ lässt. Der volle Stress ist hier in und mit ironischer Volldampf-Spannung annonciert. In einer Art Echtzeit. Worum es eigentlich bei diesem Wahnsinnsduell geht?: Also um geheime Geldströme, Menschenhandel, um illegale chinesische Machenschaften und so etwas. In der schmutzigen Pointen-Tempo-Art. Ein ausgebuffter Fahrradkurier wird „deshalb“ zum „modernen Ritter der Straßen“ = Toll. Irre. Höchst vergnüglich.
Er wird derzeit in Hollywood „hoch“ gehandelt: JOSEPH GORDON-LEVITT, am 17. Februar 1981 in Los Angeles geboren. 2009 fiel er in dem überaus erfolgreichen Independent-Movie „(500) Days of Summer“ erstmals „größer“ auf („Golden Globe“-Nominierung). Ein Jahr später stand er neben Leonardo DiCaprio in Christopher Nolans „Inception“ mit vor der Kamera. In diesem Jahr war er als John Blake der Polizisten-Helfer für „Batman“ Christian Bale in dem Christopher Nolan-Werk „The Dark Knight Rises“. Gordon-Levitt, „der mit dem Bubi-Face“, besitzt eine eher „unbedarfte“ jugendliche Ausstrahlung denn Muskel-Präferenz. Und –Präsenz. Deshalb täuscht sich hier ja auch der sich so überlegen fühlende Dreckskerl Bobby Monday. Ungemein. Hält dieses „Weichei“ nicht für Konkurrenz. Fähig. Würdig. Doch dieser pfiffige Wilee alias Joseph Gordon-Levitt zeigt ihm auf außerordentlich rasante Art und Weise, was es heißt, gegen einen der Besten seiner „Fortbewegungsgang“ anzutreten. Clever wie professionell strampelnd. Mit reaktionsschnellem Sekunden-Schwerkraft-Wechsel.
„Premium Rush“ zeigt sich als Klasse 2012er Vehikel-Western. Auf dem Asphalt von New York. Mit jetzt schon hoher Unterhaltungsgarantie: Diese dynamische neue Genre-Show wird sich zu einem der beliebtesten, populärsten immer-wieder-gern-gesehenen Spannungsstreifen überhaupt hochpuschen. Ein amüsant-hektisches Hochgeschwindigkeits-Feel-Good-Movie! (= 4 PÖNIs).
„PRESTIGE - Die Meister der Magie" von Christopher Nolan (B+R; USA/GB 2006; 130 Minuten; Start D: 04.01.2007); einem der derzeit spannendsten/innovativsten Filmemacher überhaupt. Nach "Following", dem No-Budget-Noir-Debüt, "Memento", dem "rückwärts" erzählten Thriller, "Insomnia - Schlaflos" (mit Al Pacino, Hilary Swank + Robin Williams) sowie neulich dem düsteren "Batman Begins" (mit Christian Bale) nun also wieder so ein intelligentes, raffiniertes Zauberstück "guten Kinos". Gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan schrieb er das Drehbuch, das auf dem gleichnamigen Roman von Christopher Priest basiert. Dabei im Blick- und Mittelpunkt: Zwei begnadete Illusionisten/"Popstars" ihrer Zeit/Epoche, die sich - an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert - in London heftigst bekriegen.
Einst konnten sie "gut miteinander", doch dann, nach einem fürchterlichen/tödlichen Schicksalsschlag, wurden sie erbitterte Gegner. In verschachtelten Rückblenden erzählt Nolan von diesem "ewigen Zweikampf", mit dem dann auch die Kreativität der Beiden ständig gefordert wie angestachelt und "entwickelt" wird. So dass dann auch, als reale historische Figur, sogar Nikola Tesla (DAVID BOWIE) bemüht wird, der radikale Erfinder, Ingenieur und Wissenschaftler. Der serbische US-Immigrant (1856-1943) war so etwas wie ein "da Vinci der Moderne", träumte/experimentierte von Robotern, Computern, Mikrowellenöfen, Radar- und Faxmaschinen, lange, bevor sich irgendjemand überhaupt solche "magischen Technologien" vorstellen konnte. Entdeckte das rotierende magnetische Feld, das zur Basis für alle mit Wechselstrom betriebenen Maschinen wurde. Demzufolge soll/will er hier "nützlich" sein und sorgt für spannend-exzentrische "Energiezufuhr".
Die Folge: Ein Feuerwerk an Offenbarungen, Wendungen, verblüffenden Einfällen, Tricks, peppigen Show-Gigs. Gewürzt/gemixt mit vielen opulenten wie rätselhaften Fallen. Und immer mittendrin und "feste drauf" im artistischen Klassenkampf: Der Proletarier-Aufsteiger Alfred Borden (CHRISTIAN BALE/"American Psycho") und der aristokratisch-arrogante Robert Angier (HUGH JACKMAN/"X-Men"; "Scoop"), während drumherum so prominente Stichwortgeber wie "Oscar"-Preisträger Sir MICHAEL CAINE ("Gottes Werk und Teufels Beitrag") als Tüftler im Hintergrund sowie SCARLETT JOHANSSON ("Scoop"; "Lost In Translation") als erotische Muse souverän-süffisant mitmischen. Faszinierend, atmosphärisch, originell: Der kitzlig-prickelnde Konkurrenzkampf zweier "Zauberer" als cineastisches Spiegelkabinett, einfach grandios wie wunderbar-schwindlig-spannend-unterhaltsam. Eine exzellente Show(= 4 PÖNIs)!
„PRETTY WOMAN" von Garry Marshall (USA 1990; 119 Minuten; Start D: 05.07.1990); der schon im Vorjahr einen Hit mit dem Bette-Middler-Streifen “Freundinnen“ landete.
"Pretty Woman" ist modernes Märchen-Kino, ist "My Fair Lady" und "Cinderella" heute. Inhalt: Edward Lewis, der große, kalte, aalglatte Topmanager und Geldmacher, trifft in Los Angeles Vivian Ward, das Straßengirl. Sie hilft ihm aus der Klemme, er wittert ein gutes
Geschäft. Er will sie lediglich "gebrauchen", manipulieren, wie er es im Umgang mit Menschen gewohnt ist. Er berechnet und bezahlt alles und vergisst dabei, dass auch er Gefühle besitzt. Sie verwandelt sich vom ordinären Flittchen zur charmanten, attraktiven, selbstbewussten Lady und setzt ungeahnte Emotionen frei.
"Pretty Woman" ist hübsches, weil sich selbst nicht ernst nehmendes, dabei aber sehr professionelles, stimmungsvolles Entertainment-Kino. Mit komischen Dialogen, kessen Einfällen, ironischen Anspielungen auf oberflächliches Schicki-Micki-Getue und viel guter komödiantischer Atmosphäre.
Richard Gere als "Doktor Higgins" der Finanzwelt paart sich glänzend mit der zauberhaften Julia Roberts in der uralten Geschichte von 'Pygmalion in Hollywood'.
"Pretty Woman", ein Sommerfilm, der prima unterhält (= 4 PÖNIs).