Jack Gold ist ein britischer Spitzenregisseur, der Filme wie "Der Schrecken der Medusa“ oder “Charlie Muffin“ gedreht hat. Die Filme sind oft anspruchsvoll, individualistisch, deshalb ist er nie Massen-populär
geworden.
„DER 10. MANN“ von Jack Gold (USA/GB 1988; 100 Minuten; Video-Veröffentlichung: 05.03.1990; DVD-Veröffentlichung: 10.05.2005) entstand nach einem Roman von Graham Greene und behandelt das Thema ‘Schuld und Sühne‘.
Ein wohlhabender französischer Rechtsanwalt wird 1941 im besetzten Paris von den Nazis aufgegriffen und gemeinsam mit anderen verhaftet. Als einige von ihnen erschossen werden sollen, überredet Monsieur einen kranken jungen Mann, an seiner Stelle in den Tod zu gehen. Dafür können dessen Erben künftig in Wohlstand leben. Nach der Befreiung zieht es den Anwalt in sein Landhaus zurück, wo Mutter und Schwester des Getöteten hasserfüllt und mit Rachegedanken wohnen. Er gibt seine Identität nicht preis und wird zum nützlichen Helfer im großen Haus. Als jedoch ein Hochstapler erscheint und sich seinerseits als Hausherr ausgibt, nimmt ein verzwicktes Spiel ein tragisches Ende.
“Der 10. Mann“ von Jack Gold ist ein außergewöhnliches Drama um menschliche Schwächen mit schlimmen Folgen. In der überzeugenden Hauptrolle: der vorzügliche britische Schauspieler Anthony Hopkins. Wer auch mal leisere Töne mag, wird hiervon angetan sein.
Anbieter: "MGM Home Entertainment"
Der an dieser Stelle vorgestellte neue Film bezieht sich auf einen
amerikanischen Originalstoff aus den 50er Jahren, präzise: Von 1957. Damals schuf Regisseur Sidney Lumet mit seinem Debütfilm
“DIE 12 GESCHWORENEN“ einen nachhaltigen Klassiker. Der damalige Autor hieß Reginald Rose, und dieser Reginald Rose ist nun auch für das Drehbuch zum REMAKE verantwortlich:
„DIE 12 GESCHWORENEN“ von William Friedkin (USA 1997; 117 Minuten; Videoveröffentlichung: 08.10.1998).
Ein halbwüchsiger Puerto-Ricaner soll im Streit seinen Vater erstochen haben. Die Beweislage scheint eindeutig, die Indizien sind wasserdicht, das Alibi des Angeklagten ist erschüttert, Niemand erwartet, dass die 12 männlichen Geschworenen, die sich an diesem drückend heißen Tag im ungastlichen Beratungszimmer versammeln, lange für ihren Urteilsspruch benötigen. Nach 5 Minuten lautet denn auch ihr Votum klar: 11:1 für schuldig. Einzig der Geschworene Nr.8 beginnt zu fragen und zu hinterfragen.
Mit seinem Votum zwingt der Geschworene Nr.8 seine teilweise genervten Mit-Juroren zum Gespräch. Mehrere Stunden reden sich die Männer die Köpfe heiß. Und offenbaren dabei viel von ihren persönlichen Vorurteilen, von Gedankenlosigkeiten und ihrem latenten Rassismus. Dabei kommen nach und nach immer mehr Zweifel an der Schuld des Angeklagten auf, was den Geschworenen Nr.3 absolut in Rage bringt.
Der neue amerikanische Film. “DIE 12 GESCHWORENEN“ ist erneut ein Meisterwerk geworden. Durch die Begrenzung des Ortes und der überschaubaren Personen entsteht aus dem Zusammentreffen/Zusammenprallen unterschiedlicher Typen, Charaktere und Ansichten ein packendes, dichtes Duell der Sprache und Menschen. “Die 12 Geschworenen“, das ist erneut ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die sich mit Unvernunft, geistiger Trägheit und Rassenhass ihre “demokratischen Spielregeln“ zusammenbastelt. Wie auch beim Original findet sich auch hier ein hochkarätiges Schauspieler-Ensemble zusammen, das exzellent mit- und gegeneinander “fightet“, Herausragend dabei: Der unterkühlte Armin Mueller-Stahl sowie George C. Scott und Jack Lemmon als starke Kontrahenten. Eine großartige deutsche Erstaufführung auf Video: “Die 12 Geschworenen“ von William Friedkin.
Anbieter: “Warner Home Video“ (vergriffen, in Deutschland noch nicht auf DVD erschienen)
Vom Original habe ich erst jetzt gehört, anlässlich der DVD-Veröffentlichung des Remakes. 2005 schuf der aus Georgien stammende, in Frankreich lebende Drehbuch-Autor und Regisseur GÉLA BABLUANI seinen ersten Kinofilm. Titel: "13 TZAMETI". Eine in Co-Produktion Frankreich / Georgien entstandene Low-Budget-Produktion, in Schwarz-Weiß gedreht, 86 Minuten kurz. Das "film noir"-Werk gewann den "World Cinema Jury Prize" beim renommierten "Sundance Festival" im Januar 2006 und wurde dann auch im Festival-Programm von Venedig aufgeführt. Bei uns war der Film erstmals ab 13.3.2008 in der untertitelten Originalfassung kurz im Kino zu sehen und kam dann am 22.5.2009 auch in einer Synchronfassung auf DVD heraus. Im Lexikon des Internationalen Films heißt es über den Film u.a.: "Spannender, kunstvoller, gesellschaftskritischer Schwarz-Weiß-Thriller. Zugleich eine sehr atmosphärische Reflexion über den Umgang mit Gewalt....., die nachdenklich macht und sinnstiftend nachwirkt".
Ab November 2008 drehte Géla Babluani seinen Film nochmal, diesmal als amerikanische Produktion. Dieser hat nun hierzulande Premiere auf DVD, und zwar unter dem Titel:
„13" von Géla Babluani (Co-B+R; USA 2008/2009; 87 Minuten; DVD-Veröffentlichung: 02.06.2011).
GELD ist die Antriebsfeder. GELD. Immer wieder GELD. Um das es geht. Ausschließlich. An das ALLE ´ranwollen. Manche haben DAVON sehr viel, sehr SEHR viel, und wollen es dennoch ständig vermehren, anderen haben gar keines. Wie der biedere Handwerker/Elektriker Vince. Dessen Familie in Talbot/Ohio unter ärmlichen Bedingungen lebt. Dennoch sind sie bislang noch ganz gut über die finanziellen Runden gekommen. Doch jetzt hat sein Vater einen Arbeitsunfall erlitten, muß im Krankenhaus aufwändig wie teuer behandelt werden. Doch wovon sollen die hohen Arzt-Rechnungen bezahlt werden? Als Vince in der Nachbarschaft arbeitet, hört er zufällig von einem Deal. Mit dem der dortige Besitzer praktisch über Nacht steinreich werden soll. In einem Briefumschlag stecken die Details. Als der Hausherr sich einen tödlichen "Schuss" setzt, bemächtigt sich Vincent des Umschlags. Und befindet sich mittendrin im lebensgefährlichen Trabbel. "Du musst jetzt leider teilnehmen", wird ihm erklärt. Als Kandidat Nummer 13. Irgendwo in einer abgelegenen Villa auf dem Land. Wo ganz reiche Typen den totalen Wett-Kick suchen. Mit einem Russisch-Roulette-Turnier. Bei dem es um hohe Dollar-Einsätze geht. Und um Menschenleben. Männer stehen in einem Kreis. Jeder hält dem Vordermann eine Pistole an den Kopf. Der dämonische Zeremonienmeister, auch "Kampfrichter" genannt, verkündet lauthals die Anweisungen. Dann muss abgedrückt werden. Die Überlebenden "dürfen" weitermachen. Bis schließlich der Sieger feststeht. Die Leichen stapeln sich im Keller.
Das Perverse, so betont Mickey Rourke im Bonus-Interviewmaterial: Dieser "Sport" existiert. Natürlich nicht öffentlich, sondern im Verborgenen. Irgendwo. Jedenfalls erscheint das im Allgemeinen globalen Kapitalismus-Wahnsinn und Gier-Heute denkbar. Vorstellbar. So MICKEY ROURKE ("The Wrestler"). Er ist einer der zahlreichen namhaften Akteure, die hier "aufgekratzt" mitmischen. Als dreckiger Ex-Knacki suhlt er sich einmal mehr im tiefen, abartigen Schmutz des Lebens. Wie auch JASON STATHAM ("The Mechanic") als schmieriger Wett-Pate, der seinen eigenen Bruder aus der Psychiatrie holt, damit DER, Ronald (RAY WINSTONE), für ihn die Millionen zusammenballert.
Weitere prominente Mitwirkende: Rapper "50 Cent" als Eskorte, Begleiter für diesen Mickey Rourke-Cowboy-Luden, BEN GAZZARA ("Sie haben alle gelacht" von Peter Bogdanovich/1981) als die deutschen Kampftugenden predigender "Herr Schlöndorff"-Wett-Opportunist sowie SAM RILEY ("Control"; "Brighton Rock") als Zufallsfighter Vince. Der ungewollt-gewollt in diese Mühle von widerwärtigem Zynismus und ekligem, menschenverachtendem Spaß-Müll der Superreichen gerät. Faszinierend aber vor allem - der Auftritt des "Spielleiters" MICHAEL SHANNON ("Zeiten des Aufruhrs") als Henry. Der wie ein Schiedsrichter beim Tennis auf erhöhtem Stuhl lakonisch-laut die routinierten Anweisungen gibt. Unbarmherzig, grausam, suggestiv. Ein grandioser Schatten-Dämon-Widerling. Michael Shannon mit einer phantastischen körpersprachlichen Performance. Einer fein-irren Interpretation von einem Übel-Menschen.
"13" ist ein derber, packender, ungehobelter, provozierender Terrorfilm. Beängstigend interessant. Mit viel Kälte-Garantie. Innen wie außen.
Anbieter: "Highlight Communications + Constantin Film".