Valid XHTML 1.0 Transitional

Filmtitel von Verg - Verl

Legende:

5 Pönis= Einsame Spitze
4 Pönis= Richtig gut
3 Pönis= Geht so
2 Pönis= Mäßig
1 Pöni = Jämmerlich
0 Pönis= Grottig

VERGEBUNG“ von Daniel Alfredson (Schwed/Dänem/D 2009; 146 Minuten; Start D: 03.06.2010); natürlich muss man die filmischen Vorläufer kennen, um hier gleich „´reinzukommen“: „VERBLENDUNG“ + „VERDAMMNIS“. Die berühmte schwedische MILLENIUM-Trilogie, nach den weltberühmten Romanen des 2004 verstorbenen STIEG LARSSON (über 15 Millionen verkaufter Exemplare weltweit). „Das Luftschloss, das gesprengt wurde“ lautet der originale Titel des 3. und letzten Roman-Bandes und zielt wieder direkt und mitten hinein in die so gepeinigte Figur der „Gothic-Lady“, der Punker-Hackerin Lisbeth Salander (einmal mehr grandios verkörpert von der unwiderstehlichen Entdeckung NOOMI RAPACE). Die wäre beim „Kennenlernen“ ihrer Bestie von Vater und ihres wortkargen „germanischen Riesen-Halbbruders“ fast draufgegangen, überlebte aber um Haaresbreite im zweiten Teil schwer verletzt die „lebendige Erdbestattung“. Jetzt liegt sie im Krankenhaus, nicht allzu weit entfernt von ihrem ebenfalls „ziemlich ramponierten“ Erzeuger. Für DEN sich mittenmal „merkwürdige ältere Herren“ interessieren. Während Lisbeth nun endgültig TOT gemacht werden soll. Stichwort: Mordversuchsanklage und Abschiebung in die geschlossene Psychiatrie. Für immer. Aber natürlich kann sie auf „Verbündete“ zählen. Wie auf den unermüdlich recherchierenden und einfach nicht aufzuhaltenden politischen Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist (MICHAEL NYQVIST). DER und Andere helfen Lisbeth, „die schlimmen Dinge“ ans juristische, ans gerichtliche Tageslicht zu bringen.

Vergleichsweise „gemütlich“ kommt dieser letzte Larsson-Film daher. Ging es im ersten noch um die vielen Qualen der Lisbeth Salander und im zweiten um einen düsteren Familien“fall“ mit russischem Vieh-Vater, so werden nun – im wahrsten Sinne – staatstragende alte Seilschaften aus dem Kalten Krieg ebenso enttarnt wie ein honoriger ekliger Psychiater und dessen Widerlichkeiten. In einem bizarren Prozess. Üble Parallelgesellschaften im demokratischen schwedischen Gebilde werden deutlich, ebenso die fiesen Motive, die dazu führten, eine Lisbeth Salander schon früh zu schänden, zu manipulieren, wie menschlichen Müll zu behandeln.

Man muss einmal mehr seine „amerikanischen Kino-Augen“ abtun, um diesen europäischen Thriller genießen zu können. Nix da von vielen Tricks & Stunts, von dauerhaften Explosionen und übermächtigen Action-Helden, die schließlich der Gerechtigkeit zum (Leinwand-)Sieg verhelfen. HIER hat man es mit – gefühlten – „echten Menschen aus Fleisch und Blut“ zu tun, mit ihren vielen Schwächen und Durchhängern, mit ihrer Müdigkeit, ihrer Erschöpfung, ihrer Ratlosigkeit. Ihrem Dennoch-Aufbegehren, ihrem Mut. Spannung nicht so sehr über den Revolver, sondern mit viel Köpfchen und noch mehr „simplen“ Schnüffelfleiß. Eine solide wie beachtliche Abschluss-Spannung um Gewalt, Korruption und Menschenverachtung. Diese guten Trilogie-Filme zeigen sich nun INSGESAMT als eine skandinavische Horrorshow mit düsterem Realitätsgeschmack. UND: Diesem darstellerischen Naturereignis NOOMI RAPACE will man gerne bald mal wieder begegnen….. (= 3 ½ PÖNIs).

VERGISSMICHNICHT“ von Yann Samuell (B+R; Fr 2009; 89 Minuten; Start D: 23.12.2010); der nach „Liebe mich, wenn du dich traust“ (2004) und „My Sass Girl – Unverschämt liebenswert“ (2008) 3. Spielfilm des 45jährigen französischen Clip-Filmers, Storyboard-Künstlers, Drehbuch-Autoren und Regisseurs handelt nach dem Motto: „WERDE, DER DU BIST“. Dies jedenfalls raunzt ein alter Notar der gerade im stressigen Karrierehoch und auf der Überholspur steckenden 40jährigen Konzern-Managerin Margaret (SOPHIE MARCEAU) zu. Und besteht darauf, ihr persönlich einige vergilbte Briefe zu übergeben. DIE wurden vor 33 Jahren geschrieben, und die Absenderin war sie selbst!

Damals übergab die kleine Marguerite dem Notar Mérignac ein paar selbst verfasste Briefe, in denen sie ihre Träume, Wünsche, Hoffnungen, ihre künftigen Lebensvorstellungen artikulierte. Diese sollen ihr in der Lebensphase „zugestellt“ werden, in der „Mozart-Musik zu schmecken anfängt“. Mit 40 also. Heute aber will sie „davon“ nichts wissen, geschweige denn die Post empfangen. Doch Notar Mérignac (MICHEL DUCHAUSSOY) ist hartnäckig. Zwangsläufig muss sich Margaret ihrer eigenen Gegenwartsvergangenheit stellen. Was zu reichlich innerer Unruhe führt.

Die menschliche Midlife-Epoche. War der bisherige eingeschlagene Weg so richtig? Was ist von den damaligen Träumen verblieben? Hätte man/frau „die Dinge“ anders gestalten sollen? Wäre man dann glücklicher geworden? Warum ließen sich „Dinge“ nicht so realisieren wie vorgenommen? Was ist eigentlich aus den Idealen der Jugend verblieben? Autor und Regisseur Yann Samuell inszeniert „L´Àge de raison“, also etwa „Zeit des Vernünftigseins“, als emotionale Reise in das vorgestrige Ich eines spannenden Menschen.

Spannend deshalb, weil Frankreichs weiblicher Superstar SOPHIE MARCEAU, die einst, mit 13, über die Teenager-Komödie „La Boum – Die Fete“, zum Jugend-Idol wurde, um dann 1999 in „Die Welt ist nicht genug“ sogar 007 – James Bond Frauen-Power-Paroli zu bieten, klug wie charmant-biestig agiert. Ihr gefühlvolle tour de force zu den malerischen Dorfstätten der Marguerite-Kindheit wirkt angenehm nostalgisch, sympathisch unruhig, unangestrengt nachdenklich. Das Dasein „mittendrin“, ab auf den Prüfstand. Marguerite-Margaret gilt es zu bewältigen. Welche ist dabei die argumentative, emotionale Seelen-Stärkere???

„Vergissmichnicht“ ist eine leichte, hübsch lächelnde französische Komödie mit einigem charmanten Wiedererkennungsspaß a la: Was ist eigentlich wirklich wichtig im individuellen Leben und was möglicherweise nicht??? (= 3 PÖNIs).

VERLOBUNG AUF UMWEGEN“ von Anand Tucker (USA/Irland 2009; 100 Minuten; Start D: 09.09.2010); na ja - was sich liebt, das neckt sich erst einmal zünftig. Kennen wir ja. Anna (schnucklig: AMY ADAMS/“Julie & Julia“, neben Meryl Streep) ist eine typische New Yorker Workaholicerin. Modern, erfolgreich, ein attraktives Upper-Class-Girl. Stets topgestylt und auf High-Heels herumstolzierend. Alles wäre auch top, wenn ihr Liebster Jeremy (ADAM SCOTT) ihr am neuerlichen Jahrestag anstatt der Ohrringe die erhofften TRAURINGE geschenkt hätte. Doch nix da.

Als er sich geschäftlich gen Dublin/Irland verabschiedet hat, beschließt sie kurzerhand, ihm zu folgen. Ein alter Brauch erlaubt es dort Frauen, alle 4 Jahre, am 29. Februar, selbst Heiratsanträge auszusprechen. Zufälligerweise ist es gerade Schaltjahr. Ha, ha. Dann aber, natürlich, diese verdammeledeiten unglücklichen Zu- bzw. Umstände. Anna landet nicht in der Hauptstadt, sondern in einem Provinznest an der irischen Westküste. Wo es den bodenständigen Wirt und Iren Declan (MATTHEW GOODE/“Match Point“ von Woody Allen) gibt. WIR bemerken natürlich bald, dass dieser griesgrämige Rubbel-Typ (sehr) VIEL BESSER zu ihr paßt als dieser Snob von Kerl, wegen dem sie eigentlich unterwegs ist. „Eigentlich“. Denn Declan ist gar nicht so „dirty“ wie er sich gibt. Na schau´ mal an. Und schaukelt/befördert „Zickchen“ Anna, mit ihren High Heels, durch den vielen Schlamm, durch eine Kuhherde und andere Hindernisse (wie Schafe + dreiste Diebe), zwar dauer-streitend, aber immerhin quer über die Insel gen Dublin. Hin zu ihrem Männeken. Und ´nu raten Sie mal…

„Leap Year“/“Schaltjahr“ (Originaltitel) ist eine simple Fröhlich-Klischee-Matsch-Komödie. Als langes Vorspiel einer endgültigen Beziehung. Dabei zofft man sich, dass die Hacken fliegen. So wird „Romantik“ schon mal zum rüden Test (wenn SIE sich z.B., alkoholisiert, kurz vor dem erhofften Sonnenuntergangskuss, direkt neben seinen Stiefeln erst einmal auskotzt). Pow. Eine nett-öde Schmonzette. Die sich hinzieht. Inmitten einer malerisch irischen Landschaft. Und schmerzhaft vorhersehbar ist. Also zeit-stehlend. Hätte auf DVD völlig ausgereicht (= 2 PÖNIs).

Pfeil nach oben