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Filmtitel von Roa - Rob

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

ROAD TO GUANTANAMO" von Michael Winterbottom und Mat Whitecross (GB 2006; 95 Minuten; Start D: 21.09.2006); vor 3 Jahren gewann der britische Polit-Aktivist Winterbottom ("Welcome to Sarajevo"/1997) mit seinem Flüchtlingsdrama "In This World" auf der Berlinale den "Goldenen Bären". In diesem Jahr sicherte er sich, gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Mat Whitecross, den "Silbernen Bären" für die "beste Regie" für diese aktuelle Polit-Parabel: Geschildert wird der Reise- und dann Leidensweg von vier britischen Muslimen pakistanischer Herkunft. die im September 2001, kurz nach den Anschlägen, nach Pakistan reisen, um an einer Hochzeit teilzunehmen. Von dort reisen sie dann, auf einen Abstecher und um Hilfe zu leisten, nach Afghanistan weiter.

Im Strudel der Kriegsereignisse werden drei von ihnen gefangengenommen und an die US-Armee ausgeliefert, die sie für Terroristen halten und im Januar 2002 ins Lager Guantanamo auf Kuba ausfliegen. Dort werden sie inhaftiert, verhört, misshandelt, aber nicht angeklagt. Erst im März 2004 kommen sie auf Drängen des britischen Geheimdienstes frei. Die beiden Filmemacher berufen sich für ihr Doku-Drama, in der Mischung aus Dokumentation + Spielfilm hergestellt, auf einen authentischen Fall. Vermischen Statements der tatsächlich Verschleppten mit nachgestellten Szenen und TV-Nachrichtensequenzen. Laiendarsteller spielen das Trio "echt"/überzeugend.

Die gewollte subjektive Perspektive und der eindeutige politische Standpunkt hinterlassen allerdings hier auch durchaus zwiespältige Eindrücke, Gefühle und Fragen: Was ist "gemacht", was "wahr"? Fakten werden so suggeriert, dass Skepsis angebracht ist/bleibt. Zu wenig wird hinterfragt: Warum, zum Beispiel, reisen die jungen Briten in dieser politisch dermaßen angespannten Lage überhaupt von Pakistan nach Afghanistan? Was sollte DAS: Abenteuerlust? Naivität in Sachen Hilfsbereitschaft? Pure Dummheit? Oder doch mögliche Sympathiebekundung??? Filmisch ist dieser Frontalangriff auf die Anti-Terror-Politik der USA, die bis heute bekanntlich in Guantanamo Menschenrechte gezielt missachtet (und weiterhin hunderte "Verdächtige" dort festhält), in der Mixtur aus "Thrill" und "Reality-Show" durchaus spannend. Aber ist hier nicht jedwedes "Entertainment" auch wahrheitstötend? Der Feind der (beabsichtigten?) Wahrheitsbeschreibung/-findung?

Der Film hinterlässt zwiespältige, kontroverse Gefühle und Gedanken. Dass er alleine DIES, "wenigstens", hinterlässt/provoziert, ist beeindruckend. Aktuelles, brisantes, wichtiges Polit-Thema: Verletzung der Grundrechte/der Menschenrechte durch die Amis. Die mangelnde Distanz und die fehlende ("komplette") Personen-Identifizierung sowie die mangelnde analytische Tiefe aber bedeuten auch, dass der Film letztlich viel zu wenig WIRKLICH politisch "piekst"/trifft. Man ist nur für "einen Film-Moment" aufgewühlt/betroffen, bevor es wieder "in die Tagesordnung" übergeht (= 3 PÖNIs).

Der heute 30jährige Schweizer Dani Levy ist ein künstlerischer Hansdampf in allen Gassen. Er hat Theater gespielt, war Autor und Schauspieler für diverse Fernsehfilme und fabrizierte Hörspiele. Gleich mit seinem ersten Spielfilm “Du mich auch“ landete er vor zwei Jahren einen Szene-Treffer. Sein zweiter selbstgebastelter Spaß-mit-Tränen heißt „ROBBYKALLEPAUL" von Dani Levy (B+R; D 1989; 95 Minuten; Start D: 23.03.1989); und findet im WG-Milieu statt.

Drei Kerle, dreimal Sehnsucht nach Liebe und so was. Aber die jeweiligen Beziehungsversuche enden unentschieden oder schlimmer. Man kabbelt sich, mal lauter, mal alleine, man redet sich viel und gut zu, man gibt sich schwach und ist doch frech und chauvinistisch. Kurzum: “Männer“ ackern ganz schön weiter... .

“RobbyKallePaul“, ein Film zum Gerne-Haben (= 3 PÖNIs).

ROBERT ALTMAN´S LAST RADIO SHOW" von ROBERT ALTMAN (USA 2006; 105 Minuten; Start D: 12.04.2007); ist der 37. und letzte Spielfilm, da er am 20. November 2006 im Alter von 81 Jahren starb. Altman war einer der GANZ GROßEN unabhängigen Regisseure/Autoren/Produzenten im amerikanischen Kino. Errang Ruhm und Ehre durch Filme wie "M.A.S.H." (1970/"Goldene Palme" in Cannes als "Bester Film); "Nashville" (1975/"Oscar"-Nominierung); "Buffalo Bill und die Indianer" (1976/"Goldener Berlinale-Bär"); "The Player" (1992/"Goldene Palme" in Cannes als "Bester Regisseur"); "Short Cuts" (1993/"Goldener Löwe" von Venedig als "Bester Film"); "Gosford Park" (2001). 2006 wurde er mit dem "Ehren-Oscar" für sein Lebenswerk bedacht. Sein letzter Film - Originaltitel: "A Prairie Home Companion" - lief im Wettbewerb der Vorjahres-Berlinale, wurde dort begeistert aufgenommen, erhielt aber keinen Jury-Preis. Durch seinen Tod wurde der Film nun zu einer Art "künstlerischem Vermächtnis".

Dabei zielt er auf eine Live-Radio-Show, die es tatsächlich (auch heute noch) gibt: Seit der Premiere am 6. Juli 1974 hat "A Prairie Home Companion" Millionen Zuhörer, die Woche für Woche wegen der charakteristischen Mischung aus Musik/Humor/Anekdoten einschalten. Gegenwärtig wird die Zweistunden-Sendung, die im Mittleren Westen Amerikas/in St. Paul in Minnesota produziert wird, von mehr als 550 amerikanischen Radiostationen ausgestrahlt und hat ein "regelmäßiges Publikum" von mehr als 4,3 Millionen Zuhörern. 2004 hat die amerikanische "Libary of Congress" die erste Ausstrahlung in das NATIONALE KULTURARCHIV aufgenommen.

Star der Sendung ist ihr Gründer, der 63jährige Autor und Moderator GARRISON KEILLOR. Der ist hier Herz + Motor zugleich. Und hatte eines Tages die Idee, einen Film über diesen phänomenalen Langzeit-Äther-Erfolg zu machen, schrieb ein Drehbuch und kam mit Robert Altman in Kontakt. Der Film "A Prairie Home Companion" entstand im Sommer 2005 im Zeitraum von 5 Wochen vor Ort in St. Paul. Die Dreharbeiten erfolgten im "Fitzgerald Theatre", wo Keillors Show seit 1978 auch stattfindet. Dabei wurde die Show im Film live vor Publikum aufgenommen. Die Bühnenarbeiter im Theater gingen dabei ihren gewohnten Tätigkeiten nach und arbeiteten Seite an Seite mit Altmans Produktionsteam. Und: GARRISON KEILLOR spielt sich auch noch selbst und wird hier zum "heimlichen Star": Gibt einen lakonisch-"komischen" Moderator, der sein Publikum seit über 30 Jahren mit herrlich unmelancholischen Ansagen, fiktiv-absurden Werbeblöcken und groteskem amerikanischen wie norwegischen Volksliedgut köstlich unterhält. Doch nun, so die fiktive Story des Films, ist bald alles vorbei: Die letzte Show/Sendung winkt, das Theater wird abgerissen, weicht profitablerem Parkplatz-Beton. Der "Vollstrecker aus Texas" steht schon vor der Tür.

Was Altman nun DARAUS inszeniert/veranstaltet, ist stimmungsvoller "Schwanengesang" pur und per Detail nicht zu beschreiben. In knapp 100 Minuten entwickelt er eine Art vergnüglich-melancholisches Traumspiel, in dem zwischen Bühne + Backstage die Großen und kleinen Fragen des Lebens anekdotenhaft/episodenhaft abgehandelt werden. Motto: Jedem noch so traurigen Abschied wohnt immer auch eine Prise Humor inne/jeder Schmerz beinhaltet immer auch einen augenzwinkernden Scherz/einen weisen Joke.

Wie immer bei Altman konnte er auch für seinen letzten Film auf eine Riege erstklassiger "Oscar"-Stars bauen, denen es sichtliches Vergnügen bereit, prächtig-wehmütige ENSEMBLE-Arbeit zu leisten: Zum Beispiel MERYL STREEP gerade als Mode-Satan in "Der Teufel trägt Prada" gefeiert, jetzt mit Hillbilly-Sängerinnen-Charme; LILY TOMLIN als ihre mit-musizierende Schwester; während WOODY HARRELSON und JOHN C. REILLY als Bilderbuch-Cowboys ihren Bühnen-Affen prächtig Zucker geben; desweiteren sichten wir mit GROßEm Vergnügen KEVIN KLINE, TOMMY LEE JONES, LINDSAY LOHAN und VIRGINIA MADSEN.

Kein unbedingt gewohnt-"scharfer" (Amerika-)Abschied von Robert Altman, sondern eher einer mit viel Lächeln und augenzwinkernder Wehmut. Mit respektlosem Charme-Vergnügen menschelnd und hemmungslos altmodisch wärmend, dabei aber schon wieder so etwas wie erfrischend-subversiv-"hip". SO ETWAS konnte nur ROBERT ALTMAN herbeizaubern: Melancholie von Verklärung freizuhalten und dabei zugleich herznah und kopfvoll klasse-unterhalten (= 4 PÖNIs).

Der britische Adels-Rebell Robin Hood ist derzeit wieder einmal ein Film- und Kino-Thema. Zwei amerikanische Produktionsfirmen streiten dabei um die Publikumsgunst. Die 20th Century Fox schuf gerade eine 15 Millionen Dollar-Produktion, die kürzlich in der kompletten, 2 ½ stündigen Version im amerikanischen Fernsehen lief und jetzt, entsprechend gekürzt, im Kino auftaucht.

Warner Brothers dagegen hat in diesen Stoff rund 50 Millionen Dollar investiert, hat den “Wolfstänzer“ Kevin Costner engagiert und bringt ihren Film im September ins Kino. Warum nun gerade der Land-Revoluzzer Robin Hood derzeit wieder so ein großes Thema ist, wird angesichts der ersten Neuverfilmung überhaupt nicht klar. In „ROBIN HOOD - EIN LEBEN FÜR RICHARD LÖWENHERZ“ von John Irvin (USA 1991; 104 Minuten; Start D: 13.06.19961); schleppt sich das altbekannte Geschehen müde dahin, ist von besonderer Spannung oder großem Reiz keine Spur. Patrick Bergin, der eben noch als “Feind in meinem Bett“ Julia Roberts terrorisierte, ist ein schlaffer Krieger, während Gegenspieler Jürgen Prochnow viel zu sehr grimassiert.

Dieser Robin Hood-Film jedenfalls ist ein Reinfall (= 1 PÖNI).

ROBIN HOOD“ von Sir Ridley Scott (USA/GB 2009; 140 Minuten); geplant war alles etwas anders: Am 1. Februar 2007 meldet die Presseagentur DDP, daß der australische „Oscar“-Preisträger Russell Crowe („Gladiator“) sich demnächst „in Strumpfhosen“ zwänge, um in dem Film „Nottingham“ den Gegenspieler des legendären Robin Hoods , den Sheriff“, zu spielen. „Nottingham“ soll „das hehre Bild von Robin Hood auf den Kopf stellen“, hieß es weiter. „Der Kämpfer für die Unterdrückten werde als weniger ehrenhaft und der Sheriff im Gegenzug nobler als in früheren Verfilmungen….dargestellt“. Am 18. Juni 2008 meldet die Presseagentur DPA, daß „Regisseur Ridley Scott mit Russell Crowe und Sienna Miller einen neuen Robin-Hood-Film“ drehen werde. „Der Film werde vermutlich ´Nottingham´ heißen und sich vor allem um die Dreiecksbeziehung zwischen Robin Hood, dem Sheriff und Marian drehen. Er soll die bereits vielfach verfilmte Geschichte über den Kämpfer für die Armen und Geächteten aus der Sicht seines Gegenspielers, des Sheriffs, erzählen“. Am 28. Juli 2008 meldet die Presseagentur DDP, daß das Projekt „Nottingham“ „kurzfristig auf Eis“ gelegt und auf „unbestimmte Zeit verschoben“ sei. Begründet sei dies u.a. „mit dem drohenden Streik der US-Schauspielergewerkschaft SAG“ sowie mit dem noch unfertigen Drehbuch, welches „noch nicht das volle Potenzial der Geschichte“ ausschöpfen würde.

Der neue „Robin Hood“-Film wurde, mit einem Budget von 130 Millionen Dollar, zwischen März und August 2009 in England realisiert. Das Drehbuch verfaßte der inzwischen auch als Regisseur („Ritter aus Leidenschaft“/2001) arbeitende 49jährige amerikanische Drehbuch-Autor und „Oscar“-Preisträger BRIAN HELGELAND („L.A. Confidential“/1998), dessen Drehbuch für das Clint-Eastwood-Meisterwerk „Mystic River“ 2004 ebenfalls eine „Oscar“-Nominierung zugesprochen bekam. Der heute 72jährige britische Regisseur Sir RIDLEY SCOTT, der einst Grafik-Design und Malerei studierte und mit Diplom-Auszeichnung abschloß, zählt zu den renommiertesten und geachtesten Filmkünstlern überhaupt. Mit seinen Filmen „Die Duellisten“ (1977)/Debüt); „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979); natürlich „BLADE RUNNER“ (1982); „Thelma & Louise“ (1991) sowie „GLADIATOR“ (2000) erreichte er cineastische Weltgeltung. In Anerkennung für seine Verdienste wurde Ridley Scott im Januar 2003 von der britischen Königin mit dem „Order of the British Empire“ bedacht und in den „Sir-Ritterstand“ erhoben. 3 x war er für den „Oscar“ nominiert („Thelma & Louise“; „Gladiator“; „Black Hawk Down“/2002). Zuletzt schuf er 2008 den actionreichen Irak-CIA-Politfilm „Der Mann, der niemals lebte“ (mit Russell Crowe + Leonardo DiCaprio). Sein 20. Spielfilm eröffnet in dieser Woche (am 12. Mai 2010) die 63. Internationalen Filmfestspiele von Cannes „außer Konkurrenz“. Für diesen Film adaptierte Ridley Scott die legendäre britische Rebellenfigur aus dem 12./13. Jahrhundert, die schon dutzendfach vom KINO verwandt wurde. Zu den bekanntesten Robin Hood-Darstellern zählen DOUGLAS FAIRBANKS („Robin Hood“/1922); ERROL FLYNN („Robin Hood, König der Vagabunden“/1938); SEAN CONNERY („Robin und Marian“/1976 (mit Audrey Hepburn) und natürlich KEVIN COSTNER („Robin Hood – König der Diebe“/1991). Und natürlich wurde Robin Hood auch in dem gleichnamigen Walt-Disney-Trickfilm von 1973 „als gewitzter Fuchs“ amüsant „porträtiert“. Jetzt also schlüpfte „Oscar“-Preisträger RUSSELL CROWE in diesen Helden-Part. Der in Neuseeland geborene 46jährige Australier zählt seit langem zu den profiliertesten Charakterdarstellern in Hollywood. Hat sich mit seinen Rollen in „L.A. Confidential“ (1997); „Insider“ (1999), natürlich in und als „GLADIATOR“ (2000/“Oscar“); “A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ (2001); „Das Comeback“ (2005); „Todeszug nach Yuma“ (2007) und „State of Play – Stand der Dinge“ (2008) in die erste Liga und Reihe d e r besten Schauspieler überhaupt gespielt. In Australien ehrten sie ihn bereits mit 2 Sonderbriefmarken („Australiens Legends“, neben Nicole Kidman, Cate Blanchett + Geoffrey Rush, und jetzt, für „seinen“ Robin Hood).

In dem neuen Robin Hood-Movie kehrt der Held seelisch niedergeschlagen und körperlich erschöpft nach England zurück. Als Soldat von König Richard Löwenherz, der mit seinen barbarischen Kreuzzügen das Land abgewirtschaftet und destabilisiert hat. Das Grauen, die Widerwärtigkeiten der vielen mörderischen Schlachten, haben Robin wütend, zynisch und traurig werden lassen. Folglich ist er „nur noch angewidert“ und will weg. Von Uniform und „Vaterland“. Als König Löwenherz in Frankreich stirbt, verschafft er sich eine neue Identität und bringt dessen Krone zurück in die Heimat. Doch sein nun regierender Sohn, Prinz John, erweist sich als Tyrann, der die Gefahren vor den nun angreifen Franzosen nicht erkennt und stattdessen sich daran macht, Land und Leute noch mehr auszubeuten und kaputtzumachen. Deshalb wittern „die Franzosen“ England als „leichte Beute“ und machen sich auf den Eroberungsfeldzug. Und haben zudem schon ihre intriganten Spione am Hofe von Prinz John „in Position“ gebracht. Robin, der begnadete Bogenschütze und Gerechtigkeitsfanatiker, muß also wohl oder übel „zurück in den Ring“. Allerdings - der Dank des „Vaterlandes“ ist ihm dabei keineswegs gewiß.

Dieser neue Robin Hood-Film erzählt die Geschichte von den Anfängen. BEVOR Robin zu d e m Rebellenanführer wurde, wie wir ihn kennen. England ist pleite, der Bürgerkrieg droht, an der Spitze des Landes steht ein völlig unfähiger Regent. In dieser Epoche beginnt sich das Land zu wandeln, immer mehr weg von der Autorität EINES Herrschers hin zu einer Art „erster Basis-Demokratie“. Dies erzählt die eine Seite des Films. Die andere, natürlich, zeigt einen mutigen, couragierten, entschlossenen Kämpfer. Den es mehr und mehr anwidert, wie Menschen in Klassen eingeteilt sind und dementsprechend behandelt werden, wie sie leiden und krepieren. Grund genug, sich mit seinen Getreuen aufzumachen, um „dagegenzuhalten“. Zunächst aus/als Selbsterhaltung, dann aus patriotischem Gemeinsinn. Und dann gibt es ja noch die bekannten emotionalen „Momente“, wenn Robin und „Maid“ Marian Loxley zusammentreffen. Sie interpretieren hier ein bißchen Shakespeare („Der Widerspenstigen Zähmung“) und kabbeln sich auf angenehm selbstironische, gleichberechtigte Art und Weise. Die australische „Oscar“-Lady CATE BLANCHETT („Aviator“) interpretiert ihre Figur nicht als „Dienerin“, sondern als selbstbewußte, emanzipierte Partnerin von Robin. Charmant-reizvoll und angenehm modern. Wie überhaupt dieser neue ROBIN HOOD wunderbar entstaubt wurde. Weit weg von „Strumpfhose“ und närrischem Heldentum. Der Film ist ein aufregender, optisch außerordentlich beeindruckender, überwältigender Historien-Western (Kamera: der Schotte JOHN MATHIESON, der auch schon bei „Gladiator“ die Bilder verantwortete). Ist eine Art gewaltige Abenteuer-Oper, dessen Musikalität (vom Münchner MARC STREITENFELD) ebenso imponiert wie die grandiose Choreographie der zahlreichen Duelle und Schlachten. Wenn die Franzosen und ihre Helfershelfer übers Meer (an)kommen und sich für den Kampf wappnen sieht das bei Ridley Scott wie die Invasion der Alliierten 1944 in der Normandie aus.

„Robin Hood“ – der Film ist ein phantastisches, sinnliches Erlebnis: Popcorn-Kino vom Besten, wuchtig, spannend, kerlig. Mit viel Sinn für politische Ungerechtigkeiten wie für die damit zusammenhängende „unsinnige Kriegsgewalt“ (und damit mit aktuellen Verweisen durchaus versehen und zu verstehen), zugleich aber auch mit faszinierenden, atmosphärischen Motiven in den Gut-gegen-Schurken-Duellen (Motto: Der Mensch ist Barbar, und der derzeitige filmische Viel-Schurke MARK STRONG – neulich auch der Prima-Bösewicht in „Sherlock Holmes“ – ist eine ganz fiese Wucht als Sir Godfrey) sowie überhaupt = mit insgesamt erstklassigem Ensemble-Personal (wie WILLIAM HURT, DANNY HUSTON; MAX VON SYDOW und vor allem auch OSCAR ISAAC als listig-hinterhältiger Prinz John). Sie ALLE „füllen“ und beleben dieses KINO – auch ohne 3 D – SEHR unterhaltsam. Wobei Russell Crowe einmal mehr als temperamentvoller, würdiger Vorreiter und Respekt-Hero triumphiert: Dicht, packend, glaubwürdig; überzeugend emotional. Weiterhin: RUSSELL CROWE ist ein wirklich brillanter, zum Genießen toller, großartig menschelnder Leinwand-Held (= 5 PÖNIs).

In „ROBOCOP“ von Paul Verhoeven (USA 1987; 102 Minuten; Start D: 07.01.1988); der seine erste Hollywood-Arbeit abliefert.

Thema: Amerika ist von einer schlimmen Verbrechenswelle überschwemmt. Auf den Straßen regiert der Mob, während die Auslands-Nachrichten von ständigen Katastrophen aus vielen Krisenregionen berichten. Der Globus scheint außer Kontrolle zu geraten. In Detroit ist die Polizeiverwaltung schon in private Konzernhände übergegangen. Und von dort wird auch d i e Idee mit d e m Cop der Zukunft propagiert. Robocop. Eine Maschine mit menschlichen Teilen und ganz auf die “gerechte Sache“ programmiert. Als ein Polizist erschossen wird, kann der Versuch beginnen.

Das ist ein Thriller in der Mischung aus Comic, Fantasy und Polizeifilm. Hervorragend inszeniert, spannend und auch sehr aggressiv erzählt und trotz aller märchenhafter Züge nicht unglaubwürdig vorgeführt. “Robocop“ besitzt einen derben schwarzen Humor und ist Action Kintopp von beachtlicher Qualität (= 3 ½ PÖNIs).

ROBOT & FRANK“ von Jake Schreier (USA 2011; 89 Minuten; Start D: 25.10.2012); so abwegig ist der „künftige“ Gedanke gar nicht - da der Mensch anscheinend immer „unbezahlbarer“ in der täglichen „kapitalistischen“ Arbeit ist, werden eines baldigen Tages mehr und mehr ROBOTER zur professionellen Unterstützung/Hilfe im bzw. zum „Alltäglichen“ herangezogen. Wie zum Beispiel in der Altenpflege. Solch eine vorhersehbare köstliche „Spinnerei“ leistet sich der New Yorker Werbe- und Musikclip-Filmer Jake Schreier bei seinem „langen“ Kinospielfilmdebüt. Sein hübscher Independent-Erstling, basierend auf einem Drehbuch von CHRISTOPHER D. FORD, ausgezeichnet beim diesjährigen „Sundance Festival“ (mit dem „Alfred P. Sloan-Preis“), stellt den demenzkranken Ex-Meisterjuwelendieb Frank (FRANK LANGELLA) in den schwarzkomischen Ironie-Mittelpunkt.

Einen fortgeschritten- vergesslichen wie bockigen Eigenbrötler, der in und mit der „heutigen Zeit“ nicht mehr so recht klarkommt. Mitkommt. Sich täglich auf die Flirt-Begegnung mit der Büchereifrau Jennifer (SUSAN SARANDON) freut, denn bei ihr gelingt es ihm immer noch unbeobachtet (wie er glaubt), etwas zu stibitzen. Ansonsten - öder Alters-Alltag ist täglich angesagt. Eine langweilige Oldie-„Rest“-Zeit. Das Leben bietet und bedeutet keine Herausforderung(en) mehr. Als ihm sein Sohn Hunter (James Marsden) einen neuartigen Pflege-Service-Roboter aufzwingt, ist er zunächst gar nicht erbaut. Darüber. Über den neuen häuslichen Mitbewohner. Dann jedoch lernt er dessen „gute Fähigkeiten“ kennen und schätzen und beginnt, Geräte-Kumpel „Robot“ für sich zu nutzen. Benutzen. Einzusetzen. Schließlich gilt es, diese seine Bücherei zu erhalten. Sie ist zu teuer geworden, soll abgeschafft werden, um „Modernerem“ Profit-Platz zu machen. Doch da sei / ist Frank davor. Gemeinsam mit seinem gescheiten Metall-Partner macht er sich daran, die notwendige Kohle aufzutreiben. Sprich – diebisch „zu besorgen“. Frank besitzt schließlich immer noch das enorme „handwerkliche Profi-Potenzial“, während der helle, bisweilen aber auch „tyrannische“ Robot-Komplize für geistige wie weitere handwerkliche „Belebungen“ sorgt. Die Beiden erweisen sich als perfektes „Digi“-Paar. Mit Kuschel-Charme.

Alte Welt gegen „neue“ Existenz. Gestern hatte man noch Zeit und Muße, interessierten Gedanken, Worte, Gespräche. Bücher. Als Kommunikation. Heute wird lieber hektisch am „schnellen Gewinn“ gewerkelt. Roboter zählen mit-dazu, kann man sie doch wunderbar „bedarfsmäßig“ herstellen und verwenden. Zum Beispiel „zur Ruhigstellung“ der Alten. Deren „Gebrauch“, als gesellschaftlicher „Wert“, ja gering (geworden) ist. Aus dieser feinen Konstellation kann man feine schelmische Komödien herstellen. Wie DIESE hier. Wenn man einen solch überragenden Hauptdarsteller wie eben FRANK LANGELLA zur Verfügung hat. Der heute 74jährige ist ein guter alter Hase im Schauspiel-Business und bekam 2009 eine verdiente „Oscar“-Nominierung für seine grandiose Interpretation des Richard Nixon in dem Klasse-Drama „Frost / Nixon“. Hier gehört ihm „menschlich“ allein die Bühne. Was Frank Langella herrlich nutzt. Mit seiner beeindruckenden unangestrengten Mimik, über seine lakonische Körpersprache. Und der trocken-schmunzelnden Ironie-Balance, sich neben solch einem „pfiffigen“ Blech-Kobold positionieren zu „dürfen“.

Ein Emotionsdrama um Alzheimer mit Science Fiction-Appeal zu beleben und derart süffisant, charmant, völlig unverkrampft und dabei auch SO schön melancholisch auf die reizvolle Unterhaltungsreihe zu kriegen….. Donnerwetter. Der Film „Robot & Frank“ jedenfalls ist liebevoll menschlich und pointiert metallig. Und auch die Schlusswendung sitzt. Gut. Ist originell prima „organisiert“ (= 3 ½ PÖNIs).

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