Valid XHTML 1.0 Transitional

Filmtitel von Trao - Trem

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

DER TRAUM" von Niels Arden Oplev (Dänemark/GB 2005; 109 Minuten; Start D: 24.05.2007); ist eine Co-Produktion Dänemark/GB von 2005 und wurde u.a. mit dem "Gläsernen Bären" beim vorjährigen Berlinale-Kinderfilmfest sowie mit 6 Dänischen "Robert"-Filmpreisen ausgezeichnet, darunter in der Kategorie "Bester Spielfilm", "Bestes Drehbuch/Beste Regie".

1969: Nach den Sommerferien wird für den 13jährigen Frits das Martin-Luther-King-Motto von 1963 - "I have a dream" - zum Lebensmotto. Denn Frits ist Freidenker. Hat längere Haare als die Anderen, ist begeistert vom Rock ´n´ Roll, seinem neuen Hippie-Lehrer und überhaupt von der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation. Doch sein Idealismus und Glaube an die "neue Gerechtigkeit" innerhalb der Gesellschaft wird auf die harte Probe gestellt: Denn Frits ist in der neuen Land-Schule der Wutattacken des Schuldirektors ausgeliefert. Denn der teilt kräftig wie brutal Schläge aus. Reißt ihm fast ein Ohr ab. Gemeinsam mit seinem Lehrer und den Eltern nimmt er den Kampf gegen den ekligen Direx auf.

"Der Traum" reflektiert die aufregende 68er Zeit zwischen Aufbruch und Restriktion. Der Regisseur vom Jahrgang ´61, hierzulande bekannt durch seinen 95er Debütfilm "Portland" über die gewalttätige Untergrundszene im nördlichen + ländlichen Teil Dänemarks (= lief im Wettbewerb der Berlinale von 1996), hat seinen Film nach eigenen Erinnerungen gedreht. Sozusagen: Eine persönliche wie intensive Abrechnung mit den Gestern-Greulichkeiten. Es ist ein leiser, sehr emotionaler Blick in eine autoritäre Vergangenheit, der vor allem auch über die "kommentierende" Musik von einst bestimmt wird (Gospel-Lieder, Songs von B.B. King oder "We shall overcome", das die Schüler "rebellierend" bei einer Schulveranstaltung vortragen).

"Der Club der toten Dichter" in der dänischen Familienfilm-Version; einfühlsam, sensibel, eindringlich (= 3 PÖNIs).

Für herrlichen Klamauk und Krawall sorgt die Hollywood-Komödie„DAS TRAUM-TEAM" von Howard Zieff (USA 1989; 113 Minuten; Start D: 04.01.1990). Vier Insassen einer privaten New Yorker Nervenklinik müssen sich dem Leben “draußen“ stellen, weil bei einm Ausflug ihr Pfleger “abhanden“ kommt. Was sie nun machen und anstellen, ist genauso verrückt wie normal: Und als die Vier dann noch einen Mord pfiffig aufklären, sind sie mehr als nur über ihren Schatten gesprungen.

“Das Traum-Team"‘ ist eine kesse, ironische Hommage an all die liebenswerten Spinner auf dieser gemeinen Welt. Mit Michael Keaton, Peter Boyle, Stephen Furst und Christopher Lloyd. “Das Traum-Team“ ist ein Spaß, wie ihn heute auch Chaplin drehen würde (= 4 PÖNIs).

DIE TRAUZEUGEN“ von Stephan Elliott (Australien/GB 2011; 97 Minuten; Start D: 14.06.2012); der 47jährige australische Drehbuch-Autor und Regisseur hat eine bewegte Vergangenheit. Nach Anfängen als Assistent bei Regie und Schnitt sowie eigenen Kurzfilmen schuf er seinen Spielfilm-Erstling mit der Krimi-Komödie „Frauds“/“Ein schräger Vogel“ (mit Phil Collins + Hugo Weaving), die 1993 im Wettbewerb von Cannes lief. Bereits ein Jahr später kam der internationale Durchbruch mit der schrägen australischen Tragikomödie „Priscilla – Königin der Wüste“ (mit Terence Stamp, Hugo Weaving + Guy Pearce). Das Low-Budget-Movie wurde ein weltweiter Erfolg, erhielt zahlreiche Preise, darunter einen „Oscar“ für das „Beste Kostümdesign“ sowie den Publikumspreis in Cannes. Nach der Übersiedlung gen London übernahm er 1997 die Regie bei der britisch-australischen Co-Produktion „Welcome to Woop Woop“ (mit Rod Taylor), die unfertig und außer Konkurrenz in Cannes lief und völlig durchfiel.

Nachdem 1999 sein Thriller „Das Auge“ (mit Ashley Judd + Ewan McGregor), der auf dem Festival von Venedig Premiere hatte, gute Kritiken bekam und beim Brüsseler Science Fiction- + Fantasy Filmfestival den Hauptpreis ergatterte, an den Kinokassen aber unterging, war Stephan Elliott, der in diese australisch-britisch-kanadische Co-Produktion viel eigenes Geld gesteckt hatte, Pleite. Zog sich aus dem Filmbusiness zurück. Verdiente fortan als passionierter Skifahrer seinen Lebensunterhalt als Skilehrer in verschiedenen Regionen. 2004 stürzte er beim Skifahren in einen Felsabhang und verletzte sich schwer. Während der vierjährigen Krankenhaus- und REHA-Pause entstand, gemeinsam mit der australischen Journalistin und Drehbuch-Autorin Sheridan Jobbins, das Drehbuch für die Gesellschaftssatire „EASY VIRTUE – EINE UNMORALISCHE EHEFRAU“, die auf einem Bühnenstück von Noel Coward basierte und die er 2008 dann selbst (mit Jessica Biel, Kristin Scott Thomas + Colin Firth) als britischen Independent-Film realisierte. Die erfolgreiche Rückkehr war damit für Stephan Elliott geebnet. Geschafft.

Mit „A Few Best Men“, so hier der Originaltitel, nähern sich Drehbuch-Autor und “Executive-Producer” Dean Craig und Stephan Elliott geruchsmäßig dem derzeit angesagten “Hangover”-Milieu. Allerdings eine Spanne jünger. Und dämlicher. Der britische Jungspund David (Xavier Samuel) lernt im Urlaub auf einer Trauminsel die hübsche australische Mia (Laura Brent) kennen. Die volle Liebe. Mit baldigem Heiratsversprechen. Zuhause sind seine chaotischen Kumpels, die den elternlos aufgewachsenen David quasi brüderhaft „aufgezogen“ haben, entsetzt. Zumal die Hochzeit nicht im heimischen Britannia, sondern im fernen Australien annonciert ist. Dennoch - gemeinsam fliegen sie hin. Mit der Folge, dass fortan sich „die Brüder“ pausenlos wie dämliche Arschlöcher benehmen, aufführen, und diese sowieso schon reichlich durchgeknallte Hochzeitsveranstaltung zu einem ewigen Fiasko werden lassen. Wobei Alkohol, Drogen und herbe Gemütsschwankungen eine (un-)freundliche, aber maßgebende Dauerrolle spielen. Und: Mit zwar vielen verrückten, aber keineswegs komischen Ideen (à la - ein „besonderer“ und dann vollgekokster Schafsbock wird erst entführt und dann handgerecht auf der Toilette „entleert“). Tumber Trash. Man kreischt vorhersehbar und wenig originell herum von wg. Kultur-Crash: Wenn britische Prolls auf eine pseudo-feine australische Sippe stoßen. Wo einzig die dortige Mama, gespielt von der inzwischen 63 jährigen ehemaligen Schlager-Schnuckelbiene OLIVIA NEWTON-JOHN („Grease“ / „Xanadu“/1978 + 1980), für „Stimmung“ sorgt und sich als feuriger Alki-Koks-Feger erweist. Und kräftig komischen Dampf ablässt. Während die „blöden Kinderchen“ nur hirn- und geschmacklos herumtuckern. Und langweilen. Dass sie sich am Ende, nach diesem blöden Dauerschlamassel, dann plötzlich alle wieder family-lieb haben, stößt schließlich ganz doof-bitter auf.

Das darf vermutet werden: Der begabte Stephan Elliott, der nach eigenem Bekunden nur bei seinem Hit „Priscilla – Königin der Wüste“ das Recht auf den „Final Cut“ hatte, schuf hier eine beliebige Auftragsarbeit. Zum Üben und Geldverdienen. Oder umgekehrt. „Die Trauzeugen“ trägt zwar seinen Regie-Namen, dürfte bzw. durfte aber wenig „von ihm“ wirklich enthalten. Haben. Mutmaßlich. So stußig ist diese verkorkste Albernheit (= 2 PÖNIs).

THE TREE OF LIFE“ von Terence Malick (B+R; USA 2008-2010; 138 Minuten; Start D: 16.06.2011); ganz klar - der am 30. November 1943 in Ottawa/Illinois geborene Drehbuch-Autor, Regisseur und Filmproduzent ist der wohl “geheimnisvollste” Filmemacher überhaupt. Absolut scheu. Unnahbar. Unerreichbar. Seit seinem grandiosen Debütfilm „BADLANDS – ZERSCHOSSENE TRÄUME“ von 1973 hat er nur insgesamt vier weitere Filme geschaffen: „IN DER GLUT DES SÜDENS“, 1978 („Oscar“ für Kameramann Néstor Almendros; „Bester Regisseur“ in Cannes); „DER SCHMALE GRAT“, 1998 (7fach „Oscar“ nominiert; „Goldener Berlinale-Bär“); „THE NEW WORLD“, 2005.

In seinem 5. Werk, das kürzlich bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Hauptpreis, der „Goldenen Palme“, bedacht wurde, geht der inzwischen über 65jährige an die Sinn-Fragen und –Suche menschlichen Lebens. Menschlicher Existenz. Menschlichen Seins. Im Kosmos Erde. Und überhaupt. Unser Planet „von oben“. Gleich zu Anfang erwartet uns ein Zitat aus dem Alten Testament: „Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sag an, wenn du Bescheid weißt“. Es folgt ein mysteriöses, flackerndes, gewaltiges Rot-Sonnen-Licht, danach begeben wir uns in das USA-Texas der 1950er Jahre. In eine dortige Kleinstadt. Sozusagen vom Urknall ins überschaubare Mini-Reservoir einer „disziplinierten“ amerikanischen Family. DIE aber wird nicht geradlinig, sondern anekdotenhaft, in erzählerischen Gestern-Heute-Gedanken-Mustern, vorgestellt, „erklärt“. Denn bisweilen befinden wir uns auch in der heutigen Zeit. Wo Sean Penn als erwachsener Sohn Jack mit gequältem Pokerface und im Designer-Anzug als „trauriger Erwachsener“ durch eine Wüstenlandschaft tapert und offensichtlich immer noch an den unauslöschlichen Folgen einer harten Brutalo-Pädagogik seines Erzeugers (BRAD PITT) leidet. Und am frühen Tod des jüngsten geliebten Bruders.

Dies Ganze kommt mit einer merkwürdig abgehackten Symbol-Sprache daher. Beziehungsweise durch rätselhaft gehauchte Texte „von oben“. Aus dem Off. Eine fundamentalistische Religionsstimmung breitet sich aus. In der Atmosphäre zwischen harscher Bibelstunde und diktatorischem Kirchen-Ton. Wobei mehr „auf die Vergangenheit“ geblickt wird. Wo der unnachgiebige, herzlose Daddy seine „unvollkommenen“ Jungs autoritär malträtiert. Besonders halt den Älteren. Jack. Um DEN „zu stählern“. Um ihn auf das ungerechte, harte, gemeine erwachsene Alltagsleben vorzubereiten. Während die Mutter (JESISICA CHASTAIN) sinn-traurig schuldvoll zusieht. Und nicht eingreift. Fröhlichkeit kommt nur auf, wenn der Alte mal einige Zeit von Zuhause weg ist. Oder so.

„The Tree of Life“ ist ein Schnipsel-Film. Kann „so“ oder auch „so“ gedeutet werden. Gibt sich weltumfassend sinnsuchend. Von der Schöpfung bis zum Jetzt. Was war? Was ist? Was hat Bedeutung? Liebe? Warum Gott? Wo? Wieso so? Wer sind wir? Nichts weiter als armselige Gestalten? In seinem Universum? Oder SIND WIR HALT SO? Fest-gepolt? Für immer und ewig? Falsch? Bekloppt? Gemein? Lächerlich? Eigentlich überflüssig? Und überhaupt. Ist das alles gewollt? Von IHM? Den wir Gott nennen? Oder was? Der Mensch als pure Traurigkeit. Und ziemlich doof. Elendig. Armselig. Innerhalb eines SO sagenhaften „guten“ Kosmos. „Schaut auf diese Erde“. Oder so. Sind diese Frage-Fäden beliebig, achselzuckend-banal, philosophisch dick, das volle theoretische Schmerz-Programm, so bombastisch zeigt sich das Visuelle. Wolken, Himmel, Sterne. Landschaften. Allgewaltig. Schön. Kamera: EMMANUEL LUBEZKI. Sehr atmosphärisch. Bisweilen. Vorübergehend.

Musikalisch wird der Bilderstrom wuchtig „kommentiert“. Von ALEXANDRE DESPLAT. Mit betörenden Sphären-Klängen. Dafür bleibt die Sprache, wenn sie denn überhaupt „stattfindet“, verwirrend. Uneinheitlich. Mysteriös. Sich in – zumeist biblischen – Andeutungen und Lippenbekenntnissen ergehend. Spirituell ergiebig wie total langweilend. Verkauft als bedeutungsschwangere Poesie. Mit nur begrenzter Magie. Meistens aufdringlich. Belästigend. Läppisch. Marke: Unser Leben als Tod im Wartestand. Aha! Mit unausweichlichem Schicksal. Samt ebensolchen Schlägen. Kann man nichts machen. Oder? Seelenheil kommt vielleicht höchstens von Oben. Von GANZ OBEN. Von IHM. Oder so. Aber DAS „kriegt“ keiner. Von wegen mit/bei unserer ewigen Sünden-Existenz.

Der Mensch ist schuldig. Voll und ganz. Punkt. Oder?: Erst wenn wir uns entscheiden zwischen Natur und Gnade, heißt es einmal aus dem Off gedämpft, können wir hoffen. Auch auf bessere Filme??? (= 2 PÖNIs).

Pfeil nach oben