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Heimkino-Empfehlung von Ca - Cg

Wenn es darum geht, Quatsch noch ‘quätscher‘ zu machen, ist Hollywood genau die richtige Adresse. Neuestes vergnügliches Beispiel: „CADDYSHACK II“ von Allan Arkush. (USA 1988; 98 Minuten; Video-Veröffentlichung: 14.04.1989).

Das ist die Fortsetzung eines Blödsinns von 1979 (s. Kritik, in dem Rodney Dangerfield den großen Krachmacher in einem exklusiven Golfclub spielte.

Jetzt ist es Jackie Mason, ein reicher, aber netter Typ. Den mögen die standesbewussten, arroganten Bewohner einer Feudal-Gemeinde nicht, weil er dauernd Scherze macht und nicht mit Ihresgleichen herumzieht. Aber der Typ weiß mit ihnen umzugehen, während seine Tochter es noch lernen muss. Wir erleben Sahnetorten- und ähnliche Duelle, viel Schadenfreude und komische Solo-Auftritte von Star-Komödianten wie Chevy Chase und Dan Aykroyd als paranoider Killer.

“Caddyshack II“ ist ein solider Spaß zum Abschalten und Ablachen.

Anbieter: "Warner Home Entertainment" (vergriffen)

In dieser Woche kommt ein "ganz großer" Spielfilm in deutscher ERSTVERÖFFENTLICHUNG auf DVD heraus; war also hierzulande - unverständlicherweise - vorher NICHT im Kino zu sehen. Es handelt sich dabei um die, mit rd. 24 Millionen EURO, teuerste spanische Produktion aller Zeiten, die mit 3 spanischen "Oscars", den "Goyas", ausgezeichnet wurde. Titel:

CAPTAIN ALATRISTE" von Augustin Díaz Yanes (Spanien 2006; 145 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 08.11.2007); basierend auf den fünf legendären Abenteuerbüchern von ARTURO PÉREZ-REVERTE.

Der heute 55jährige Pérez-Reverte ist spanischer Journalist und Schriftsteller. Seit 1991 schreibt er regelmäßig Kolumnen in der Zeitschrift "El Semanal", einer Wochenendbeilage, die in 25 spanischen Tageszeitungen erscheint. Mittlerweile ist er weltweit einer der meistübersetzten spanischen Autoren. Sein wohl bekanntestes Werk, "Der Club Dumas", wurde 1999 von Roman Polanski unter dem Titel "Die neun Pforten" mit Johnny Depp verfilmt. Desweiteren wurde sein 1993 mit dem "Grand Prix de litérature policière" prämierter Roman "Geheimnis der schwarzen Dame" mit Kate Beckinsale unter dem Titel "Geheimnisse" verfilmt.

2006 nun wurde schließlich seine in Spanien sehr populäre "Alatriste-Reihe" adaptiert: 1996 erschien der erste Band, der im Spanien des frühen 17. Jahrhundert angesiedelt ist.

Titelheld dieser "Mantel-und-Degen"-Geschichten ist DIEGO ALATRISTE, ein Veteran der spanischen Infanterie, der sich als Detektiv, bezahlter Killer und Söldner durchschlägt. Seine Abenteuer werden aus der Sicht seines Burschen, Ínigo Balboa, erzählt. Einerseits geht es darin um den Verfall des spanischen Weltreichs zum Ende des sog. "Goldenen Zeitalters", andererseits werden fiktive Figuren wie reale historische Personen vermischt. (Zum Beispiel trifft sich Alatriste regelmäßig mit dem Dichter Francisco de Quevedo in einer Madrider Taverne).

Nun also der monumentale Film. Mit prächtigen Bildern, gigantischen Action-Motiven, großen Emotionen. Spanien also im 17. Jahrhundert: Der prunkvolle Hof, ausschweifende Feste, finstere Gassen, schummrige Tavernen. Thema: Intrigen, Liebe, Morde, die Macht, ihre dunklen Herrscher und die daraus resultierenden vielen Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen und gefährlichen Duellen. Ein Mann in geheimer Mission.

"CAPTAIN ALATRISTE" ist ein prachtvolles, grandios-bildergewaltiges Historien-Epos über das abenteuerliche Leben eines außergewöhnlichen Mannes und Ersatz-Vaters, der zum Helden Spaniens aufsteigt. Motto: Zwischen Musketier-Romantik und beeindruckender Pyrotechnik entwickelt sich ein Spannungswerk von außergewöhnlichen Dimensionen. Das mit großem monumentalem HOLLYWOOD-KINO jederzeit durchaus/bestens mithalten kann. Nach Hauptrollen in den "Der Herr der Ringe"-Filmen (als Aragorn), in "Hidalgo" und "A History of Violence" (von David Cronenberg) beweist der New Yorker VIGGO MORTENSEN einmal mehr seine (auch psychologische) Charakter-Klasse als triumphaler Action-Hero. Der älteste von drei Söhnen eines dänischen Geschäftsmanns und einer Amerikanerin, der am letzten Samstag 49 wurde, beherrscht die Szenerie nach Belieben. Als kraftvoller, nobler Sympathieträger-Kämpfer ebenso wie als stolzer, verletzlicher Lover. An seiner Seite u.a.: Die auch bei uns bekannten Akteure Eduardo Noriega und Ariadna Gil ("Pans Labyrinth"). "CAPTAIN ALATRISTE" ist ein GANZ heißer Unterhaltungs-Tanz von historischem Spannungsfilm.

Anbieter: "e-m-s sales GmbH"

Der "Duden" weiß Bescheid. Gibt Auskunft. Erklärt, was LOBBYISMUS bedeutet = "Versuch, Gepflogenheit; Zustand der Beeinflussung von Abgeordneten durch Interessengruppen". Ein LOBBYIST ist demzufolge = "Jemand, der Abgeordnete für seine Interessen zu gewinnen sucht". Wir sind stolz auf unsere DEMOKRATIE. Denn DIE bedeutet doch, direkt übersetzt, Herrschaft des Volkes. Über bzw. durch gewählte Volksvertreter. DIE unabhängig und nach bestem Wissen und Gewissen die Interessen des Volkes, also der Bürger, vertreten. Sollen. Sollten. Denn das System ist, nett gesagt, "ziemlich anfällig", um es - nicht nett - zu benennen, auch ziemlich korrupt. Wie jüngste seriöse Medien-Fakten hierzulande (mal wieder) belegt haben: Siehe "SPIEGEL"-Titelgeschichte in der Ausgabe Nr.37 vom 10.9.12 = "Politik lohnt sich doch! Vom Staatsdiener zum Großverdiener". Siehe ARD-Dokumentation innerhalb der Reihe "Exklusiv" vom Montag, 10.9.2012 = "DIE EINFLÜSTERER". Oder: "Wie Geld Politik macht". Wo anschaulich beobachtet wurde, wie rund 5000 hochbezahlte Lobbyisten allein in der Bundeshauptstadt Berlin sich ständig täglich um die Schaltzentralen der Macht "bemühen". Um ihre Interessen, besser: DIE ihrer Auftraggeber "angemessen", also profitabel durchzusetzen. Fazit: Die Grenzen zwischen Politik und Wirtschaft sind fließend. Forderungen nach Transparenz und Korruptionsbekämpfung praktisch aussichtslos.

Im Land des Ur-KAPITALISMUS, in den USA, geht es natürlich noch weitaus unappetitlicher zu. Seitdem in den Achtzigern die Regulierung der Banken quasi aufgehoben und "der Geld-Markt" freigegeben wurde, auf dass er sich selber kontrolliere, ist vieles, wie wir inzwischen weltweit erfahren durften, unkontrollierter geworden. Unanständiger. Gieriger. Gemeiner. Alarmierender. Einer, der "daran" maßgeblich beteiligt war, ist JACK ABRAMOFF. Geboren am 28. Februar 1959 in Atlantic City/New Jersey. Der erzkonservative, strenggläubige politische Berufslobbyist und Aktivist der Republikaner, der erfolgreiche Geschäftsmann spielte eine zentrale Rolle in einer Reihe von politischen Skandalen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im März 2006 wurde Jack Abramoff, der "Pate der Republikaner", wie er genannt wurde, von einem Gericht in Miami zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt. (Im Juni 2010 wurde er nach dreieinhalb Jahren Gefängnis entlassen und arbeitete danach als Pizzabäcker in Baltimore; Quelle: "Spiegel" vom 24. Juni 2010).

Natürlich ist DAS ein toller Film-Stoff. Von wegen GIER mit "echtem" NAMEN. Im Gegensatz zu Uns-Hier, wo es aktuelle politische Unterhaltungsfilme quasi nicht gibt, weder erdacht noch verwirklicht werden (können/sollen), reagierten "dort" intelligente wie kreative Künstler umgehend. Und schufen einen ebenso spannenden wie intelligenten Business-Thriller. Der jetzt hierzulande deutsche Erstaufführung per DVD (und Blu-ray) hat:

CASINO JACK" von George Hickenlooper (Kanada 2009; B: Norman Snider; lt. Vorspann "inspirided by true events"; 108 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 06.09.2012).

George Hickenlooper war Drehbuch-Autor, Produzent und Regisseur. Wurde bekannt durch seine beiden, 1991 entstandenen Dokumentationen "Reise ins Herz der Finsternis" (über die Entstehung des Francis Ford Coppola-Meisterwerks "Apocalypse Now") sowie "Zweimal Texas" (über den Regisseur Peter Bogdanovich). Kinospielfilme wie "The Killing Box" (1993), "Täter unbekannt" (1996), "Ein Mann für geheime Stunden" (2001) sowie "Factory Girl" (2006) folgten. "Casino Jack", ab Juni 2009 im kanadischen Hamilton und in Ontario gedreht, war sein letzter Film, denn GEORGE HICKENLOOPER starb am 30. Oktober 2010 in Denver/Colorado im Alter von nur 47 Jahren. Und hinterließ seinen wohl besten Film. Dabei im Blick- und Mittelpunkt: Der wunderbare Actor und zweifache "Oscar"-Preisträger KEVIN SPACEY ("Die üblichen Verdächtigen"; "American Beauty"). Als Finanzhai Jack. Abramoff. Der schon ganz am Anfang eine brillante Erklärungsrede hält. In sein Spiegelbild. Beim Zähneputzen. Motto: "Ehre, Integrität, Prinzipien - alles ist verhandelbar". Und in der er gegen die "übliche Mittelmäßigkeit" wettert: "Entweder bist du ein Gewinner oder ein Sklave, der sich wie alle Anderen still unterordnet". Für ihn, für Jack steht fest: "Ich werde nicht an einer Welt der Mittelmäßigkeit teilnehmen". Was für ihn so viel bedeutet wie: "Ich werde nicht U-Bahn fahren!" Also muss kräftig geackert werden, um dieser verhassten Mittelmäßigkeit ausweichen zu können. Jack fühlt sich wohl als professioneller, also lizensierter Lobby-Aktivist: "Neben Gott, Glauben und Vaterland ist nichts Wichtiger als Einfluß. Politischer Einfluss". Dabei geht sein Blick auf das "Time"-Titelbild. Mit George W. Bush als "Person of the Year". Schließlich, so Jack: "Lobbyismus ist angewandte Demokratie im amerikanischen Stil". Was praktisch angewandt bedeutet, es wird genüsslich manipuliert, geschachert im (ganz) großen (Geld-)Stil, es wird geschickt getrickst, also gelogen und betrogen: "Wir ölen das Rad mit amerikanischen Dollar. Das ist Kapitalismus vom Feinsten". Während Jacks Ehefrau Pam (herrlich präsent-"nett": KELLY PRESTON/die John Travolta-Gattin) besorgt anfragt: "Hast du denn heute schon gebetet?"

Es geht um Lizenzen, irre viele Dollar-Scheine, verschiedene gewinnlüsterne Interessenten wie Interessengruppen, es geht darum, wie ein Spitzen-Makler möglichst Unsummen von Gewinn einzustreichen. Mit "lockerem Verbal-Aufwand". Was natürlich für Jack, aber vor allem für seinen hitzigen jungen Partner Michael Scanlon (BARRY PEPPER als perfekter Gier-Boy) auch Ego-Verführung bedeutet. Und tatsächlich: Man übernimmt sich schließlich total. Benötigt immer mehr Geld für die eigenen Gier-Interessen, sprich zum Beispiel für private, also luxuriöse (sehr) teure Immobilen. Immer GRÖSSER soll, muss, darf es sein. Das Ein- und Abtauchen in das Luxus-Desaster. Wird vor allem Partner Michael zum Verhängnis. Über "ganz simple" Frauen"geschichten". Während Jack bemüht ist, die aus den Geschäftsfugen geratene Chose wieder "aufzufangen": "Wir sind Diener der Zivilisation". Und: "Die Republikanische Partei leuchtet den Weg. Für Amerika. Und für den Rest des Erdballs". Oder die Erkenntnis: "Washington ist Hollywood mit hässlichem Gesicht". Jack berauscht sich an seinen Worten. Kriegt aber "die Taten" nicht mehr in den Griff. Verliert zunehmend die Kontrolle. So dass "Freunde" auf Distanz gehen. Sich abnabeln. Zu Gegnern werden. Dieses "Jeder ist käuflich, wenn man es nur richtig anstellt", gilt plötzlich für ihn nicht mehr. Jack, der ursprünglich Unantastbare, gerät in die ganz normalen Maschen der "simplen" amerikanischen Justiz.

KEVIN SPACEY und seine Tour de Force. Als Jack Abramoff. Ist er das personifizierte Gier-Fieber. In und mit jeder Pore seines "Nadelstreifen-Körpers". In und mit jeder Bewegung. Jedem zynischen Lächeln. Jeder süffisanten Heuchelei. Mit jedem seiner Überzeugungs-Worte. Mit denen er sich die Welt, seine Welt, "maßschneidert". So zurecht "biegt", wie es ihm am besten, also am vorteilhaftesten, also profitabelsten passt. Dass durch seine Ideen, über seine Gedanken, durch sein Handeln viele "Normale" auf der Strecke bleiben, individuell kaputt gehen, interessiert ihn nicht. Moral ist für ihn "etwas für Verlierer". Aus der Durchschnitts-Gosse. Für die beknackten, verachteten U-Bahn-Benutzer. KEVIN SPACEY ist beunruhigend phantastisch. Von einer immensen Glaubwürdigkeit. Säuischen Verlässlichkeit. Außen wie innen. WIE er diesen kalten Schlaumeier der Gier lächelnd präsentiert, entsprechend dem Dauer-Motto GELD, GELD, GELD, ist einfach brillant. "Ohne Kapitalismus keine Scheißdemokratie", tönt er lustvoll in die Meute-Menge der Medien. Für die vielen Durchschnitts-Fuzzis "da draußen", die "es nicht bringen". "Nicht haben". Seine Sicht der Dinge. Seine Fähigkeiten. Seine Gewinner-Mentalität. Es lebe der "korrekte" amerikanische Größenwahn.

Beneidenswert - "CASINO JACK" ist ein Polit-Thriller zum guten Schauen und zum klugen Hören. Zuhören. Mit vielem großartigem Denk-"Material". Als kritische Spannungskomödie. Mit einem erstklassigen Ensemble. Für den prächtigen "Vorturner" Nr.1 KEVIN SPACEY. Der sich inzwischen zu den Besten der Besten katapultiert hat. In der überschaubaren Gemeinde der tatsächlich weltbesten Schauspieler. An seiner Nr.2-Seite und sich ebenfalls eindrucksvoll bewährend, hochputschend: Barry Pepper (im Kino zuletzt im Western "True Grit"). Der künftig auch (sehr) viel (mehr) Aufmerksamkeit verdient. Auf den es künftig auch stärker zu achten gilt.

Was für ein aktueller filmischer DVD-Unterhaltungstriumph: "CASINO JACK". Die "ganz dicke" Empfehlung gilt. (Besonders auch für die vielzählige "depressive" deutsche Filmemacher-Schar...).

Anbieter: "Studiocanal"

Sein Name: DENNIS HOPPER. Ende der 60er Jahre war er, dank “Easy Rider“ Hollywoods Wunder- und Lieblingskind. Als er mit seinem nächsten Film, “The Last Movie“, zu sehr ausrastete, ließen ihn die Studio-Bosse fallen. Dennis Hopper stürzte in Drogen und Alkohol ab. Seit Mitte der 80er Jahre ist der störrische Eigenbrötler wieder in. Sowohl als überzeugender Schauspieler, siehe “Blue Velvet“, wie auch als Regisseur, siehe “Colors - Farben der Gewalt". Vor 2 Jahren war die Chefetage der Firma "Vestron" von ihrem riesigen Erfolg mit “Dirty Dancing“ dermaßen aus dem Häuschen, das sie dem rehabilitierten Exzentriker für einen neuen Film völlig freie Hand als Regisseur und Hauptdarsteller ließen. Als sie das Resultat dann sahen, war die Firmen-Pleite bei “Vestron“ schon in vollem Gange. Um mit dem Hopper-Film irgendwie noch schnell Geld zu verdienen, schnitten sie ihn total “auf kommerziell“ um. Der Künstler zog daraufhin seinen guten Namen zurück, und als Regisseur wurde fortan ein “Alan Smithee“ (gern genommenes Pseudonym bei künstlerischen Differenzen zwischen Regisseur und Produktionsfirma) genannt. "Vestron" ging dennoch in Konkurs, während dieser Film nun auf Video verramscht wird.

CATCHFIRE“ von Alan "Dennis Hopper" Smithee (USA 1990; 98 Minuten; Videoveröffentlichung: 11.11.1990; DVD-Veröffentlichung: 29.09.2005); zu Deutsch: “Feuer fangen“; Originaltitel: "BACKTRACK".

Trotz aller dramaturgischen und logischen Mängel lassen die 98minütigen “Reste“ des Films einiges von der ursprünglichen Kraft und Atmosphäre eines schrägen Psycho-Thrillers ahnen. Story: Der Killer und die Zeugin. Jodie Foster spielt eine lakonische, selbstbewusste Künstlerin, die zufällig Zeugin eines Mafia-Mordes wird. Fortan befindet sie sich auf der Flucht vor dem Syndikat und der Polizei. Ein Profi-Killer wird von der “Familie“ angesetzt. Dennis Hopper spielt ihn als Jäger und Partner zugleich. Sein Pech: Er verliebt sich in sein Opfer und geht mit ihr auf den großen Amerika-Trip. Zwei Individuen, zwei Krieger, zwei “Künstler“ und ihr Kampf ums überleben. Die VideoPremiere “Catchfire“ ist teilweise Action-pur. Während der einstige düstere, schwarze Humor und die radikale Ästhetik jetzt zu kurz kommen. Dafür zeigt sich der Film nun als ziemlich unübersichtliches, zusammengestoppeltes Road-Movie-Krimi-Happening, bei dem das Happy-End fadenscheinig wirkt. Dennoch das Amüsement ist beachtlich, weil das Darsteller-Ensemble, das sich um den heute 55jährigen Alt-Guru Dennis Hopper scharte, einfach riesig ist. Immerhin geben sich Stars wie Charlie Sheen, John Turturro, Joe Pesci sowie Ur-Grusel-Opa Vincent Price und kurz einmal sogar Bob Dylan als Tankwart die Ehre. Ganz zu schweigen von der urigen “Partnerschaft“ Jodie Foster/Dennis Hopper.

“Catchfire“, das Fragment, ist trotz aller Umschnitte und Veränderungen immer noch ein sehenswerter, unterhaltsamer Spannungsfilm mit Psycho-Drama-Geschmack. Sozusagen: Ein Pflicht-Programm für Cineasten und solche, die es worden wollen.

Anbieter: "Concorde Video"

Der SPANISCHE Film gerät hierzulande - bis auf die Werke eines Pedro Almodóvar - nur selten in das regelmäßige Blickfeld von Kino oder DVD. Ein neuer Film hat es nun "wenigstens" zur deutschen DVD-Premiere geschafft. Dabei handelt es sich um den in seinem Heimatland in diesem Jahr vielfach prämierten, mit gleich 8 "Goyas" (den spanischen "Oscars") - u.a. als "Bester Film", für die "Beste Regie" und für den "Besten Hauptdarsteller" LUIS TOSAR - ausgezeichneten aktuellen Spielfilm

CELL 211" von Daniel Monzón (Co-B+R; Spanien/Fr 2009; 108 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 27.07.2010).

Basierend auf dem Roman "Celda 211" von Francisco Pérez Gandul entstand, mit einem Budget von 3 1/2 Millionen EURO, einer der aufwühlendsten "Knastfilme" überhaupt. Mit einer ähnlichen Intensiv-Wirkung wie die vor einiger Zeit angelaufenen Filme "Ein Prophet" (Frankreich) und "Hunger" (GB/Irland): Auch "Cell 211", also "Zelle 211", haftet buchstäblich, gedanklich lange nach. Juan Olivier (der argentinische Newcomer ALBERTO AMMANN) wird morgen seine neue Stelle als Gefängniswärter antreten. Der bald Papa werdende Juan, verheiratet mit der hübschen Elena (MARTA ETURA), ist zufrieden, endlich im sicheren Staatsdienst "gelandet" zu sein. Möchte von Anfang an einen "guten Eindruck" vermitteln, kommt also schon einen Tag vorher "zum Dienst", um sich vor Ort zu informieren, sich mit den künftigen Kollegen auszutauschen, um sich auch mental vorzubereiten. Zwei Kollegen führen ihn durch die Anstalt. In der Schwerstkriminelle ebenso untergebracht sind wie einige Mitglieder der baskischen Terrorgruppe ETA. Als - bedingt durch Sanierungsarbeiten - ein großes Stück Putz von der Decke fällt, wird Juan verletzt. Bewusstlos. Die Kollegen tragen ihn in einer leeren Zelle. Wollen gerade ärztliche Hilfe holen, als ein Aufstand ausbricht. Die Kollegen fliehen, lassen Juan zurück. Als DER erwacht, wird ihm klar, was ihm blüht, wenn er sich als neuer Wärter bzw. Schließer "vorstellt". Also gibt er sich als Gefangener aus. Anführer im Haus ist der Schwerstkriminelle Malamadre (furchteinflößend-faszinierend: LUIS TOSAR). DEM kommt der "gebildete", zurückhaltende junge "Mithäftling" gelegen. Juan wird fortan in die Abläufe und Ereignisse mit-einbezogen. Und muss, wohl oder übel, "mitmachen". Um nicht entdeckt zu werden.

Du lebst. Gut, sicher, "gemütlich". Beschützt, abgesichert. Dann machst du einen "falschen Schritt". Bist zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Plötzlich wird aus deinem überschaubaren Dasein ein ganz anderes. Deine Existenz beginnt sich zu drehen, zu wandeln. Du musst nun "ganz woanders" leben, überleben. Zu überleben versuchen. Was passiert, wenn so etwas PASSIERT? Wie gehst du DAMIT um? Wie stellst du dich darauf ein? Wenn sich "dein Kosmos" blitzartig, schockartig verändert? Zum ungewohnt völlig Negativen? Denn du musst nun "ein Anderer" sein, werden, einen Anderen spielen, mimen, präsentieren. Musst deine Identität heimlich wie sofort wechseln. Während sich drumherum eine "ganz neue" Welt, eine völlig ungewohnte, nur bösartige "Gesellschaft" für dich zeigt, öffnet, ausbreitet. In der du nur dann eine Chance hast - wenn du ÜBERZEUGEND mitmachst. Und deinen "freundlichen", korrekten, bürgerlichen Ursprung verleugnest. Es wird eng. Stickig. Natürlich SEHR aggressiv. Das bist du überhaupt nicht gewohnt. Musst es aber akzeptieren. Für Verzweiflung ist weder Zeit noch Platz. Und zeigen darfst du DIE ja sowieso nicht. Also passt sich Juan blitzschnell an. Wird zum Mit-Häftling, Mit-Meuterer, Mit-Wortführer. Mit angeblich ebenso viel krimineller Energie. DIE er natürlich dann auch unter Beweis stellen muss. Während die Kollegen draußen verzweifelt versuchen, ihn da rauszukriegen. Aber auch unter DENEN gibt es Opportunisten, korrupte Beamte, Kontaktleute zu den Insassen. Die auf eigenen Profit hin insgeheim "tätig" sind.

Die Politik schaltet sich ein. Von wegen der ETA-Häftlinge. Denen darf unter keinen Umständen etwas passieren. Dann wäre draußen und anderswo "die Hölle" los. "Ihr führt Euren Krieg, wir unseren", raunzt Malamadre abschätzig zu denen. Und weiß "dieses menschliche Polit-Pfand" für die Verhandlungen taktisch zu nutzen. Hier der charismatische Prolet mit Köpfchen, dort die intellektuellen Polit-Krieger. Die "mit dem Pöbel" eigentlich nichts zu tun haben wollen. Da bedarf es nur eines Funken, und die Chose explodiert. Zumal die Medien inzwischen Lunte gerochen haben. Deren ständige, aktuelle Berichterstattung gießt nur noch mehr Öl ins Feuer. Viele sind nun aufgeschreckt, drinnen wie draußen. Die Massen strömen. Unkontrolliert, aufgebracht. Auch Elena. Die zum Gefängnis eilt, um zu erfahren, wie es Juan geht. Und wieder ist "Jemand" zur falschen Zeit am völlig falschen Ort. Eine Tragödie nimmt ihren schlimmen, wütenden Lauf. Und verändert die Positionen von "Gut" und "Böse" vollends.

Was für ein spannendes Drama! Mit viel schwarzem Shakespeare-Bitter-Geschmack: Am Hofe des Königs. Mal ist der König ein Vorgesetzter; mal ein KRIMINELLER "Vorgesetzter"; mal ruft sich der Narr selbst (hier: Juan) zum vorübergehenden Herrscher aus.....und wird sofort verraten. Was für ein spannender Menschen-Thriller. Der Extraklasse. Weil gedanklich, körpersprachlich, seelisch und dramaturgisch sowie typenmäßig geschickt wie grandios entwickelt, erzählt, gespielt. Das Ensemble ist INSGESAMT brillant. Ist in jeder großen wie kleinen Figuren-Position außerordentlich dicht, nah, überzeugend-roh, jederzeit voller Reiz-Wucht. Inmitten einer überzeugenden klaustrophobischen Drecks- + Wut-Atmosphäre. In diesem beengten Bewegungsradius solch ein kluges, aufregendes "Die Macht des Schicksals"-Movie "überschaubar", emotional-packend, intelligent, hart, als unterhaltsamen, nachdenkenswerten Genre-Gefängnis-Film zu präsentieren, ist enorm. Besitzt viel Reiz, Sinn und Adrenalin-Verstand. Verdient Respekt, Interesse, Neugier. "Cell 211" ist ein in jeder Hinsicht (SEHR) beeindruckender Spitzen-Thriller. Mit der verständlichen FSK-Empfehlung = ab 16 Jahren.
Anbieter: "Senator Home Entertainment".

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