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Filmtitel von Stf - Stj

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

DIE STIMME DES ADLERS“ von René Bo Hansen (Schwed/D 2007; 87 Minuten; Start D: 18.06.2009); einem 1952 in Kopenhagen/Dänemark geborenen Dokumentarfilmer, der hier – inmitten einer schwedisch-deutschen Co-Produktion - in der Mongolei seinen ersten Spielfilm realisierte, der auf der diesjährigen Berlinale im Rahmen der Reihe „Generation Kplus“ erstmals lief. Es ist ein schlichter Film, mit erheblicher AUßENwirkung. In der Mischung aus Tierfilm, Road-Movie und Selbstfindungs- bzw. Erwachsenwerden-Geschichte blickt er auf das „zweigeteilte“ Land Mongolei: Hier die Steppe, die herbe Natur, dort die „Zivilisation“, mit ihren unrühmlichen „Begleiterscheinungen“. Aber der Reihe nach: Der 12jährige Bazarbai (Bazarbai Matyei) lebt mit seiner traditionsverbundenen Nomadenfamilie im Grenzgebiet zwischen Kasachstan und der Mongolei. Doch anstatt hier in dieser abgelegenen Einöde aufzuwachsen, würde der Junge viel lieber in die Hauptstadt Ulan Bator umziehen. Wie sein älterer Bruder. Doch sein Vater möchte, daß Bazarbai in SEINE Fußstapfen tritt und die uralte Kunst der Jagd mit dem Adler erlernt. Doch der Junge ist störrisch, zänkisch, fahrlässig. So fliegt ihm der Familien-Adler durch eine Unachtsamkeit eines Tages davon. Und das große Abenteuer „Leben und Erfahrung“ kann beginnen.

Ein kleiner, stiller Film als Hymne auf die Achtung vor der Natur. Die bedroht ist. Inmitten einer episodenhaften Erzählung und beeindruckenden landschaftlichen Aufnahmen geht es um die zu vermittelnden „wahren Werte“: Mit der Natur weiterhin im Einklang und dafür in entbehrungsreicher Zufriedenheit zu leben oder die zerstörerischen „Errungenschaften“ der modernen (Stadt-)Zeiten in Kauf zu nehmen, zu akzeptieren. René Bo Hansen, der als Dokumentarfilmer bereits viel mit Kindern gearbeitet und über Kinder berichtet hat und auch bereits in der Mongolei tätig war, trifft mehr mit seinen Bilder-Motiven als mit seinem „einfachen Laien-Ton“: Wenn er die authentischen Zerstörungen durch Industrie- und Häuser-Brachen zeigt und auf kaputte, unwürdige Stadt-Exzesse blickt, sagt das mehr aus als viele Worte. Und authentisch wird der Film dann auch wegen seiner Laienschauspieler: Die Geschichte Bazarbais ist zugleich auch die tatsächliche Geschichte seines Darstellers Bazarbai Matyei. Wenngleich holzschnittartig mitunter zusammenfindend, ist der Film eine ruhige, atmosphärische Fabel über heutige Wertigkeiten und Lebensstimmungen an einem exotischen Weltfleck. Mit durchaus allgemeiner (Be-)Deutung (= 3 PÖNIs).

In „DIE STIMME DES MONDES“ von Federico Fellini (B+R; It 1990; 122 Minuten; Start D: 08.10.1998) geht es um zwei Irre, einen alten (PAOLO VILLAGGIO) und einen jungen (ROBERTO BENIGNI), und deren Zetern und Weltschmerz über unsere heutige hektische, rabiate Zeit.

Spinnereien als Reaktion auf allgegenwärtige Alpträume, der Irrsinn als Weisheit, zweimal Fellini-Ego, zweimal Poesie und Bitterkeit. Viel zu intellektuell und geschwätzig, viel zu privat. Schwach: “Die Stimme des Mondes“ von Federico Fellini (= 1 ½ PÖNIs).

STIRB LANGSAM“ von John McTiernan (USA 1988; 131 Minuten; Start D: 10.11.1988); ist ein Thriller. Thema: Überfall am Heiligabend in Los Angeles auf einen ultramodernen Wolkenkratzer eines japanischen Großkonzerns.

13 schwerbewaffnete, ausgeschlafene Profi-Gangster, darunter ALAN RICKMAN als prima Bösewicht-Anführer, haben es auf millionendollarschwere Wertpapiere abgesehen. Sie überwältigen das Wachpersonal, nehmen im 30. Stock die Teilnehmer einer betrieblichen Weihnachtsfeier als Geiseln und sehen sich schon am Ziel angekommen, aber ein zufällig anwesender Polizist aus New York wird nun zum großen - und einzigen - Gegenspieler. Ein gewaltiger Kampf beginnt, während sich vor dem Gebäude der örtliche Polizei-Chef wie auch die Agenten des FBI als überheblich und unfähig erweisen, nur ein Streifenpolizist leistet ihm per Walkie Talkie moralische Unterstützung. Aber für die Befreiung ist John McClane ganz allein auf sich gestellt.

Stirb langsam“ ist ein spannender, heißer Reißer. Aufgrund seiner raffinierten wie robusten Machart und des kribbelnden Timings vermag er manch Drehbuch-Fantasien einfallsreich und pfiffig auszutricksen. BRUCE WILLIS, der im Vorjahr noch die “Verabredung mit einer Unbekannten“ hatte, spielt diesmal einen zynischen, brutalen Einzelfighter, der dabei aber nie seinen schwarzen Humor und sein Gerechtigkeitsgefühl verliert. Insoweit unterscheidet sich “Stirb langsam“ von vielen anderen blindwütigen Helden-Attacken im Kino. Er ist zwar hart und gemein, aber macht auch Sinn und ist ungemein packend.

“Stirb langsam“, das neue, aufregende Spannungskino (= 4 PÖNIs).

Kintopp - Pur ist „STIRB LANGSAM 2“ von Renny Harlin (USA 1990; 124 Minuten; Start D: 25.10.1990).

Wieder mit diesem Über-Menschen und Helden John McClane. Was der erlebt, erleidet und erduldet, würde jeden von uns andauernd ins Krankenhaus und in den meisten Fällen sogar ins Leichenhaus befördern. Doch er, der bullige Polizist John McClane, hat anscheinend 9 Leben, wie eine Katze. Deshalb ist auch dort, wo er ist, permanent die Hölle los. Dabei fängt alles so harmlos an.

McClane wartet auf dem Flugplatz von Washington auf die Ankunft seiner Frau. Als er einige Männer entdeckt, die sich verdächtig aufführen, steckt er auch schon mitten drin im Schlamassel. Denn sein Verdacht erweist sich bald als wohlbegründet. Terroristen wollen die Auslieferung eines mittelamerikanischen Drogen-Diktators an die Vereinigten Staaten verhindern. Sie bekommen den Flughafen unter Kontrolle und erpressen die Leitung. Als sie sogar eine Maschine zum Absturz bringen, ist die Ratlosigkeit groß. Aber schließlich gibt‘s ja noch John McClane. Obwohl er sogar in den eigenen Reihen angefeindet wird, schwingt er sich zu tollkühnen Aktionen hoch und ist dabei “Tarzan“ und “James Bond“ in einer Person.

“Stirb langsam 2“ ist ein irrer Actionfilm. Trotz seiner totalen Übertreibung und Unlogik ist er spannend. Wieso? Weil von vorne herein deutlich gemacht wird, dass hier gerne übertrieben wird und wie unernst man sich selbst nimmt. Trotz aller Brutalität und Schärfe ist immer wieder genügend Selbstironie und Augenzwinkern angesagt. Hollywood überdreht mal wieder derart bombastisch, dass man aus dem Staunen über so viel Einfallsreichtum und Professionalität nicht herauskommt. “Stirb langsam 2“ ist menschlicher Comic und d i e Interpretation für moderne Spannungsunterhaltung. Mit BRUCE WILLIS in der Hauptrolle, der eben darstellerisch mehr bietet als etwa ein blindwütiger “Rambo“ Sylvester Stallone. Willis hat deftige Sprüche parat, ist ein sympathischer Helden-Fuzzi, bringt Schwung und Spaß in diese Riesen-Show, Also, Fazit: “Stirb langsam 2“ ist reines, prächtiges, lautes KINTOPP (= 4 ½ PÖNIs).

STIRB LANGSAM - JETZT ERST RECHT" von John McTiernan (USA 1994; 131 Minuten; Start D: 22.06.1995).

BRUCE WILLIS einmal mehr in seiner Lieblingsrolle als verkaterter Polizist John McClane. Vor 7 Jahren, im ersten “Stirb Langsam“-Film, kämpfte er alleine gegen eine Terroristengruppe, in einem Hochhaus in Los Angeles. 1990 folgte “Stirb langsam 2“, der auf einem Flugplatz in Washington, D.C. angesiedelt war, den Terroristen kapern. Jetzt geht der Fight durch New York. Gegenüber den ersten beiden, eher westernähnlichen Vorgängern, wurde aus dem Kampf des Einzelnen gegen eine böse und hochtechnisierte Übermacht (u.a. JEREMY IRONS) eine reine Materialschlacht. Jetzt fliegt andauernd “irgendetwas“ durch die Gegend: Sei es ein Bus, eine U-Bahn, eine Bank oder ein Kran. Krach, Chaos und Gewalt sind jetzt die beherrschenden Action-Elemente. Dabei bleiben nun Glaubwürdigkeit und Spannung total auf der Strecke (= 2 PÖNIs).

STIRB LANGSAM 4.0" von Len Wiseman (USA/GB 2007; 128 Minuten; Start D: 27.06.2007); Originaltitel: "Live Free or Die Hard". Wiseman, 34, ist ein Newcomer im Hollywood-Business. Dessen Karriere in den Ausstattungsteams verschiedener Filme wie "Men in Black" und "Independence Day" begann. Später drehte er vorwiegend Musik-Videos und Werbespots. Sein Leinwand-Debüt gab er 2003 mit dem düsteren Action-Fantasy-Horror-Trash-Movie "Underworld". 2006 folgte die Fortsetzung "Underworld: Evolution". Der deutsche Titel "...4.0" signalisiert: Es geht hier um Technik/Computer/Systeme/Programme, um all die vielen technischen "Neuerungen" in unserem aktuellen globalen Zusammenleben, ohne DIE nichts mehr "geht"/funktioniert.

Zunächst aber zurück zu den Wurzeln der Film-Reihe: "STIRB LANGSAM", das (sehr) erfolgreiche Original, stammt von 1988. Der New Yorker Polizist JOHN McCLANE, gespielt vom damals 33jährigen BRUCE WILLIS, muss an Heiligabend in einem Bürohochhaus in L.A. allein gegen eine Überzahl von Terroristen kämpfen, die an den gut gefüllten Tresor wollen und die Weihnachtsfeier-Angestellten als Geisel nehmen. Die Fortsetzung kam 1990 heraus: "STIRB LANGSAM 2". Hier darf McClane auf dem Washingtoner Flughafen am Weihnachtsabend im Alleingang "die Karre aus dem Dreck ziehen", nachdem Terroristen einen "anreisenden" südamerikanischen Diktator (Franco Nero) befreien wollen. 1995 schließlich erreichte "STIRB LANGSAM - JETZT ERST RECHT" bzw. auch "Stirb langsam 3" die Kinos. McClane, beruflich wie privat auf dem Tiefpunkt angekommen, wird von einem irren Teroristen (Jeremy Irons als der deutsche Bruder des Bösewichts aus Teil 1/Alan Rickman), zusammen mit seinem unfreiwilligen Partner Samuel L. Jackson als Zeus Garver, auf eine makabere "Schnitzeljagd" durch New York City gescheucht, währenddessen die Goldreserven der Zentralbank geplündert werden sollen. Und nun, 2007, Bruce Willis ist inzwischen 51 (= Dreharbeiten) bzw. jetzt 52, der vierte Action-Spaß mit dem unverwüstlichen, inzwischen in Washington arbeitenden John McClane. Und dem erneuten Über-Motto: "WENN ES DER FALSCHE ORT IST, IST ER IMMER DER RICHTIGE MANN".

McClane, inzwischen geschieden und Vater einer hübschen Teenie-Tochter namens Lucy (Mary Elizabeth Winstero/eine Cousine der legendären Ava Gardner/neulich in "Bobby"), trifft es wieder einmal knüppeldick. Eigentlich will er nur einen Hacker-Verdächtigen zum FBI-Verhör abholen, doch kaum angekommen, beginnt das Feuerwerk. Stichwort: Der virtuelle, der CYBER-TERRORISMUS. Technisch bestens bewanderte wie ausgerüstete Computer-Terroristen bereiten einen Tag vor dem Unabhängigkeitstag/4. Juli Anschläge auf das sensible Netzwerk der USA vor. Wollen die gesamte Infrastruktur des Landes zum Erliegen bringen: Kommunikation, Transportwesen, Stromversorgung, Sicherheit/Schutz sowie die Wirtschaft/Börse. Wollen aber auch zugleich bzw. währenddessen "Zeugen" beseitigen. Deshalb auch eingangs die Attacken auf den Hacker-Bubi Matt Ferrell (JUSTIN LONG), den McClane abholen wollte. Thomas Gabriel (gespielt von TIMOTHY OLYPHANT, neulich in der Flop-Komödie "Lieben und lassen") heißt der smarte Oberschurke, intellektuell brillant, skrupellos bis zum Geht-Nicht-Mehr, ein genialer Denker wie Lenker/Organisator. Der sich mit übelsten Profi-Killern "ausgestattet" hat und mit allem rechnet bzw. gerechnet hat, nur eben nicht mit diesem Spezi von "aussterbendem Sheriff"/Solisten/"analogen" Handarbeiter: John McClane. Und wenn der erst mal RICHTIG "in Fahrt" kommt...

Es ist DIE MUTTER ALLER ACTIONFILME: Clever erdacht, klasse ausgeführt, prima gespielt. Weil: 2007. McClane muss jetzt einen "Assi" an seiner Seite haben. Der quasi mit dem Computer "lebt", ihn aus dem F-F beherrscht, mit dem "hochkarätig" umzugehen weiß. Matt ist so eine "unscheinbare" Spitzen-Hacker-Type. Während McClane ihn andauernd vor den Kugeln der Verfolger (be-)schützt, kann DER ihm "technisch" nützen. WIE dann diese Jagd-Show inszeniert ist, das ist schon absolute Spitze. Außerordentlich SPANNEND, mit unglaublich guten, rasanten, phantasievollen Bewegungs-Ideen/Einfällen von Motiven und Stunt-Krachern. Derweil BRUCE WILLIS genau die richtige (spitzzüngig-ironische) Tonart und überzeugende Körpersprache findet, um das Alles hier nicht dämlich-blöd-dumpf erscheinen zu lassen. Im Gegenteil: Im höchsten Grade eine charismatisch-aufregend-irre Führungs-Genre-Figur. Es macht FORTWÄHREND Spaß, ihm hier zuzusehen/zuzuhören.

"Stirb langsam 4.0" ist eine Action-Oper der Superlative und besitzt so etwas wie einen unruhig machenden Realitätshauch: Wie weit ist der Action-Knaller eigentlich WIRKLICH von der Wirklichkeit entfernt? Der neue Terrorismus als virtuelle Bedrohung - eine pure Fiktion??? Die Errungenschaften unserer Zeit kehren sich gegen die Macher/Hersteller/Tüftler, sind zugleich ihr Untergang: Wenn inzwischen ALLES Computer-gesteuert ist, genügt da im Grunde nicht - vereinfacht gedacht - ein simpler Mausklick eines Spezi-Irren, um die Welt zu zerstören??? Alles nur pure Fiktion von phantasievollen, "überkandidelten" Drehbuch-Autoren (hier, exzellent: Mark Bomback sowie David Marconi/Story)??? Ein toller UNTERHALTUNGSFILM mit einer weiteren "Generations-Pointe". Während der junge Matt gerne neuzeitliche Punk-/Rap-Töne bevorzugt, legt ihm McClane im Auto - während einer kurzen Pause - CCR auf/den Klassiker "Fortunate Son" von "Creedence Clearwater Revival". Was ist denn DAS, fragt die Cyber-Milchschnitte entsetzt???...

Ach so ja, und weil bekanntlich inzwischen ja auch FRAUEN es gerne gleichtun und ebenfalls mächtig draufzuhauen verstehen, wenn belieben, darf sich hier auch die attraktive wie fiese Helfershelferin MAGGIE Q. ("Mission Impossible III") als Mai in Sachen Böse Woman mächtig-kräftig austoben und sich fein-"handgerecht" (wenngleich natürlich schließlich vergeblich) auch mit McClane anlegen. Auch so ein schönes, schwarzhumoriges Emanzipations-Bonbon-Motiv...(= 5 PÖNIs).

STIRB LANGSAM 5 - EIN GUTER TAG ZUM STERBEN" von John Moore (USA 2012; B: Skip Woods; K: Jonathan Sela; M: Marco Beltrami; 97 Minuten; Start D: 14.02.2013); mit Genre-Plotten wie „Im Fadenkreuz – Allein gegen alle“ (2001; einem patriotischen Furz mit Owen Wilson + Gene Hackman), dem Remake  „Der Flug des Phoenix“ (2004, mit Dennis Quaid) sowie der Horror-Neuverfilmung „Das Omen“ (2006, mit Liev Schreiber) und zuletzt mit  dem Action-Rums „Max Payne“ (2008, mit Mark Wahlberg) wird der 42jährige irische Regisseur John Moore  -  dessen Wutausbrüche am Set, wenn es zu unvorhergesehenen Verzögerungen beim Dreh kommt, „beinahe legendär sind“ (Wikipedia)  -  nicht gerade „hoch“ gehandelt. In der Branche. Auch nach diesem Film nicht, dessen Story beziehungsweise „inhaltliche Verwirklichung“ lediglich Bierdeckelumfang bedeutet. Und bei dem es einzig nur darum geht, eine größtmögliche „Wirkung“ über, mit und durch die Spezialeffekte, durch die digitalen Effekte zu erreichen. So ist es auch kein Wunder, dass auf dem Filmportal „International Movie Database IMDb“ allein „dafür“ 194 Team-Namen  für diesen Film aufgeführt sind. Der hauptsächlich in der ungarischen Hauptstadt Budapest gedreht wurde.

Zur Erinnerung, zur Zusammenfassung. Von einem Vierteljahrhundert  STIRB LANGSAM-Fünffach-Kino: ER hieß Roderick Mayne Thorp Junior, nannte sich RODERICK THORP  und ist der eigentliche Erfinder des JOHN McCLANE. Roderick Thorpe (1.9.1036 – 28.4.1999) schrieb Kriminalromane und veröffentlichte 1966 den Roman „Hartnäckig“. Dabei im Mittelpunkt: Der desillusionierte Polizist, Detective Joe Leland. Der bei einem neuen Fall in einen Sumpf aus Korruption, Verrat und Mord gerät. 1967 wurde der Stoff unter dem Titel „Der Detektiv“ von Hollywood adaptiert. Unter der Regie von Gordon Douglas, mit FRANK SINATRTA in der Titelrolle. „The Detective“ avancierte zu einem der erfolgreichsten Kinofilme seines Jahrgangs (deutscher Kinostart: 05.09.1968). Roderick Thorpe schrieb eine Forstsetzung von „The Detective“, die 1979 unter dem Roman-Titel „Nothing Lasts Forever“ herauskam. Darin ist Joe Leland in einem Wolkenkratzer in Los Angeles an einem Heiligabend gefangen, nachdem deutsche Terroristen unter ihrem Anführer Anton „Little Tony The Red“ Gruber diesen attackiert und besetzt haben. Der pensionierte NYPD Detective Joe Leland muss sich in dem riesigen Bürokomplex fortan als barfüßiger Einzelkämpfer behaupten. Beweisen. Frank Sinatra, damals 64, lehnte ab, in der Filmfortsetzung mitzuspielen.

Das „heiße“ Skript wurde in Hollywood daraufhin mehrmals umgerüstet und schließlich zu einer eigenhändigen neuen Geschichte „angepasst“: Aus Joe Leland wurde, nach einem Drehbuch von Jeb Stuart & Steven E. de Souza, der New Yorker Cop JOHN McCLANE. Der Heiligabend nach Los Angeles kommt, um dort mit seiner Familie Weihnachten zu feiern. Als er seine Frau auf ihrer Arbeitsstelle im „Nakatomi Plaza“, einem mächtigen, noch nicht ganz fertiggestellten Hochhaus, abholen will, wird dieses von schwer bewaffneten Gangstern gestürmt. Und eingenommen. McClane beginnt mit seiner gigantischen Solo-„Arbeit“. In „STIRB LANGSAM“ von John McTiernan. Aus dem Produktionsjahr 1987. Für die Hauptfigur wurde der „7.Kandidat“ engagiert, nachdem Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Burt Reynolds, Harrison Ford, Mel Gibson und Richard Gere ablehnten: Der damals 32jährige BRUCE WILLIS, geboren am 19. März 1955 im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein. Willis hatte seine Hauptrollen-Karriere gerade über die TV-Serie „Moonlightning“, bei uns „Das Model und der Schnüffler“, und der saukomischen Blake Edwards-Komödie „Blind Date – Verabredung mit einer Unbekannten“ (mit Kim Basinger) gestartet. Mit „Stirb langsam“ avancierte er zum Star. Die Rolle des John McClane wurde zu seinem Reihen-Markenzeichen: „Stirb langsam 2“ folgte 1990; „Stirb langsam: Jetzt erst recht“ 1995; und auch in „Stirb langsam 4.0“ zeigte sich der Willis-McClane 2007 immer noch in Top-Form. 2012 entsteht Teil 5, und wie Bruce Willis verlauten ließ, wird wohl auch noch „Stirb langsam 6“ folgen.

Natürlich ist der „unsterbliche“ Kerl inzwischen älter geworden. Also kann er nicht mehr alles alleine „anstellen“. Im fünften Teil dieser Action-Serie besucht der New Yorker Bulle John McClane „folgerichtig“ seinen Sohn in Moskau. Denn DER wurde dort verhaftet. Jack McClane, den wir schon 1988 im ersten Abenteuer kurz babylike kennenlernten, aber ist kein Krimineller, natürlich nicht, sondern als verdeckter CIA-Agent tätig. Um einen geheimen russischen Regierungsinformanten zu schützen. Doch dies ging schief. Nun sitzen beide erstmal wie kurz hinter Gitter. Als John McClane russischen Boden betritt, beginnt sofort das Gemetzel. So dass „Papa“ und Sohn keine Chance haben, erst einmal ihre, sagen wir mal, „familiären Differenzen“ halbwegs auszuräumen. Also tut man sich zwangsläufig zusammen, pflaumt sich hier und da momentweise an, in den Pausen zwischen den vielen Explosionen und dem andauernden Geballer und den rasanten Verfolgungsjagden, etwa beim Durchladen der Waffen, von wegen „Viel Glück alter Mann“  oder  „Mein Sohn, der 007 aus Plainfield, New Jersey“, und zertrümmert nebenbei Moskau. Wo gerade Terroristen einen Regierungswechsel herbeibomben wollen. Oder so. Um die Stabilität der freien kapitalistischen Welt infrage zu stellen. Dies können und wollen John und Jack McClane als gute Amerikaner natürlich nicht zulassen. Also drehen sie zünftig auf. Ebenso wie das Drehbuch, das mit egalen wie verblüffenden Identitätswendungen mitunter aufwartet. Fernab jedweder Ungefähr-Logik. Oder so. Jedenfalls raufen sich Senior und Junior zusammen, um es richtig in der Fremde krachen zu lassen. Und um dann happy-fein, mit Pflaster auf der Wange, oder so, wieder in den Schoß der Familie zurückzukehren. In die friedlichen USA. Auftrag erfüllt. Doch ein neuer Radau-Job für die nun Zwei-Mann-Armee soll folgen.

Wobei  -  „A Good Day to Die Hard“ funktioniert immer noch am besten mit „NUR“ John McClane. Alias Bruce Willis. Da mag sich „Bubi“ Jack alias JAI COURTNEY, ein bislang kaum „richtig“ in Erscheinung getretener 26jähriger Australier (hat ein bisschen neulich bei „Jack Reacher“ Tom Cruise mitgemischt), noch so anstrengen, „VIEL“ kommt bei DEM nicht ´rüber. Neben dem übermächtigen zynischen Ironiker und stromstarken Bewegungsmelder Bruce Willis wirkt er nur wie ein Stück ordentliches Packpapier. Ein Gebrauchstyp, ohne Charisma. Mit ohne Präsenz. Während „unser Karlsruher“ SEBASTIAN KOCH, 50, bekannt zum Beispiel aus „Das Leben der Anderen“, einen aufgebracht- lustigen Russen-Bösewicht namens Komorow mimt. Natürlich, dann - als ordentlichen Verlierer.

„Die Hard 5“ wirkt, IST  -  wenn totale Bewegung (Schnitt: DAN ZIMMERMAN) angezeigt ist. Action, die Effekte, die opulenten Einfälle sind die Musik hier. Was die Spezis hier ausgetüftelt, sich haben einfallen lassen, bietet allererste Kunst. In Sachen Action-Choreographie. Einmal mehr großartig-irre. Verblüffend wahnsinnig. Technisch total dekadent. Phantastisch. Etwa, wenn in einem fliegenden Hubschrauber McClane den drinnen befindlichen LKW startet und dann an den Hubschrauber „anhängt“, damit der nicht weiterfliegen kann…., unglaublich. Als Jahrmarktvergnügen pur. Adrenalin –Stimmung zuhauf. Überkandidelte Slapstick-Action als exzessive, brillante Unterhaltungsfrechheit. Ingmar Bergman, der große schwedische Künstler und d a s cineastische Genie des 20. Jahrhunderts („Fanny und Alexander“), das ist bekannt, hatte in seiner Filmsammlung auch „Die Hard“. Mit Bruce Willis. Der gerade 80 Jahre alt gewordene Exilgrieche Constantin Costa-Gavras, ebenfalls ein meisterlicher filmischer Wegweiser aus dem vorigen Jahrhundert („Z“), erklärt dies heute (am Dienstag, 12. Februar 2013) in einem Interview in der „Süddeutschen Zeitung“ deutlich: „Natürlich. Gerade wenn man Anspruchsvolles macht, braucht man zwischendurch einen Exzess“. GENAU DIES und DAS bietet „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ halbvoll spaßhaft (= 3 PÖNIs).

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