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Filmtitel von Prf - Ps

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

DER PRIESTERMORD“ von Agnieszka Holland (Co-B+R; Fr/USA 1988; 117 Minuten; Start D: 09.02.1989).

Der früheren Andrzej-Wajda-Mitarbeiterin ist ein Zwitter-Werk gelungen. Sie erzählt einerseits von der Ermordung des polnischen Priesters Jerzy Popiluszko, ist also hochpolitisch, tut dies aber andererseits in einer aufwendigen, kommerziellen, in Frankreich entstandenen amerikanischen Produktion. Obwohl die Co-Autorin und Regisseurin beteuert, keine Rekonstruktion der historischen Ereignisse gewollt zu haben, deutet und erinnert jeder Meter Film an die schrecklichen Vorkommnisse im Polen des Jahres 1984.

Politik gegen Geschäft. Zum einen der Anspruch, jüngste Vergangenheit anklagend zu beschreiben, zum anderen die Verpflichtung gegenüber den Geldgebern, dies möglichst im Rahmen einer reißerischen Unterhaltungsstory zu tun. In der CHRISTOPHER LAMBERT und ED HARRIS die großen Gegenspieler sind. Ein Zwitter-Film. Atmosphärisch, opulent, bilderreich, choreographisch in der brutalen Entwicklung, doch seltsam oberflächlich. Man spürt nichts von der Sensibilität, der wirklichen Bedeutung. Der Film wirkt zu sehr “gemacht“, gestellt und ist darüber hinaus mit Christopher Lambert als aufsässiger Priester mehr als unglücklich besetzt. Anspruch und Show, Kunst und Kommerz vertragen sich nicht:

“Der Priestermord“ ist ein ambitionierter Flop (= 2 PÖNIs).

PRINCE OF PERSIA – DER SAND DER ZEIT“ von Mike Newell (USA 2008/2009; 116 Minuten; Start D: 20.05.2010); meine Güte, solch ein Gedöns, solch eine Blech- bzw. Stahl-Oper, solch eine Special-Effects-Orgie, die totale Langeweile-pur. Der inzwischen 68jährige britische Regisseur Mike Newell, der ja immerhin auf exzellente Filmwerke wie „Dance with a Stranger“ (1985); „VIER HOCHZEITEN UND EIN TODESFALL“ (1994); „Donnie Brasco“ (mit Al Pacino + Johnny Depp) sowie auf „Harry Potter und der Feuerkelch“ (2005) verweisen kann, „langt“ hier kräftig hin bzw. zu. Adaptiert, unter der Herrschaft des amerikanischen Blockbuster-Groß-Produzenten JERRY BRUCKHEIMER („The Rock“; „Armageddon“; „Fluch der Karibik 1-3“), für rd. 150 Millionen Dollar ein populäres Videospiel des hier auch Mit-Drehbuch-Autoren JORDAN MECHNER aus dem Jahr 2003.

Story: Im Zirkus von Annodunnemal. Am Königshaus in Persien bekämpfen sich dunkle und edle Jung-und-Alt-Gesellen aus der Familie. Natürlich geht es um die Macht, natürlich aber geht es auch um einen vermeintlichen Weltuntergang. DAFÜR könnte ein mysteriöser Dolch sorgen, der in seinem gläsernen Griff ein großes Geheimnis verbirgt. (Wenn man DEN richtig benutzt, kann man die Zeit zurückdrehen und entsprechend künftig manipulieren). Also wird um DEN geschlagen, gelechzt, herumgebrüllt, vor allem „sanft“-brutal getötet (Blut ist kein Thema), geprügelt, reklamiert, gelabert. Herumgesprungen. Artistik wie bei einem staubigen China-Movie, Mit vielen schönen Wüsten-Ansichten dazwischen. Mal ist Freund Freund, mal Freund Feind. Und umgekehrt. Mühsam schleppt sich die dröhnende Handlung über die kriegerische Zeit. Kämpfe, Gequatsche, Kämpfe. Inmitten von Prunk, Computer-Massenbewegungen, Dämelfiguren. Und immer wieder Tricks, Tricks, Tricks. Aufwändig bis zum Geht-Nicht-Mehr. Als Chloroform-Zelluloid-Müll. Eine Show mit Betäubungs-„Spaß“. Entsetzliche Langeweile, stupides Entertainment, schlaffes Personal.

Die obligatorische Blöd-Love-Story zwischen Nein-Prinz und Model-Prinzessin, das ewige Hau-Drauf-Mach-Tot. Mit dem obligatorischen, dauerhaften Dröhn-Klang-Brimborium (Musik: HARRY GREGSON-WILLIAMS). Was für ein grauenvolles, primitives, tumbes Popcorn-Kino. Zur totalen Unterforderung geeignet. So viel „begleitende Getränke“ gibt es gar nicht, um DAS HIER unterhaltsam zu finden, zu empfinden. Obwohl namhafte Akteure eingekauft wurden: Der Endzwanziger JAKE GYLLENHAAL, einer der beiden schwulen Cowboys aus „Brokeback Mountain“, mimt Tarzan, Spiderman, Jackie Chan und Lex Barker-zusammen, macht sich als Hero zum Kasperle; „Oscar“-SIR BEN KINGSLEY, einst DER „Gandhi“ (1982), heute 66, grummelt böse mit den Augen; GEMMA ARTERTON hat als Beliebig-Prinzessin gut frisiert aufzutreten und dumme Klug-Sprüche aufzusagen. ALFRED MOLINA („Chocolat“) gibt immerhin einen „lockeren Scheich“. Mit Vorlieben für Straußen-Rennen und Gold-Werten. „Prince of Persia“ zeigt sich als teures, armseliges, spannungsloses Leinwand-Müll-Spiel (= 1 PÖNI).

THE PRODUCERS" von Susan Stroman (USA 2005; 134 Minuten; Start D: 16.03.2006); einer in den USA bekannten Theater-Regisseurin und Choreographin, die nun auch für die Leinwand ihre außerordentlich erfolgreiche (gleichnamige) Broadway-Produktion aus dem Jahr 2000 adaptierte; wieder zuständig für Regie und Choreographie. Dem Musical "The Producers" wurden bekanntlich die Rekordsumme von 12 "Tony Awards", das sind die Bühnen-"Oscars", zugesprochen, darunter der Preis für die "Beste Regie" und für die "Beste Choreographie". "The Producers" (Alternativtitel auch: "Springtime For Hitler") basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm von 1967, der hierzulande "FRÜHLING FÜR HITLER" betitelt und einst vom populären jüdischen amerikanischen Komiker MEL BROOKS geschrieben und inszeniert wurde.

Mel Brooks, Jahrgang 1926, ist als Produzent, Autor, Schauspieler und Regisseur auch bei uns über seine "komischen" Filme "Is`was, Sheriff?" (1973), "Frankenstein Junior" (1974), "Höhenkoller" (1977) oder "Das Leben stinkt!" (1991) bekannt geworden. In "The Producers" stellt er einen abgehalfterten Theater-Manager und seinen Kompagnon in den Mittelpunkt des Geschehens, die mit dem "dümmsten Stück aller Zeiten" hoffen, sich über eine totale Broadway-Pleite sanieren zu können: Einem Musical über Hitler. Doch dann erweist sich das geschmacklose Parodie-Entertainment als ebenso überraschender wie voller Erfolg.

Nach dem Film-Klassiker nun also die Erfolgs-Show: Mel Brooks erhielt 2001 für seine Broadway-Produktion gleich 3 der begehrten "Tony Awards": Für die "Beste Musik", für das "Beste Drehbuch für ein Musical" und für das "Beste Musical". Der Film, für den der 79jährige Mel Brooks als Co-Autor, Co-Produzent und Verantwortlicher für Musik + Texte mitwirkte, folgt natürlich - thematisch, musikalisch wie choreographisch - den erfolgreichen Musical-Spuren. Ist komisch-amüsant, politisch natürlich weiterhin völlig unkorrekt-frech, prima-zotenreich und durchtrieben-blöd. Besitzt brillant-hintergründige Wortspiele, kurzum: Ist ein wirklich SPAßIGES Vergnügen für Fans und Freunde des lockeren Gesangs-Genres. Ist ein Prima-Unterhaltungsbonbon, weil das Ensemble vorzüglich mitspielt: NATHAN LANE ("Mäusejagd"), MATTHEW BRODERICK ("Ferris macht blau"), UMA THURMAN ("Couchgeflüster") und WILL FERRELL ("Verliebt in eine Hexe") agieren stimmungsvoll in den Hauptparts und sorgen für Schwung und gute Laune (= 4 PÖNIs).

Jetzt stelle ich einen ganz außergewöhnlichen, nun auf DVD veröffentlichten Film vor - einen DEUTSCHEN DOKUMENTARFILM aus den 7Oern!!! Premiere: 26. Oktober 1979, Hofer Filmtage. Der “passt“ in diese (Film-)Zelt, da ja bekanntlich an diesem (“Nikolaus“-)Mittwoch die ARD (ab 20.15 Uhr) den im Kino (mit rund 4 Mio. Besuchern) bereits sehr erfolgreichen WM-Dokumentarfilm “Deutschland - Ein Sommermärchen“ von Sönke Wortmann zeigt. “Auf Scheibe“ gibt's jetzt sozusagen “den BAYERISCHEN Vorläufer“. Unter dem Titel

PROFIS" von Christian Weisenborn und Michael Wulfes (B+R; D 1979; 90 Minuten; Start D: 26.10.1979 (Hofer Filmtage); DVD-Veröffentlichung: 01.12.2006) drehten die Filmemacher CHRISTIAN WEISENBORN + MICHAEL WULFES 1978/79 "ein Jahr Fußball mit Paul Breitner und Uli Hoeneß“ (so der filmische Untertitel damals).

Der - natürlich - 90minütige Film schildert den dramatischen Verlauf der Fußball-Bundesliga-Saison ‘78/79. Hauptakteure sind die 74er Weltmeister PAUL BREITNER + ULI HOENEß, beide beim FC Bayern München tätig. Die ließen sich damals beruflich wie privat ständig “beobachten“, also sowohl bei ihrer Berufsausübung als auch privat. Herausgekommen ist ein Stück ZEIDOKUMENT, das im Verlauf der Jahre natürlich immer “interessanter“ wurde, Stichworte: Das Business “Fußball“ Ende der 70er Jahre hierzulande/Synonym für die stark leistungsbezogene BRD-Gesellschaft damals; Klamotten, Haare, Gesten, Sprache, Medien, (Zeitlupen-)Bewegung(en). Typen-Stärke.

Mit, natürlich, viel FUSSBALL: Es Ist eine turbulente Saison beim FC Bayern. Nach Krach mit Trainer GYULA LORANT soll Uli Hoeneß an den HSV weiterverkauft werden. Dessen Manager GÜNTHER NETZER besteht aber auf eine Spiegelung seines verletzten Knies, was Hoeneß verweigert und ihn schließlich zum abstiegsgefährdeten 1.FC Nürnberg (ausleihmäßig) wechseln lässt (wo er sich an das “neue“ Junggesellen-Leben erst wieder gewöhnen muss). Dort aber bleibt er nur wenige Monate. Währenddessen “kracht“ es bei den Bayern: Trainer Lorant wird gefeuert, aber als Präsident Neudecker den “berüchtigten“ Trainer MAX MERKEL verpflichten will, kommt es zur Rebellion, an der Paul Breitner maßgeblich beteiligt ist. Neudecker tritt zurück, Borussia Mönchengladbach wird “entspannt“ 7:1 abgefertigt. Danach geht die Mannschaft erstmals seit Jahren kräftig “einen saufen“... Doch der Endspurt der erfolgsorientierten Bayern kommt zu spät, Meister wird der HSV (obwohl die Bayern im letzten Spiel in Hamburg gewinnen), und Uli Hoeneß kehrt nach München zurück: Er wird zum Beginn der nächsten Spielzeit Manager des Vereins.

Ein packendes Stück Zeltkolorit. Mit so einigen auch skurril-komischen Blicken hinter die Kulissen; So erlebt man die beiden Stars, wie sie sich anlässlich eines Trainingslagers ein Doppelbett teilen. Der Gewinner eines Preisausschreibens wird begleitet, wenn Uli Hoeneß ihm sein Haus zeigt und ein Bauernfrühstück serviert. Und die Kamera ist Zeuge, als Paul Breitner prophezeit, dass Uli Hoeneß niemals Manager eines Bundesligavereins werde. Der bildliche wie akustische Höhepunkt aber ist erreicht, wenn Paul Breitner beim Spiel gegen den HSV ein Funkmikrophon am Körper trägt und man “hautnah“ das Keuchen/Stöhnen/Schreien/Fluchen authentisch mit-hört.

Der Verleih “Filmwelt“ warb damals wie folgt für seinen Kinofilm: “Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Bundesrepublik: Es geht um Lebensversicherungen, Kühlschränke, Ehrgeiz und Freiheitsgefühle“. Im “Lexikon des Internationalen Films“ heißt es heute über diese faszinierende Dokumentation: “Ein diskussionswürdiger Beitrag zum Konflikt zwischen Menschlichkeit und Profitdenken im Berufssport“. Also: Ein ganz AKTUELLER alter-neuer Film ‚ dessen Bonusmaterial auch “nicht ohne“ ist Interviews mit Paul Breitner/Uli Hoeneß und den Regisseuren sowie Audiokommentar der beiden Filmemacher. (Gesamtlaufzeit ca. 180 Minuten). Prima! (=4 PÖNIs)

Anbieter: “Sony BMG Music Entertainment“ in München.

PROMETHEUS - DUNKLE ZEICHEN“ von Ridley Scott (USA 2011; B: Jon Spaihts + Damon Lindelof; K: Dariusz Wolski; M: Marc Streitenfeld; 124 Minuten; Start D: 09.08.2012); am letzten Wochenende war es endlich soweit - das NASA-Roboterfahrzeug „Curiosity“ erreichte nach achteinhalb Monaten Flug am 6. August 2012 den Mars. Um dort nun in den nächsten zwei Jahren nach eventuellem „Leben“ zu forschen. Da ist die Kino-Menschheit bekanntlich schon (sehr) viel weiter.

Mitte Januar 2011 kam die Meldung, dass der britische Regisseur und Produzent Sir Ridley Scott, einer der renommiertesten und einflussreichsten Filmkünstler überhaupt, KEINE weitere „Alien“-Folge mit seinem neuen Projekt mehr verfolgt. Nach mehrjähriger Planung, so das US-Branchenblatt „Hollywood Reporter“, sei diese Idee, ein Prequel von „Alien“ herzustellen, geplatzt. Aus den Plänen sei aber ein neues Projekt mit dem Titel „Prometheus“ erwachsen, verkündete das Studio „Fox“. „Prometheus“ enthalte noch „Stränge von Alien-DNA“, sagte Scott. In seinem neuen Film gehe es um „einzigartige, große und provozierende“ Ideen.

Wir erinnern uns gerne. Weil „damit“ ein Genre völlig neu, also außerordentlich kreativ durchdacht, visuell bis dato einzigartig sowie spannend „umgemodelt“ wurde: „ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER ANDEREN WELT“ von Ridley Scott, ein amerikanisch-britischer Science-Fiction-Horrorfilm, mit seinen vom Schweizer Künstler H. R.GIGER entworfenen (und mit einem „Oscar“ belobigten) neuen prächtigen Schauer-Figuren. BRD-Kinostart war am 25. Oktober 1979. „Alien“ zog drei „reguläre“ Fortsetzungen, von jeweils anderen Regisseuren inszeniert, nach sich: 1986 (James Cameron), 1992 (David Fincher) sowie 1997 (Jean-Pierre Jeunet). Mit SIGOURNEY WEAVER in ihrer Legenden-Rolle als Ellen Ripley: Die erste Action-Heldin der Kinogeschichte.

Mitte September 1979: Es war auf der Rückfahrt von einer Studienfahrt in die Bretagne. Zwischenstation: Paris. Kino-Nachtvorstellung mit „Alien“. Eine cineastische Prägungs-Erfahrung. Wie sich herausstellen sollte. Von Ridley Scott. Mit an Bord des Raumschiffes Nostromo: Der britische Schauspieler JOHN HURT in der Rolle des (eigentlich) „normalen“ Besatzungsmitglieds Gilbert Ward Kane. Immense wie unvergessene Aufregung, als aus dessen Brustkorb plötzlich ein außerirdisches Wesen herausbrach. Im August 2012 ist es die Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw (NOOMI RAPACE), die in „Prometheus“ mit einem Alien-Embryo „belastet“ ist. Und die in einem phantastisch choreographierten, brillant fabrizierten Schreckens-Szenario eine Abtreibung an sich selbst durchführt und sich danach den aufgeschnittenen Bauch von einer Maschine mit Büroklammern zutackern lässt. Um sich danach sogleich wieder ins Kampfgetümmel zu begeben.

Prometheus ist in der griechischen Mythologie Freund und Kulturstifter der Menschheit. Schöpfer. Prometheus heißt im Jahr 2093 vielsagend das Raumschiff. In dem sich ein Forscherteam auf Mission befindet. Finanziert durch einen Großkonzern soll auf einem weit entfernten Planeten nach den Ursprüngen und Existenz-Antworten der Menschheit gesucht werden. WER sind wir, WER hat uns WARUM „so“ geschaffen? Ist Gott etwa ein Außerirdischer, der DORT ansässig ist? Oder ist alles sehr viel „rationeller“ zu erklären, zu deuten? Haben uns dort lebende „Spezies“ einst erschaffen? Sind SIE die „Bauwesen“ der Menschheit? Die wahren „Ingenieure“ des Homo Sapiens? Die tatsächlichen Schöpfer? Der menschlichen Rasse? Und gibt es möglicherweise über SIE Rat, Sinn-Erklärungen sowie, natürlich, der immerwährende menschliche Ursprungswunsch - ewiges Leben? Ziel der Wahrheits-Suche ist der Planet LV-223 (beim ersten „Alien“-Movie hieß der Planet, auf dem das Raumschiff Nostromo landete, LV-426). Die acht- beziehungsweise neunköpfige Besatzung befindet sich seit zwei Jahren im Kälteschlaf. Ihren Schlaf überwacht der Android David (MICHAEL FASSBENDER). Er ist so etwas wie ein intelligenter mechanischer Bord-„Hausmeister“. Er treibt Sport, nimmt regelmäßig Mahlzeiten zu sich und schaut sich gerne Filme wie „Lawrence von Arabien“ an. Peter O’Toole imponiert ihm derart, dass er sich sein blondes Haar auch so „vornehm“ kämmt und dessen eitle (hochmütig wirkende) Manierismen übernimmt. Für ihn bedeutet diese Reise „Unfug“, schließlich kennt er ja SEINE Schöpfer. Seine Hersteller. Sein stets „überlegenes“ Lächeln jedenfalls signalisiert mehr „Unruhe“ denn Freundlichkeit. Doch „dafür“ hat die nun „aufgewachte“ Crew keinen Tief-Blick. Sie macht sich, unter der strengen Führung von Meredith Vickers (CHARLIZE THERON), der Tochter des Auftraggebers, des fast 100jährigen Konzernbosses Peter Weyland (GUY PEARCE), auf „zur Arbeit“. In den dunklen Kratern des Planeten. In den düsteren Höhlen. Und Gängen. Um natürlich, nach und nach, sagen wir mal, „ziemlichen Schiffbruch“ zu erleiden. Körperlich wie gedanklich. Beziehungsweise umgekehrt. Monstermäßigen Schiffbruch. Motto: Die Philosophie des Horrors. Oder: Die annoncierten „DNA-Aliens“ legen mächtig los.

Sir Ridley Scott. Brite. Geboren am 30. November 1937. DER, der Filme malt. Der diplomierte Grafik-Designer. Dessen schon erster Film - „DIE DUELLISTEN“ - optisch „umhaute“ (Preis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1977 in der Kategorie „Bestes Erstlingswerk“). „BLADE RUNNER“ setzte 1982 den meisterhaften „Alien“-Alptraum von 1979 gedanklich und vor allem irdisch-visuell fort. „THELMA & LOUISE“ bedeutete 1991 unvergessene tolle Frauen-Power. Mit wieder auch grandiosen bildlichen Eindrücken. „Gladiator“ („Oscar“ als „Bester Jahresfilm 2000), „Black Hawk Down“, der dokumentarisch wirkende Action-Kriegsfilm, „HANNIBAL“, die immer noch unterschätzte „Schweigen der Lämmer“-Fortsetzung von 2001, sowie die softe Seelen-Reise „Ein gutes Jahr“ (2006/mit Russell Crowe) und zuletzt die kraftvolle moderne „ROBIN HOOD“-Performance (2010 Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Cannes/wieder mit Russell Crowe) zählen zu den cineastischen Großtaten dieses hervorragenden, herausragenden Filmemachers. Der bisher dreimal für den „Oscar“ als „Bester Regisseur“ nominiert war („Thelma & Louise“; „Gladiator“ + „Black Hawk Down“), ihn aber noch nie zugesprochen bekam.

Und DER hier „patzt“. Mit seiner 130 Millionen Dollar-Produktion. Auf hohem Niveau. Denn sein Werk wirkt zerteilt. Inhaltlich erklärungsvoll, redselig, mehr bedeutungsschwanger denn bedeutungstief. Mehr theoretische Theologie denn provokante Erklärung. Der Gott des Gemetzels: Erst wird (zu) viel palavert, dann geht es ans Bedienungseingemachte. In Sachen Horror & Zugriff. Auf die dummen Menschen. Die natürlich, wie schon damals bei Agatha Christie („Ten Little Niggers“/1939), nach und nach „dezimiert“ werden. Müssen. Hier von den bekannten Wurm- und Schleim-Dinos. Aus der Alien-Family. Begleitet von vielen Pauken und Trompeten.

Auch die Figuren geben (zu) wenig „her“. Bleiben weitgehend anonym, charakter-leer, uninteressant. Mit Ausnahme: MICHAEL FASSBENDER als Mensch-Maschine David zeigt sich in der Mischung aus einem David Bowie der 70er („Schöner Gigolo, armer Gigolo“) und eben Peter-„Lawrence von Arabien“ O’Toole als spannender Zwitter. Mit undurchsichtigem Charme. Und rätselhafter Ausrichtung. NOOMI RAPACE dagegen, neulich die verstörende Punkerin Lisbeth Salander in den schwedischen „Millenium“-Adaptionen nach Stieg Larsson („Verblendung / Verdammnis / Vergebung“), hat hier erhebliche Mühe, in die (riesigen) Fußstapfen einer Sigourney Weaver-„Ripley“-Fighterin aus den „Alien“-Kriegen zu treten. Vermag die Horror-Sinn-Chose nicht „zu schultern“. Bleibt blass. Wenig identifizierbar. Wie auch „Oscar“-Lady CHARLIZE THERON („Monster“) als giftige blonde Meredith Vickers mehr „statisch“ denn „spaßig“ wirkt. Nein, insgesamt, die Schauspieler hier können wenig punkten. Weil Sir Ridley einmal mehr leidenschaftlich „malt“: „Die Duellisten“ im All. Inmitten einer gigantischen atmosphärischen Motiv-Pracht. Das Design ist, buchstäblich, ungeheuerlich. Alptraumhaft. Gefährlich „atmend“. Doppelbödig. Mit diesen monströsen Kalt-Bauten. Den furchterregenden Masken. Diesen unheimlichen Grab-Geburtsstätten. Mit dem lauernden Innen-Leben.

„Prometheus“ ist ein optischer Vulkan. Pompös her- wie eingerichtet. Voller effektvoller Bildergewalt. Höllenstark. In der monumentalen Ausstattung. Mit diesem faszinierenden „Äußeren“. Der Schauwert ist enorm. Lebendig. In der Bewegung. Reaktion. Interpretation. Während „das Innere“ weitgehend absäuft. Thematisch, figürlich, sinn-leer. Als Behauptung herumfließt. Ohne Spaß, Spannung, Wucht. Marke: Der kleine, dumme Mensch und seine weiterhin verzweifelten wie vergeblichen Bemühungen, sich selbst auf die antiken Gründungsspuren zu kommen. Warum, wieso können wir es nicht dabei belassen - gegen unsere „Aliens“-Erzeuger ist kein Gedanken- wie Kräfte-Kraut gewachsen. Oder so. Um „so etwas“ geht es wohl hier. (= 3 PÖNIs plus ½ für den bewunderungswürdigen Sir Ridley Scott / Alien forever oder: Folgt nun sein Sequel zum Prequel???)

P.S. ICH LIEBE DICH" von Richard LaGravenese (B+R; USA 2007; 126 Minuten; Start D: 17.01.2008); den wir auch als "begabten" Drehbuch-Autoren für Hits wie "König der Fischer" (1991/mit Robin Williams),"Die Brücken am Fluß" (1995/von + mit Clint Eastwood und Meryl Streep), "Liebe hat zwei Gesichter" (1996/von und mit Barbra Streisand und Jeff Bridges) und "Der Pferdeflüsterer (1998/von und mit Robert Redford) kennen. Sein Regie-Debüt gab er 1998 mit "Wachgeküßt", einer hübschen Na-Ja-Love-Komödie mit Holly Hunter und Danny DeVito. 2006 schuf er den ungewöhnlichen Schul-/Schüler-Film "Freedom Writers" (s. Kritik).

Hier nun adaptierte er den Bestseller der jungen Autorin CECILIA AHERN, Tochter des irischen Ministerpräsidenten. Ein schwieriges Unterfangen, denn das Thema ist ebenso heikel wie ungewöhnlich: Eine romantische Komödie zum/mit dem Thema Tod. Holly und Gary. Eine Ehe mit Krisen, aber man kabbelt sich durch. Dann stirbt er. Mit 30. An einem Gehirntumor. Und hinterlässt ihr SPUREN. Briefe. Anhand derer sie ihr weiteres Leben ordnen/leben soll. Keine esoterische Zauberei, sondern geplantes Tun im Angesicht des eigenen Todes. Damit SIE-DANACH seinen Verlust besser zu verkraften vermag.

Die zweifache "Oscar"-Preisträgerin HILLARY SWANK ("Boy´s Don´t Cry"/"Million Dollar Baby" von Clint Eastwood) versteht es spielerisch-traurig-amüsant, ihrer Trauer-Figur Energie plus Sympathie einzuhauchen. GERARD BUTLER ("300") mimt souverän den Nachlass-Arrangeur von Ehemann. Drumherum wandeln ihre Freunde/Innen ("Oscar"-Preisträgerin Kathy Bates, Lisa Kudrow, Gina Gershon)bisweilen als etwas schablonenhafte Stichwortgeber. Motto dieses gut-verdaulichen Gefühlsfilms: Wie die Kraft der Liebe sogar das Sterben überdauert.

Ungewöhnlich, aber reizvoll-atmosphärisch arrangiert (= 3 PÖNIs).

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